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Tiere zugelaufen

Landwirt wundert sich: Wem gehören diese Schafe?

WESTENDORF. Landwirt Henning Krebs staunt nicht schlecht: Eines Tages stehen Schafe auf seiner Rinderweide. Sechs Tiere sind ihm zugelaufen. Eines hat sogar ein Lamm bekommen. Keiner scheint die Herde zu vermissen. Der Landwirt sucht händeringend nach dem Eigentümer.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 14:42 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 18:30 Uhr

Diese kleine Herde grast seit etwa vier Wochen auf der Weide von Henning Krebs. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite

WESTENDORF. Landwirt Henning Krebs staunt nicht schlecht, als er eines Tages auf seiner Weide oberhalb der Ulanenstraße in Westendorf steht: Nicht nur zupfen hier ein Dutzend Rinder am braungedörrten Gras, sondern auch sechs Schafe. Kurios dabei: Krebs besitzt keine Schafe. Und er möchte keine Schafe besitzen. Nun leben die Tiere auf seiner Weide, und er weiß nicht, wie er die kleine Herde wieder loswerden kann.

„Niemand scheint sie zu vermissen“, erzählt Krebs. Er habe bereits mit dem städtischen Ordnungsamt und dem Kreisveterinäramt gesprochen – doch dort habe sich kein verzweifelter Besitzer gemeldet. Auch die Polizei weiß von nichts. Kein Schafhalter aus der näheren Umgebung vermisse die Tiere. Beim Ordnungsamt wurde ihm scherzhaft vorgeschlagen, die Schafe ins Fundbüro zu geben. Außerdem wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass – rein juristisch gesehen – Krebs nun der Besitzer (wenn auch nicht der Eigentümer) der Tiere sei.

„Aber dazu muss ich die Schafe ja auch besitzen wollen“, sagt Krebs. Was hier nicht der Fall sei. Seit gut vier Wochen stehen die Tiere gemeinsam mit den Rindern auf der Weise, fressen Gras und Heu – und das in einer Zeit, in der die Weide sowieso verdörrt ist und bereits Futter gegeben werden muss, das eigentlich für den Winter eingeplant war. „Von dem, was die Schafe fressen, könnte ich 1,5 Rinder ernähren“, sagt Krebs. Die Situation hat sich noch einmal zugespitzt, da ein Schaf mittlerweile gelammt hat. Das Lämmchen ist zwar beliebt bei Spaziergängern und Radfahrern, doch Krebs legt für seinen landwirtschaftlichen Betrieb keinen Wert auf ein Tiermaul mehr, das er stopfen muss.

Die Situation hat sich verschärft: eines der Schafe hat gelammt. Und das in einem Sommer, in dem Futter sowieso knapp ist. Foto: mld
  • Die Situation hat sich verschärft: eines der Schafe hat gelammt. Und das in einem Sommer, in dem Futter sowieso knapp ist. Foto: mld
Eigentlich gehören nur Rinder auf die Weide von Landwirt Henning Krebs. Die Schafe sind zugelaufen. Foto: mld
  • Eigentlich gehören nur Rinder auf die Weide von Landwirt Henning Krebs. Die Schafe sind zugelaufen. Foto: mld

Tatsächlich habe er bereits die Überlegung angestellt, was er mit den Tieren machen könnte: Dürfte er die Schafe verkaufen? Doch die Frage konnte ihm nicht einmal sein Anwalt beantworten.

Inzwischen ist Krebs so weit an die Tiere herangekommen, dass er deren Ohrmarken entziffern konnte. Er hofft, damit über das Veterinäramt weitere Hinweise auf den Besitzer zu erlangen. Doch hierbei gebe es ein Problem, schildert Krebs: Die Ohrmarken von Schafen geben lediglich Hinweise auf den Geburtsbetrieb, nicht jedoch auf den aktuellen Besitzer. Dies sei beispielsweise bei Kühen anders.

Die gesetzliche Kennzeichnungsschrift sieht vor, dass Schafe spätestens mit neun Monaten, unbedingt aber beim Verlassen ihres Ursprungshofs mit Ohrmarken gekennzeichnet werden müssen. Die Marke enthält eine Nummer mit Code fürs Land, Bundesland und Tierart sowie eine individuelle Kennziffer für das Tier. Zusätzlich können die Marken elektronisch ausgelesen werden.

Henning Krebs hofft, dass diese Recherche ihm weitere Informationen einbringt – oder dass sich der Eigentümer wegen dieses Zeitungsberichts bei ihm meldet. Der Landwirt ist telefonisch zu erreichen unter (0 57 51) 91 81 37.

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