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„Fremde Kulturen – zusammen: WIR“ noch am Wochenende zu sehen

Malerei ohne Grenzen: Ausstellung in der Alten Druckerei

RINTELN. Die Aufregung für Andira, Hala, Muntaha und Sedra an diesem Morgen ist groß, und auch Mohammed fiebert mit. Eine Auswahl von Bildern dieser jungen Leute wird aktuell in der Projektgalerie „Alte Druckerei“ gezeigt.

veröffentlicht am 02.08.2018 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 02.08.2018 um 16:50 Uhr

RINTELN. Bei der Eröffnung tragen sie gemeinsam ein Lied vor, das im arabischen Sprachraum sehr bekannt ist. Es erzählt von der Sehnsucht nach dem Heimatland mit der Bitte an den Windhauch, doch wieder mit zurückgenommen zu werden. Die Besucher der Vernissage zu „Fremde Kulturen – zusammen: WIR“ sind berührt und begeistert. Bettina Bradt, Mitglied der Kunstgruppe „Sichtbar“ und Leiterin des Projekts „Grenzenlos“, erzählt dann etwas über die Hintergründe.

Das Projekt Grenzenlos wurde in der zweiten Jahreshälfte 2017 von der Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte“ initiiert und gefördert vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie. Inhalt war ein wöchentliches Mal- und Gestaltungsangebot im Atelier „Malwelt“, das von der Diplom-Kunsttherapeutin und Künstlerin Bettina Bradt geleitet wurde. Bedeutsam war nach ihren Worten, dass sowohl einheimische Frauen und Mädchen als auch geflüchtete daran teilnehmen konnten. „So sind Kontakte entstanden, die über das Projektende hinaus Bestand haben.“

Das Atelier ist ein geschützter Raum, ein „Malort“ nach Arno Stern. Hier wird im Stehen an Malwänden gemalt, und es ist nichts vorgegeben. Durch das Malen und Gestalten als universelle Sprache, mittels derer sich jeder Mensch ausdrücken kann, war eine Grundlage gelegt für ein gutes Miteinander und Verstehen über kulturelle Grenzen hinaus. Im Laufe der Zeit wurde die wöchentliche Gruppe so groß, dass eine Aufteilung auf zwei wöchentliche Termine notwendig wurde.

Große Freude hatten die Teilnehmerinnen laut Bradt auch an den Workshops in den Bereichen Mosaikgestaltung und Musik. Als Glücksfall erwies es sich, dass eine Teilnehmerin über eine musiktherapeutische Ausbildung verfügt. So konnte zusätzlich Zeit für gemeinsames Singen und eine spielerische Gestaltung im Bereich „Musik und Malen“ eingeplant werden. Dies wurde von den Frauen und Mädchen sehr gut angenommen. Es entstand eine vertraute Atmosphäre, die auch Gespräche über die ganz eigenen individuellen Erlebnisse während der Flucht aus ihrem Heimatland ermöglichten. Insgesamt haben 18 Teilnehmerinnen das Angebot genutzt, hiervon 15 mit Zuwanderungsgeschichte. Die meisten kamen aus Syrien und dem Irak, zudem gab es Teilnehmerinnen aus Russland und Brasilien.

Zum Abschluss der Vernissage gibt es noch eine Kostprobe dessen, was während des gemeinsamen Singens in der Projektzeit entstanden ist: „Bruder Jakob“ wird zwar nicht als vierstimmiger Kanon intoniert, aber doch gelungen zweistimmig, und die Gäste stimmen gerne mit ein.red

Die Ausstellung ist noch zu sehen am Samstag, 4. August, von 11 bis 14 Uhr und am Sonntag, 5. August, von 14 bis 17 Uhr.




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