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Neues Mähkonzept

Neuer Friedhof Exten: Hier soll es wieder blühen und summen

EXTEN. Mehrere Tausend Quadratmeter ist er groß, der sogenannte neue Friedhof in Exten an der Meierstraße. Der große Teil davon liegt bislang brach und ist Rasenfläche, die gemäht werden muss. Doch hier soll jetzt viel Platz für Artenvielfalt entstehen für Pflanzen, Insekten und Vögel. So sieht das neue Mähkonzept aus:

veröffentlicht am 26.05.2021 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 26.05.2021 um 18:30 Uhr

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Redakteurin / Online zur Autorenseite

EXTEN. Mehrere Tausend Quadratmeter ist er groß, der sogenannte neue Friedhof in Exten, der dem alten an der Meierstraße schräg gegenüberliegt. Bislang lag die Grasfläche so gut wie brach; einige Rasengräber sowie die Gräber muslimischer Menschen liegen hier.

Doch jetzt soll sich auf dem bislang ungenutzten Teil des neuen Friedhofs etwas tun: Die Grünfläche ist ab jetzt Teil des Rintelner Programms für mehr Natur und Artenvielfalt, „Hier blüht euch was“.

„Das ist eine riesige Fläche, die bislang völlig ungenutzt ist“, erklärt Rintelns Bauhof-Chef Klaus-Ulrich Hartmann. Er sei deshalb auf Maria Rollinger vom Rintener Naturschutzbund (Nabu) zugekommen, die „Hier blüht euch was“ verantwortet. Ob man nicht die großen Flächen auf dem neuen Friedhof ebenfalls in das Programm mit aufnehmen könnte?

„Mir ist das Herz aufgegangen“, erzählt Rollinger beim Pressetermin am Mittwochvormittag strahlend, denn es sei ein wichtiges Zeichen, dass die Initiative nicht nur vom Naturschutz ausgehe, sondern auch von den Menschen, die direkt vor Ort arbeiten, in diesem Fall vom Bauhof.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs setzen sich in regelmäßigen Treffen zusammen, um über ein ökologischeres Arbeiten zu sprechen, jetzt, da Rinteln auch ein „ökologisches Mähkonzept“ hat (wir berichteten).

Der neue Friedhof in Exten gehört nun also auch dazu. Bedeutet: Gemäht wird hier seltener als sonst, zweimal im Jahr anstatt fünf- bis sechsmal im Jahr. In der Mitte der beiden Rasenflächen werden dadurch künftig Wildblumen, Wildkräuter und Gräser stehen gelassen, um heimischen Pflanzen, Insekten und Vögeln mehr Lebensraum und Nahrungsquellen zu geben.

„Wir in Exten sehen uns als Vorreiter für den ökologischen Grundgedanken“, sagt Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff. Hier nahm das Programm „Hier blüht euch was“ seinen Anfang. So entstanden am Sportplatz eine große Blumenwiese und ein breiter Blühstreifen an der Meierstraße. Mit Erfolg, wie Kirchhoff zu berichten weiß: Auf der Wiese am Sportplatz würden bereits Bodenbrüter ihren Nachwuchs ausbrüten. Um sie zu schützen, wendet sich Kirchhoff mit einer Bitte an alle Hundehalter: Sie möchten ihre Haustiere hier bitte an der Leine halten, um die Vögel nicht zu verscheuchen und die Gelege zu schützen.

Ansonsten freut sich auch Kirchhoff über die neue Artenvielfalt auf dem neuen Friedhof. „Zu 95 Prozent“ würde es bereits positive Rückmeldungen zu den Blühprojekten im Ort geben, erzählt Kirchhoff. Die Pflege des Friedhofs sei natürlich ein „sensibles Thema“, so der Ortsbürgermeister: „Wir als Ortsrat nehmen das ernst.“ Der Ortsrat halte engen Kontakt zu Nabu und Bauhof, um sich immer wieder abstimmen zu können.

Bei dem neuen Mähkonzept handelt es sich erst einmal um einen „Versuch“, erläutert Hartmann. Eventuell sollen die Blühflächen später noch mit heimischen Saaten angereichert werden, um mehr Artenvielfalt zu garantieren.

Auch Pastorin Elisabeth Schacht-Wiemer der ev.-luth. Kirchengemeinde Exten-Hohenrode unterstütze das Projekt, erzählt Maria Rollinger. An der Kirche sei erst im vergangenen Jahr eine Blühwiese entstanden, auf der viele Margeriten blühten.




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