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Neue Messe-Händler in der Mühlenstraße erzählen von sich und ihrem Messetag

Messe-Händler haben mit dem Wetter zu kämpfen

RINTELN. Für Klaus Bredenbeck und seinen Sockenstand in der Mühlenstraße ist die Eiseskälte des Messe-Wetters kaum ein Problem. Andere Händler aber hatten vor allem am Samstag wirklich zu klagen. „Ich bin total heiser“, sagt Wurstwaren-“Marktschreier“ Uwe Matysek. „Aber eigentlich habe ich nur ins Nichts geschrien.“

veröffentlicht am 05.05.2019 um 18:17 Uhr

Panoramablick inklusive: Der fliegende Teppich „1001Nacht“ bringt seine Fahrgäste in 27 Meter Höhe. Foto: tol
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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Tanja Harder und Stefan Siekmann stehen auch ziemlich verfroren an ihrem Stand. Sie bieten Nahrungsmittelergänzungen an, in erster Linie Zinzino-“Balance-Öle“ zur Einstellung des Omega-Fettsäurehaushalts im Körper. Das kleine Team ist zum ersten Mal auf der Rintelner Messe vertreten. „Wir wollen hier austesten, ob man unsere Öle auch außerhalb von reinen Gesundheitsmessen anbieten kann“, erklärt Siekmann. Bisher ist in dieser Hinsicht noch nicht viel passiert.

Dafür waren sie schon Kunden der „Mobilen Computerstickerei“ von Doris Agel und ihrem Mann Bertram. Gerade haben sie sich alle ein Cap gekauft und mit ihrem Firmennamen besticken lassen. Gerade mal zwölf Euro kosten Cap und Stickerei, die eine computergesteuerte Stickmaschine ausführt.

Doris Agel stammt aus einer alten Gießener Schaustellerfamilie und konnte ihren Mann davon überzeugen, mit ins Geschäft einzusteigen. Er war es, der vor fünfzehn Jahren dafür plädierte, nicht mehr Kinderkarussels betreiben wollte, sondern auf die Computerstickerei mit ihren plastischen, unverwüstlichen Motiven umzustieg.

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Klaus Bredenbeck verkauft an seinem stand Socken. Foto: cok

An ihrem Stand kann man Handtücher, Bademäntel oder Caps besticken lassen, wobei Bertram Agel als kreativer Kopf die gewünschten Motive entwickelt. „Früher haben wir noch mit Lochkarten programmiert“, erzählt Doris Agel. „Da stand der ganze Wagen voller schwerer Kartons.“

Klaus Brendenbeck gehört ebenfalls zu den Neulingen am Standort Mühlenstraße. Was seinen Socken- und Strümpfeverkauf auszeichnet, ist nicht nur die Vielfalt der Ware, sondern vor allem, dass er erfahrene Beratung rund um die Bestrumpfung von „Problemfüßen“ zu bieten hat. „Es gibt ja kaum noch Fachgeschäfte dieser Art“, sagt er. „Das ist eine echte Marktlücke.“

Er hat Socken mit unterschiedlichen Gummistärken und solche, die ganz ohne Gummi auskommen. Diabetiker oder auch Menschen mit geschwollenen „Elefantenfüßen“ können beim ihm fündig werden. Auch für gesunde Füße hat er was zu bieten, zum Beispiel die Socken aus Bambus-Zellfaser. „Da merkt man nach wenigen Minuten gar nicht mehr, dass man nicht barfuß ist“, sagt er.

Wurstwaren-Verkäufer Uwe Matysek hält tapfer durch in seinem Wagen. Zuerst erschien es ihm reizvoll, in der Mühlenstraße zu stehen und dazu beizutragen, die Händlermeile aufzuwerten. Seine Ware sieht verlockend aus, die Würste und Schinken kann er sehr günstig anbieten, da er damit zugleich Werbung für die Herstellerfirmen macht. „Die Mailänder Edel“-Salami“ und andere Würste sind nach Rezepten der eigenen Familie hergestellt. Verkauft hat er trotzdem nicht viel.

„Die Marktschreierei - die ist doch unser Markenzeichen - aber dazu müssten mehr Besucher vorbeikommen.“ Er habe zu kämpfen, wirklich zu kämpfen, und hoffe nun auf den Messe-Familientag, wo er die „große Tüte“ mit dreieinhalb Kilo Wurst und Schinken für 25 Euro losschlagen will.

Der traditionelle-Familienmontag der Messe startet ab 14 Uhr und lockt mit stark vergünstigten Karusellfahrten.




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