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SZ/LZ startet Sommerserie über eine dramatische Entwicklung

„Mehr Natur, mehr Vielfalt“: Wo sind die Vorzeigeprojekte?

LANDKREIS. In Deutschland vollzieht sich ein besorgniserregendes Insektensterben, das auch negative Auswirkungen auf die Populationen anderer Tierarten hat. Angesichts dieser Entwicklung besteht dringender Handlungsbedarf, zumal die Insekten auch für das Bestäuben der meisten Pflanzenarten unverzichtbar sind. In unserer neuen Serie „Mehr Natur, mehr Vielfalt“ möchten wir daher über Gartengestaltungen und andere Projekte berichten, die Insekten & Co. mehr Raum zum Leben geben.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 00:00 Uhr

Die Vielfalt der Insektenarten in Deutschland – hier eine Erdhummel – nimmt dramatisch ab. In unserer neuen Sommerserie wollen wir vorbildliche Naturprojekte vorstellen. Foto: Kathy Büscher
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite

LANDKREIS. Die Situation ist besorgniserregend: So informiert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf dessen Homepage, dass sowohl die Gesamtzahl der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland abgenommen hat. Für alle bislang in den Roten Listen erfassten Insektenarten sei der „langfristige Trend“, der die Bestandsentwicklung über die zurückliegenden 50 bis 150 Jahre beschreibe, bei 45 Prozent der Arten „rückläufig“. Zudem verweist das BfN auf eine Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld, laut der die Gesamtbiomasse der Fluginsekten in Deutschland (63 untersuchte Standorte) von 1989 bis 2014 um 76 Prozent zurückgegangen sei.

Ursächlich für diese Entwicklung sind Experten zufolge unter anderem der Verlust an geeigneten Lebensräumen sowie der Einsatz von Insektiziden in der von großflächigen Monokulturen geprägten Landwirtschaft.

Das Schaumburger Land stellt da leider keine Ausnahme dar. Daher besteht auch hier dringender Handlungsbedarf. Zumal da die Insekten für das Funktionieren des gesamten Ökosystems überaus wichtig sind, indem sie Pflanzen bestäuben und etwa zahlreichen auf Insekten spezialisierten Vogelarten als Nahrung dienen. Es geht also letztlich nicht nur um die Bestandssituation der Insekten, sondern um das große Ganze.

„Mehr Natur, mehr Vielfalt“ lautet daher die Devise - und das fängt schon im Hausgarten an: Statt trister Zierrasen kann man eine bunte Wildblumenwiese anlegen, die nicht nur schöner aussieht, sondern auch zahlreichen Insektenarten nutzt. Zudem können Gartenbesitzer Thuja- oder Kirschlorbeer-Hecken sowie andere Ziergehölze durch ökologisch wertvolle heimische Blüten- und Beerensträucher ersetzen. Dazu ein paar Trockenmauern aus Naturstein, die Kleintieren als Versteck dienen, und ein naturnaher Teich für Frösche, Molche und Libellen, schon hat man einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet.

Apropos „Mehr Natur, mehr Vielfalt“: Im Rahmen unserer gleichnamigen neuen Serie möchten wir über Menschen aus dem Schaumburger Land berichten, die ihre Gärten in größerem Stil naturnah umgestaltet haben, um Insekten & Co. mehr Raum zum Leben zu geben. Der gleichen Zielsetzung dienende Projekte von Kommunen und Unternehmen möchten wir ebenfalls vorstellen. Und nicht zuletzt soll auch die Landwirtschaft Gelegenheit bekommen, anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, was diese gegebenenfalls zum Erhalt der Insekten- respektive Artenvielfalt in der Natur beiträgt.

Kontakt zur Redaktion: Wer also entsprechende Gärten oder Projekte vorweisen kann, ist aufgerufen, sich bei der Redaktion dieser Zeitung zu melden. Bitte senden Sie dazu eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an unsere Redaktionsadresse sz@szlz.de. Geben Sie dabei im Betreff den Slogan „Mehr Natur, mehr Vielfalt“ an. Lassen Sie uns in Ihrer Nachricht außerdem bitte nähere Informationen zukommen, warum wir gerade über Ihren Garten beziehungsweise Ihr Projekt berichten sollten. Unter allen Einsendungen werden wir die aus unserer Sicht interessantesten Beispiele auswählen und in dieser Zeitung vorstellen. Wir sind gespannt!




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