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Raumkonzept geändert

Krankenhagen: Neue Praxisräume auf 120 Quadratmetern

KRANKENHAGEN. Der Rintelner Rat hat zugestimmt, dass am geplanten Bürgerhaus in Krankenhagen Räume für eine Arztpraxis bereitgestellt werden. Deshalb soll die Arztpraxis nicht wie geplant ins Bürgerhaus integriert werden, sondern erhält einen eigenen Anbau. Geschätzte Kosten: 370 000 Euro.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 18:10 Uhr

120 Quadratmeter Platz in einem eigenen Anbau – so soll die an das Bürgerhaus angegliederte Arztpraxis aussehen. Grafik: Stadt Rinteln
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Hans Weimann Reporter
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KRANKENHAGEN. In der letzten Sitzung dieses Jahres hat nach dem Finanzausschuss auch der Rintelner Rat zugestimmt, dass am geplanten Bürgerhaus in Krankenhagen Räume für eine Arztpraxis bereitgestellt werden. Dazu habe man allerdings die ursprüngliche Raumkonzeption verändern müssen, erläuterte die Verwaltung.

Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), dem Gesundheitsamt des Landkreises und interessierten Ärzte hätten ergeben, dass Räume für eine Arztpraxis Mindestanforderungen erfüllen müssen. Deshalb soll die Arztpraxis nicht wie ursprünglich geplant ins Bürgerhaus integriert werden, sondern erhält einen eigenen rund 120 Quadratmeter großen Anbau, geschätzte Kosten: 370 000 Euro.

Dadurch reduzieren sich gleichzeitig die Kosten des eigentlichen Bürgerhauses bei nahezu unveränderten Außenmaßen von 933 000 Euro auf rund 850 000 Euro.

Wie die Verwaltung betonte, sei ein entsprechender Förderantrag beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser bereits gestellt worden.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2014 hatte Dr. Gerd Winter in Krankenhagen seine Praxis geschlossen und sich zur Ruhe gesetzt. Seitdem herrscht zwar nicht direkt medizinischer Versorgungsnotstand im Dorf, aber nicht nur Winters ehemalige Patienten, sondern auch solche aus dem Umland würden es sehr begrüßen, wenn der Mangelzustand wieder beendet werden könnte.

Wie viel Ärzte sich in einer Region niederlassen dürfen, regelt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN). Wie Detlef Haffke, Pressesprecher der KVN, auf Anfrage dieser Zeitung gestern betonte, sei nach dem Verteilerschlüssel die Niederlassung von bis zu drei neuen Hausärzten in Rinteln möglich.

In Rinteln als eigenständiger „Region“ rechne man auf einen niedergelassenen Hausarzt 1598 Patienten. Mit den derzeit 15 niedergelassenen Hausärzten sei damit ein Versorgungsgrad von 93,9 Prozent erreicht. Die optimale Versorgung liege bei 100 Prozent, Unterversorgung herrsche ab 75 Prozent. Die Versorgung in Rinteln sei also „nicht optimal, aber bei Weitem nicht dramatisch“, betonte Haffke.

Wie Haffke schilderte, ist das Rintelner Modell, Praxisräume zu schaffen, kein Einzelfall. In Niedersachsen gebe es landesweit derzeit 365 nicht besetzte Hausarztsitze. Deshalb bemühten sich viele Kommunen, vor allem im ländlichen Raum, für Hausärzte besondere Anreize zu schaffen. Zum Beispiel werden kostengünstige Baugrundstücke oder Mietobjekte angeboten. In einer Gemeinde habe ein Bäcker sogar versprochen, dem neuen Arzt ein Jahr lang kostenlos Brötchen zu liefern.

Das grundsätzliche Problem ist bekannt: Um den Bedarf an Hausärzten in Niedersachsen langfristig decken zu können, müssten künftig 25 Prozent der Medizinstudenten Facharzt für Allgemeinmedizin werden, derzeit sind es aber nur zehn Prozent.

Die Politik hatte deshalb unter anderem ein Maßnahmenpaket beschlossen, das Stipendien für Studenten vorsieht, und Kommunen sollten bei der Ansiedlung von Hausärzten unterstützt werden.




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