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Kriminalstatistik: Deutlicher Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen

Kriminalstatistik: Straftaten im Landkreis sinken

LANDKREIS. Die gute Nachricht vorweg: Die Straftaten in Schaumburg haben das vierte Jahr in Folge abgenommen. Das geht aus den Ergebnissen der jetzt vorgelegten Kriminalstatistik der Polizei für das Jahr 2018 hervor. 2014 lag die Zahl der kriminellen Vergehen noch bei 10 419. Im vergangenen Jahr waren es 8457 Fälle, damit sind die Straftaten um 4,1 Prozent gesunken. „Die registrierten Straftaten stellen den niedrigsten Wert der vergangenen 30 Jahre dar und bestätigen den Trend zurückgehender Kriminalität“, erklärt Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/ Schaumburg.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 15:24 Uhr

Die Straftaten in Schaumburg haben auch im vergangenen Jahr wieder abgenommen. Grafik: Elze

Autor:

jennifer minke-beil
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Die Menschen im Landkreis könnten sich dementsprechend sicher fühlen: „Bei einem vergleichsweise geringen Kriminalitätsaufkommen in der Region hat sich die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, noch einmal deutlich reduziert.“ Mit ihrer Aufklärungsquote ist die Polizei durchaus zufrieden – trotz eines leichten Rückgangs von 1,45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Quote sei in Schaumburg mit 61 Prozent weiterhin stabil und auf einem vergleichsweise hohen Stand.

Mit einem heftigen Fall, der in Erinnerung geblieben ist, musste sich die Polizei Ende 2018 doch noch beschäftigen: mit dem Mord in Steinbergen (wir berichteten). Auf das komplette Jahr gesehen sanken die Straftaten, die ein Menschleben forderten, jedoch von acht auf fünf.

Ein weiteres großes Thema für die Polizei bleiben die Diebstähle und Einbrüche: „Die Aufklärungsquote beim schweren Diebstahl zu verbessern, ist eines unserer Ziele“, meint Thorsten Walter, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der PI Nienburg/Schaumburg. Dieses Vorhaben hat im vergangenen offenbar gut geklappt, denn die Anzahl der einfachen Diebstähle ging von 1418 auf 1350 Delikte zurück. Und auch schwere Diebstähle ereignete sich seltener: Während 2015 noch 1531 Fälle registriert wurden, waren es im vergangenen Jahr noch 1177 – damit sanken die Zahlen auf ein Zehn-Jahres-Tief.

Auch mit den Ergebnissen in Bezug auf die Wohnungseinbrüche zeigt sich die Polizei zufrieden. Während 2017 noch ein leichter Anstieg zu verzeichnen war (277 Delikte), sank die Zahl nun auf 200. Auffällig ist der Rückgang in der Samtgemeinde Nenndorf von 47 auf 19 Einbrüche. In Eilsen gingen sie ebenfalls stark zurück: Lediglich drei Einbrüche werden in der Statistik vermerkt – ein Rückgang von 25. „Wir haben unsere Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen sowie die Ermittlungs- und Präventionsaktivitäten intensiviert“, berichtet Kreykenbohm. Ermittlungserfolge seien möglich gewesen, weil zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung gekommen seien. Nun bewege sich die Anzahl der Wohnungseinbrüche wieder auf einem recht niedrigen Niveau. Die getätigten Maßnahmen sollen auch in diesem Jahr gefestigt werden. „In etwa einem Drittel der Fälle scheitert der Täter beim Versuch, in die Wohnung einzudringen und gibt auf“, so Kreykenbohm. Trotz der positiven Entwicklung werde die Polizei weiterhin einen Schwerpunkt auf die Verhinderung und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen legen. Ein zweiter Schwerpunkt der Polizei wird die Bekämpfung der Taten gegen ältere Menschen sein, denn im vergangenen Jahr habe es wieder häufiger Anrufe bei älteren Menschen durch falsche Polizeibeamte gegeben. Sie versuchten, an das Bargeld und Wertgegenstände zu kommen. Bedingt durch hohe Sensibilität in der Bevölkerung kam es zu einem erheblichen Anzeigenaufkommen. Das spiegele sich in der Statistik wider, so die Polizei.

Die Anzahl der Sexualdelikte ist 2018 leicht von 91 auf 100 Taten angestiegen, was aber auf eine geänderte statistische Erfassung zurückzuführen ist, erläutert die Polizei. Das Aufkommen an Sexualdelikten liegt damit leicht oberhalb des mittleren Aufkommens der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote im Bereich der Sexualdelikte beträgt 81 Prozent.

Besorgniserregend findet Polizeipräsident Uwe Lürig die auf hohem Niveau stagnierende Gewalt gegen Polizeibeamte. Das liege auch an einer gesunkenen Hemmschwelle. In Schaumburg allerdings wurde auch hier ein Rückgang von 35 Prozent verzeichnet – von 58 auf 38 Fälle. Diese beinhalten Widerstand, einfache und gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung gegen Polizeibeamte.




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