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Weihnachtswunderland an der Waldkaterallee

Lebenshilfe-Weihnachtsmarkt erstmals in der Mehrzweckhalle

RINTELN. Die Lebenshilfe ist mit ihrem großen Weihnachtsmarkt erstmals unter das Dach der Mehrzweckhalle gezogen. Zur selben Zeit gab es an der Waldkaterallee einen Tag der offenen Tür mit Weihnachts-Wunderland und Führungen durch das Wohnheim.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 16:53 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 19:00 Uhr

Mehr Platz: Der Lebenshilfe-Weihnachtsmarkt ist umgezogen vom Buscarport in die größere Mehrzweckhalle. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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RINTELN. Mit den Vorstellungen von einem Weihnachtsmarkt verbinden sich gemeinhin Gedanken an leise rieselnden Schnee und vom Händewärmen an der Tasse mit dampfendem Glühwein. Aber was ist, wenn der erwartete Schnee als Regen vom Himmel tropft, weil sich die Außentemperaturen deutlich im Plusbereich bewegen? Oder wie sieht‘s aus, wenn scharfer Ostwind die Sehnsucht weckt an das bequeme Sofa zu Hause im kuschelig warmen Wohnzimmer? Die Lebenshilfe Rinteln an der Waldkaterallee hat mit ihrem überdachten Weihnachtsmarkt dafür seit Jahren die Alternative mit Schönwetter-Garantie.

Nachdem der XXL-Weihnachtsmarkt unter dem geräumigen Bus-Carport bislang schon einiges an Komfort beim Bummeln, Stöbern, Glühweintrinken und Schnabulieren an den zahlreichen Ständen geboten hatte, setzen die rührigen Marktmacher inzwischen sogar noch einen drauf. Der Lebenshilfe-Weihnachtsmarkt 2.0 ist umgezogen in die große Mehrzweckhalle, die sich bereits beim Fest zum 20-jährigen Bestehen des Standortes an der Waldkaterallee im August als Ort für große Veranstaltungen empfohlen hatte.

Für die Besucher, die am Wochenende wie gewohnt in Scharen in die Lebenshilfe-Adventswelt eintauchten, war nicht zuletzt die überdachte Hallen-Plaza im Zentrum des weitläufigen Geländes ein Hauptanziehungs- und Treffpunkt. „Wir sind überrascht, wie warm und gemütlich es hier ist“, lauteten die Kommentare wiederholt. Dabei nahmen die Gäste beim Erlebnisrundgang durch den überdachten Basar dankbar wahr, dass die sonst offenen Längsseiten der Mehrzweckhalle eigens fürs Wochenende mit einem Windschutz versehen waren. Somit war der optimale Rahmen gegeben für das, was unter Mehrzweck bei der Lebenshilfe zu verstehen ist. Dass sich die Besucher beim Weihnachtsmarktstöbern am ersten Adventswochenende reichlich mit von Bewohnern und Mitarbeitern hausgemachten kleinen Geschenkideen eindecken können, gehört zur Lebenshilfe-Philosophie – auch, dass das große Event im Dezember im Doppelpack daherkommt, verbunden mit einem Tag der (weit) offenen Tür. Und dieser bietet Gelegenheit, den Gästen zu zeigen, was Lebenshilfe meint und wie sie gemäß dem Wortsinn zu verstehen ist: als Hilfe, um auch bei körperlichen und geistigen Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Margaret Faure und Elizabeth Cooke von der Partner-Einrichtung der Lebenshilfe WOSP in Kendal sind seit Jahren jedes Mal mit einer kleinen Delegation dabei. Foto: who
  • Margaret Faure und Elizabeth Cooke von der Partner-Einrichtung der Lebenshilfe WOSP in Kendal sind seit Jahren jedes Mal mit einer kleinen Delegation dabei. Foto: who

Führungen durch das Wohnheim am Waldkater sowie Schule und Kindergarten vermittelten den Besuchern einen nachhaltigen Eindruck davon, was bei kompetenter und sensibler Betreuung alles möglich ist. Zum Beispiel ganz viel Kreativität, die sich am Wochenende unter anderem widerspiegelte in fantasievollen dekorativen Vogelhäuschen der Luxusklasse. „Die kommen aus unserer Holzwerkstatt und werden von Bewohnern lackiert“, erläuterte Marko Reinking, Einrichtungsleiter der Wohnheime, das Kreativ-Projekt Design-Vogelhäuschen beim Rundgang durch den Hallenbasar. Und dank der Mehrzweckhalle „sind wir jetzt noch mehr witterungsunabhängig und haben noch mehr Möglichkeiten als bisher“ – solche, wie die beschirmten Auftritte der Zumba-Gruppe und des Nikolauses bei seiner Bescherung der Kinder zum Beispiel.

Trotz der neuen Möglichkeiten mit Open-Air-Gefühl gab es wie jedes Jahr auch drinnen viel zu genießen und zu erleben. Die erfahrenen Lebenshilfebesucher wissen das, und darum gehörten die Cafeteria und die Kantine zu den Hauptzielen der Gästeströme. Spezialitäten à la carte aus der Lebenshilfeküche wie Wildgeschnetzeltes oder Extras vom Kuchenbüfett sind stets einen Abstecher wert.

Aber auch der Non-Food-Bereich zeigte wie immer seine Anziehungskraft. Das bewies neben der Zumba-Gruppe einmal mehr die Theater-AG. So war kaum noch ein Durchkommen bei den Auftritten der Bewohner-Schauspieler mit ihrem neusten Stück. „Anderssein vereint“ heißt das Musical. Und das Titellied „Hairspray“ ist gleichzeitig der Inklusionssong für Deutschland, der zurzeit die Runde durch die Republik macht.




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