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Nabu baut Nisthilfen ein

Mehr Leben im Artenschutzhaus

MÖLLENBECK/STEMMEN. Am vergangenen Sonntag waren der Nabu Rinteln und der Nabu Lippe im neuen Artenschutzhauses in Stemmen auf der Grenze zu Möllenbeck aktiv. Bei dem Arbeitseinsatz richteten die Ehrenamtlichen Quartiere für Tiere ein. Dabei wurden Baumaterialien wie Steine und Dachziegel so platziert, dass sie Unterschlupf für Kleintiere bieten. Laub, Holz und Stroh wurden als weitere Baumaterialien eingebracht. Abschließend installierten die Nabu-Mitglieder in den Räumen Nisthilfen für Vögel, Hornissen und weiteres Getier.

veröffentlicht am 09.11.2020 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 09.11.2020 um 17:20 Uhr

MÖLLENBECK/STEMMEN. „Wir versuchen hier zu recyceln und mögliche Strukturen zu schaffen, die wild lebenden Tierarten Unterschlupf bieten“, erläutert Projektleiter Christian Höppner.

Für das ehemalige Wohngebäude bestanden nach Jahren des Verfalls die Möglichkeiten Artenschutz oder Abriss. Für eine neue Wohnbebauung kam der Standort allerdings nicht mehr infrage. Daher entschied sich der Eigentümer, hier ein Projekt für den Artenschutz umzusetzen (wir berichteten).

Nun wurden die Räume, quasi bezugsfertig hergerichtet, die „Möbel“, also die Unterschlupfe, sind fertig. „Wir schaffen sozusagen die Starthilfe und unterstützen die Besiedelung des Hauses. Aber die Tiere kommen von ganz alleine“, sagt Dieter Aßbrock vom Nabu Rinteln. Einige Insekten wie Tagpfauenauge haben sich schon zur Winterruhe hier angesiedelt. Außerdem wohnt ein Waldkauz im Gebäude. „Hier entsteht mit einem Artenschutzhaus ein überregional bedeutsames Projekt. Wo gibt es so etwas schon in der Region!?“, fügt Bernd Mühlenmeier vom Nabu Lippe hinzu.

Das Artenschutzhaus ist ein Projekt des Kieswerks H. Pampel der Unternehmensgruppe Reese. Die Planung und Bauausführung wird federführend von der patroVIT Ökologische Betriebsbegleitung ausgeführt. In den letzten Monaten wurde bei einigen Arbeitseinsätzen bereits viel Unrat vom Gelände entsorgt. Anschließend wurde das Haus abgesichert, da sich zuletzt Vandalismusschäden und illegale Müllablagerungen häuften.

Anfang Oktober wurde der Keller zu einem Winterquartier für Fledermäuse und Amphibien umfunktioniert. Geplant ist – nach der jetzigen Einrichtung der oberen Stockwerke – auch eine Bepflanzung der Außenfassade sowie die Anlage einer neuen Obstwiese in direkter Nähe zum Artenschutzhaus. Außerdem sollen Rinder auf dem Areal gehalten werden, die Planer haben also auch Weidetierhaltung im Sinn. Die aktuellen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50 000 Euro.

Interessierte können sich bei Fragen oder zur weiteren Unterstützung der Arbeiten gerne unter (01 51) 40 17 27 30 oder per Mail unter info@patroVIT.de melden. r




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