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Vorschlag von Heinrich Sasse (WGS)

Nach Eklat im Rat: Kompromiss für Brückentorkomplex?

RINTELN. Neuer Kompromiss für den Brückentorkomplex? Ausgerechnet Heinrich Sasse (WGS), der mit zwei weiteren WGS-Mitgliedern den heftig umstrittenen Antrag zum Komplex gestellt hatte, lässt nun mit einem neuen Vorschlag aufhorchen. Geprüft werden soll, ob ein Investor bereit sei, das Gesamtobjekt zu kaufen, zu sanieren und einen neuen Saal am gleichen Standort zu bauen.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 07:00 Uhr

Geprüft werden soll, ob ein Investor bereit ist, den gesamten Brückentorkomplex zu kaufen, zu sanieren und einen neuen Saal am gleichen Standort zu bauen. Foto: Archiv
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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RINTELN. Das Porzellan ist bereits zerschlagen – aber aus den Trümmern der jüngsten Ratssitzung könnte nun doch ein Kompromiss hervorsteigen. Ausgerechnet Heinrich Sasse (WGS), der gemeinsam mit zwei weiteren WGS-Mitgliedern den entscheidenden Antrag zum Brückentorkomplex gestellt hatte, der auch zum Bruch der Mehrheitsgruppe führte, lässt nun mit einem neuen Vorschlag aufhorchen. Diesen hat er bereits den Fraktionsvorsitzenden der anderen Parteien kurz vorgestellt.

Er will, dass der Bürgermeister im Rahmen der nun beauftragten Verhandlungen insbesondere prüfen soll, ob ein Investor bereit sei, das Gesamtobjekt zu kaufen, zu sanieren und der Stadt einen neuen Stadtsaal am gleichen Standort zu bauen. Dieser könne dann vom Investor gemietet werden – verkaufen und zurückmieten also.

Das wäre exakt der Vorschlag, der bereits vor einem Jahr am Tisch lag. Investor Norbert Dittel hatte damals angeboten, den gesamten Komplex zu kaufen, zusätzliche Gewerbeflächen und Wohnungen zu bauen, sowie der Stadt einen neuen Saal im ersten Obergeschoss zu bauen und zu vermieten. Dittel war nach umfangreichen Vorplanungen schließlich abgesprungen, unter anderem da sich „bestimmte Ortspolitiker öffentlich derart echauffieren“.

Die Konditionen, die Dittel damals vorgelegt hatte (wir berichteten), hält Sasse weiterhin für zu schlecht. Er hätte sich aber vorstellen können, dass der Investor aus Bremen ohne das Störfeuer auch weiter mit sich hätte handeln lassen.

Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) kann einer Miete des Saales – bei guten Konditionen – ebenfalls etwas abgewinnen. Es ärgert sie aber ungemein, dass man nun nach fast einem Jahr wilder Diskussionen genau so weit sei wie zu Anfang. Nur in einer schlechteren Verhandlungsposition, weil die Brandschutzmängel im Brückentorsaal die Stadt nun massiv unter Zugzwang setze. „Ich finde es echt bedauerlich, dass sich diese ganzen Alphatiere in die Wolle kriegen und vergessen, worum es da eigentlich geht.“ Für sie ist klar: „Dieses Desaster hat drei Namen: Neuhäuser, Steding und Rauch.“

Bürgermeister Thomas Priemer steht der Möglichkeit, den Saal zu mieten, nicht gänzlich ablehnend gegenüber. Natürlich werde er in Gesprächen auch darüber verhandeln. Er präferiere aber eindeutig eine Stadthalle im Eigentum. „Auch im Sinne der Generationengerechtigkeit möchte ich für die Nachwelt etwas erschaffen.“

Beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Veit Rauch traf der Vorschlag von Sasse auf Wohlwollen. Ob jedoch seine gesamte Fraktion nach den Querelen – insbesondere mit Sasse – dem Vorschlag aufgeschlossen gegenübersteht, ist derzeit fraglich.

WGS-Fraktionschef Gert Armin Neuhäuser – erklärter Gegner eines Stadthallen-Neubaus – erklärt auf Anfrage, ihm habe Sasse den Vorschlag nicht präsentiert, er habe nur von Dritten davon gehört. Er halte den Vorschlag nicht für sonderlich realistisch und werde sich zunächst nur mit ganzer Kraft gegen einen Neubau einsetzen, „um Schaden von der Stadt abzuwenden“.

Ein Hinweis am Rande: Vielleicht ist Investor Dittel gar nicht so sehr ausgestiegen, wie es den Anschein machte. Sein Architekt Wolfgang Hein befand sich jedenfalls unter den Zuhörern der Ratssitzung. Vielleicht, um zu sehen, ob die Stimmung noch immer so vergiftet ist?




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