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100 Pfadfinder aus Holland und Belgien zwei Tage auf Extremwanderung im Wesergebirge

Mit müden Beinen Endspurt zur Turnhalle

Todenmann. Mit müden Beinen, durchgefroren und in nassen Schuhen erreichen Vincent Luiten und Laurens Hafeman nach zwei Tagen die Ecke Bleekebrink/Tüxenweg am Waldrand von Todenmann. Das Ziel der Extremwanderung ist schon nahe, die heiße Dusche in Aussicht. Doch da heißt es: Sprintwertung über 300 Meter, noch mal alle Kräfte mobilisieren. Sieben Kilo wiegt ihr Rucksack mit Schlafsack und Rollmatratze. Noch einmal also los, – und wenigstens bergab. Als sie zwei Minuten später das Ziel erreichen, seufzen sie müde: „Ein tolles Wochenende.“

veröffentlicht am 01.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:42 Uhr

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Toll, aber anstrengend, so lieben des die Pfadfinder bei ihrer „Organisatie Pooltocht“. „Immer in Deutschland, mal im Sauerland, mal woanders, vor wenigen Jahren schon mal in Luhden, jetzt in Todenmann und Luhden“, rechnet Kim Vlaardingerbroek-Frons vor. Die Webdesignerin aus der Region Twente (Enschede, Hengelo) in Holland hat die organisatorischen Fäden in der Hand, Hauptquartier ist die Turnhalle inn Todenmann. Am Freitag reisten alle an, gestern Abend alle wieder ab. „Tolle Gastfreundschaft hier“, lacht Kim. „Wenn es geht, kommen wir gern mal wieder.“

Die Niederlande haben bekanntlich keine Berge, das Wesergebirge ist schon wie die kleinen Alpen. Bergwanderschuhe, wasserdichte Anoraks, Rucksack, Karte und Stempelpässe, so geht es am Samstag los. Im Gebirge sind verschiedene Stationen anzulaufen, wo es Bonuspunkte für Kilometer und Zeit gibt. Matschige Wege, schon mal kleinere Verirrungen, es ist nicht leicht. Doch abends haben bis auf drei Aufgeber alle Luhden erreicht. Vor der Sporthalle gibt es Kohleintopf mit Speck und Rauchwurst, dann schlafen in der Halle. „Und wer die Matratze wegen Gewichtseinsparung im Auto gelassen hatte, musste mit dem Boden vorlieb nehmen“, erzählen einige Teilnehmer.

Am nächsten Morgen beginnt die zweite Etappe zurück nach Todenmann. Wanderer stutzen, Frauen mit Gassi-Hündchen erschrecken, denn: Männer und Frauen (etwa 20 Prozent) kommen ihnen auf den Wegen entgegen, abgekämpft, schmutzig und auch noch Holländisch redend. Kaum jemand von den Einheimischen weiß, was das zu bedeuten hat. Aber die Teilnehmer, und sie haben nach 50 bis 60 Kilometern ein Ziel: einen der begehrten Pokale gewinnen. Und heiß duschen.

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„Etwa 15 haben am zweiten Tag aufgegeben: Blasen an den Füßen, Kniebeschwerden oder einfach zu kaputt“, erzählt Kim. Aber allen hat es Spaß gemacht. Siegerehrung in der Halle, dann haben sie es alle eilig. Zwei bis drei Stunden Autofahrt sind es noch bis daheim im Flachland.

Endlich am Ziel: Vor der Turnhalle in Todenmann gibt es die letzte Zeiteintragung und muss die Wanderkarte zurückgegeben werden.

Durch schweres Geläuf: Dreckige Schuhe sind nur eine der Folgen der Extremwanderung. Muskelkater, Kniebeschwerden, Blasen an den Füßen kommen bei einigen hinzu.




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