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30 Augen ziehen in ihren Bann

Künstlerporträts von Igor Oster in der „Alten Druckerei“

RINTELN. In der Projektgalerie „Alte Druckerei“ ist Ende September eine neue Ausstellung eröffnet worden. Unter dem Titel „Künstlerporträts“ stellt Igor Oster aus Lemgo seine Werke aus.

veröffentlicht am 08.10.2019 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 09.10.2019 um 10:40 Uhr

Betritt der Besucher die neue Ausstellung, fühlt er sich sofort beobachtet. Auf 15 großformatigen Leinwänden zeigt der lippische Maler Igor Oster Porträts. Dem Ausdruck dieser einzigartigen Ölbilder kann sich kein Betrachter entziehen, man will es auch nicht – im Gegenteil, man will näher hinschauen und ergründen. Mal schaut ein Gesicht ernst, fast strafend, mal ist es ein verschmitzter Ausdruck oder fröhliche Gelassenheit, die einem begegnet. Eine Künstlerin stützt sich spielerisch und fröhlich auf einen anderen Künstler. Beide haben augenscheinlich viel Spaß dabei. Die freudige Atmosphäre ist zu spüren.

Dargestellt sind Künstler aus der Kunstwerkstatt Eben Ezer, deren Leiter Oster ist. Menschen mit Behinderung sind zu sehen. Aber nur wer den Hintergrund kennt, versucht, davon Spuren auf den Porträts zu entdecken. Die Bilder sind großartig gemalt und ziehen in ihren Bann. Wir sehen einen jungen Mann, Ingolf, mit Pfeife in der Hand, verschmitzt lächeln. Ein interessanter Mann, denkt man sofort. Was ist es, was das Bild so besonders macht? Ein junger Mann mit Pfeife? Eigentlich erwartet man eine Pfeife eher bei älteren Männern – interessanter Gegensatz und dann dieses Lächeln. „Was denkt dieser Ingolf wohl in dem Augenblick?“, fragt man sich unwillkürlich. Die Bilder sind im Gegensatz zu vielen anderen Porträts lebendig und lassen viel von der Persönlichkeit der Abgebildeten erahnen. Sie folgen weder einem Schönheitsideal, noch befriedigen sie Eitelkeiten der Abgebildeten.

Igor Oster hat in Minsk und Münster zwei künstlerische Studiengänge abgeschlossen. Auf der Vernissage erklärt er, in Minsk habe er das künstlerische Handwerk gelernt und in Münster die künstlerische Richtung gefunden. Seine Porträts, darunter auch zwei Eigenbildnisse, zeigen ein gekonntes Spiel aus exakten Details und Abstraktionen. Auffälliges Merkmal sind die Läufer auf den Bildern. Oster verdünnt die Ölfarben so, dass ein aquarellartiger, lasierender Farbeindruck entsteht und viele Farbnasen die Leinwand herunterlaufen – ein Mittel, das eine Leichtigkeit in die farbintensiven Bilder bringt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. November zu den Öffnungszeiten der Galerie in der Bäckerstraße 42 zu sehen; samstags von 11 bis 14 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr.r




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