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Auch Schleiereulen brauchen Freunde

Nabu vergibt Auszeichnung „Hier sind Eulen willkommen!“

RINTELN. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich der Nabu Rinteln für die Schleiereule, ein typischer Kulturfolger im Weserbergland, der jedoch in den letzten Jahren rar geworden ist. Nun suchen die Naturschützer weitere Schleiereulenfreunde. Die können ihr Haus künftig mit einer Plakette zieren.

veröffentlicht am 02.01.2019 um 14:49 Uhr
aktualisiert am 02.01.2019 um 18:00 Uhr

Der Vorsitzende des Nabu Rinteln, Dr. Nick Büscher, präsentiert die neue Plakette „Hier sind Eulen willkommen!“ für Freunde der Schleiereulen. Foto: pr.

RINTELN. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich die Rintelner Ortsgruppe im Naturschutzbund (Nabu) für die Schleiereule. Bei diesem Vogel handelt es sich um einen typischen Kulturfolger im Weserbergland, der jedoch in den vergangenen Jahren rar geworden ist. „Seit 15 Jahren betreue ich das Schleiereulenprojekt, wobei insgesamt rund 50 Nisthilfen in und um Rinteln installiert worden sind“, sagt Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln.

Begonnen hatte das Engagement mit dem Bau von Nisthilfen, die meist auf Bauernhöfen, aber auch auf den Dachböden von Einfamilienhäusern installiert worden sind. „Mit den Anstrengungen in den 1980er- und 1990er-Jahren hat man es geschafft, dem Wohnungsmangel der Schleiereulen entgegenzuwirken“, so Büscher weiter. Da immer mehr Gehöfte und Häuser verschlossen worden waren, fehlten der Schleiereule der Brutplatz und im Winter die Möglichkeit, auf den Dachböden insbesondere landwirtschaftlicher Anwesen Mäuse zu jagen.

Umso wichtiger ist es gewesen, dass viele Naturfreunde den Schleiereulen einen Brutplatz angeboten haben und dies auch nach wie vor tun. „Dieses Engagement möchte der Nabu nun mit einer neu gestalteten Plakette ‚Hier sind Eulen willkommen!‘ auszeichnen“, wie Büscher erläutert. Und ganz unbeteiligt war Büscher an der neu gestalteten Plakette nicht, wie er verrät: Als stellvertretender Sprecher der Bundesarbeitsgruppe Eulenschutz im Nabu hat er an der Gestaltung mitgewirkt: „Uns ist es ein Anliegen, die Unterstützung unserer heimischen Eulen öffentlich zu würdigen.“

Schleiereule im Anflug. Foto: pr.

Umso wichtiger scheint es derzeit zu sein, etwas für die Schleiereulen zu tun, da die Brutzahlen in Rinteln und Umgebung auf einem geringen Niveau stagnieren. „Ganz erklären können wir uns diese Entwicklung nicht. Sicherlich hat in diesem Jahr die geringe Mäusepopulation dazu beigetragen, aber den Schleiereulen fehlen auch mehr und mehr die Jagdmöglichkeiten“, erklärt Büscher. Gemeint ist der fortschreitende Verlust von Grünland, das im Sommer den Eulen das Jagen von Mäusen ermöglicht. Wenn nun weitere Faktoren wie fortschreitender Brutplatzverlust und harte Winter mit durchgängiger Schneedecke dazukommen, dann wird es für die Schleiereulen in der Region ziemlich eng.

Wer den Schleiereulen unter die Flügel greifen möchte oder dies bereits tut und einen Brutplatz anbietet, soll nun vom Nabu ausgezeichnet werden. „Wir freuen uns, wenn sich aktuelle oder zukünftige Schleiereulenfreunde beim Nabu melden – auch, um zu wissen, wo uns nicht bekannte Nisthilfen aufgehängt worden sind“, so Büscher.

Auch würde man sich freuen, wenn es weitere Aktive im Schleiereulenschutz geben würde, die die Nisthilfen im Sommer mitkontrollieren und im Winter mitreinigen. „Wir freuen uns über Unterstützung und Rückmeldungen“, so Büscher abschließend.

Interessenten für die Eulenplakette und die Mitarbeit im Schleiereulenschutz können sich beim Nabu über die Regionalgeschäftsstelle Weserbergland unter Telefon (0 57 51) 52 37 sowie per E-Mail an kontakt@nabu-rinteln.de melden.r




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