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China-Tag am Ernestinum: Live-Untericht mit Chongqin / Hanban-Plakette für den Landkreis

„Konfuzius-Klassenzimmer“ offiziell eingeweiht

Rinteln (dil). Ganz im Zeichen der Partnerschaft mit China hat gestern das Gymnasium Ernestinum gestanden. Morgens wurde per Internet wieder ein gemeinsamer Unterricht der beiden Chinesisch-AGs mit Kindern aus Chongqin gehalten, nachmittags die Hanban-Plakette an den Landkreis Schaumburg verliehen und damit offiziell das virtuelle Konfuzius-Klassenzimmer (Ausstattung für Erlernen der chinesischen Sprache) eingeweiht.

veröffentlicht am 06.07.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

Diese Vorreiterrolle bei Schulkontakten zum Reich der Mitte lockte auch das Fernsehen an. Der NDR drehte für „Hallo Niedersachsen“, RTL für eine umfangreichere Dokumentation .

Interessierte Beobachter bei der Unterrichtsstunde waren Yang Hua, der erste stellvertretende Direktor der Partnerschule No. 8 Middle School Chongqin, und deren Leiter der Sportabteilung, Liang Zho. Sie endete mit dem gemeinsamen Singen der Olympia-Hymne von Peking 2008 auf Chinesisch.

Am Nachmittag waren dann auch Prof. Dr. Li von der Bildungsabteilung der Botschaft der Volksrepublik China in Berlin und Konsul Xing Weiping, stellvertretender Leiter des Generalkonsulats der VR China in Hamburg, dabei. Sie überreichten gemeinsam mit Yang die Hanban-Plakette an den Landkreis Schaumburg – als Anerkennung für die Partnerschaft mit dem Gymnasium Ernestinum. Hanban ist Chinas Förderorganisation für solche Schul- und Kulturkontakte, vergleichbar dem deutschen Goethe-Institut.

„China wird als Partner Europas immer wichtiger. Statt Ängste zu schüren, sollten wir besser Verständnis wecken, bei den Jugendlichen eine Antenne für andere Kulturen schaffen, für den Wandel durch Annäherung“, sagte Schulleiter Reinhold Lüthen. Landrat Jörg Farr sah die Weltmärkte künftig von China bestimmt. „Aber echtes Verständnis erhält man erst, wenn man die andere Sprache spricht, und das Konfuzius-Klassenzimmer schafft dafür die Möglichkeit“, so Farr.

Li Guoquing, Erster Sekretär der chinesischen Botschaft, nannte das Konfuzius-Klassenzimmer ein Privileg für hiesige Schüler, um Chinesisch zu lernen. In Deutschland gebe es schon an 438 Schulen Chinesisch-Angebote, 13 Schülergruppen reisen in diesem Schuljahr nach China – das sind 2440 Schüler. Zwei Lehrerdelegationen waren jetzt dort. „Das zeigt, dass der Bedarf besteht“, freute sich Li. Drei Konfuzius-Klasenzimmer gebe es in Deutschland, in Rinteln nun erst das zweite überhaupt an einem staatlichen Gymnasium. Und in Göttingen werde nun ein Lehramtsstudiengang für Chinesisch eingerichtet.

Konsul Xing Weiping sagte: „Heute lernen die Kinder Chinesisch, morgen werden sie die tragenden Kräfte unserer Beziehungen sein.“ In Grußworten würdigten auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sowie die Landtagsabgeordneten Björn Försterling (FDP) und Heiner Bartling die Partnerschaft.

Der Projektkoordinator China des Ernestinums, Ralf Kirstan, gab einen Überblick über Stand und Perspektiven der Kooperation mit der No. 8 Middle School Chongqin und der chinesischen Kulturorganisation Hanban. Dr. Uwe Krismann, Geschäftsführer der im China-Geschäft tätigen Firma Stüken schilderte die Dynamik der dortigen Wirtschaft und die Chancen, die sich daraus für deutsche Firmen und Mitarbeiter ergeben. Li trug sich ins Goldene Buch der Stadt Rinteln ein.

Am 10. Juli starten die ersten 19 Schüler zu dreiwöchigen Betriebspraktika nach Chongqin, im September kommt entsprechender Gegenbesuch für drei Wochen nach Rinteln (Bericht folgt).




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