weather-image
13°

Auf keinen Fall Erlen für „Vor den Höfen“

Kompromiss im Ortsrat: Nur jede zweite Pappel soll fallen

EXTEN. In der Frage, ob die Pappeln an der Straße Vor den Höfen in Exten gefällt werden sollen oder nicht, hat sich der Ortsrat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche auf einen Kompromiss geeinigt.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 19:40 Uhr

Die historische Fotoaufnahme, vermutlich entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, belegt: Es gab nicht „schon immer“ eine Pappelreihe an der Exter Vor den Höfen. Foto: pr.
Avatar2

Autor

Hans Weimann Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

EXTEN. In der Frage, ob die Pappeln an der Straße Vor den Höfen in Exten gefällt werden sollen oder nicht, hat sich der Ortsrat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche auf einen Kompromiss geeinigt: Es gibt keinen Kahlschlag, aber jeder zweite Baum soll gefällt und die Lücken neu bepflanzt werden.

Welche Bäume auf die Pappeln folgen, da gingen die Meinungen allerdings weit auseinander. Nur in einem war sich der Ortsrat einig: keine Erlen. Die Kommunalpolitiker widersprechen damit der Empfehlung von zwei Gutachtern, die diese Bäume ausdrücklich an dieser Böschung für am besten geeignet halten.

Auch bei der Frage, ob ein Kahlschlag angebracht ist oder nicht, haben Experten eine andere Auffassung: Bäume, die in die Lücke gepflanzt werden, müssen wachsen können, wozu es unter Umständen notwendig ist, die Nachbarbäume drastisch zu beschneiden. Das Konzept, nur jeden zweiten Baum zu fällen, habe also auch seine Nachteile. Einig war man sich im Ortsrat darüber, dass „säulenartige“ Bäume als Ersatz kommen sollen.

Die Stadtverwaltung wies auf ein weiteres Problem hin. Die Böschung müsse auf alle Fälle gesichert bleiben, wenn Silofahrzeuge mit 30 Tonnen vor den Höfen entlangfahren.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Ortsrates war die Forderung von Dr. Joachim von Meien, hier das „historische Ortsbild“ zu erhalten – wobei man darüber streiten könnte, was „historisch“ ist. Wie Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff mit einem Foto illustrierte, gab es durchaus Zeiten, in denen am Exterufer keine Baumallee, sondern nur einzelne Bäume gestanden haben, was übrigens auch Charme hatte mit dem freien Blick auf die Exter.

Eigentlich hatte von Meien die Pappelallee erhalten wollen und ein zweites Baumgutachten beantragt. Doch auch der zweite Gutachter kam zu dem Ergebnis, die Bäume hätten ihr Lebensalter erreicht. Sie weiter zu erhalten, bedürfe eines hohen Pflegeaufwandes.

Der Aspekt der Verkehrssicherung spielte in der Diskussion im Ortsrat überraschenderweise keine Rolle – also die Frage, ob ein herabfallender Ast nicht ein Auto oder gar ein Schulkind treffen könnte. Bei der in einem solchen Fall folgenden Diskussion dürfte der Erhalt des historischen Ortsbildes dann wirklich nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare