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Schöttelndreier vor dem Verein der Krankenhausförderer: Rettungswache bleibt in Rinteln

„Noch existiert das Rintelner Krankenhaus!“

Rinteln (pk). „Noch existiert das Rintelner Krankenhaus!“ Mit diesen Worten eröffnete Dieter Hanke, der Vorsitzende des Vereins Freunde und Förderer des Kreiskrankenhauses Rinteln, seinen Appell für das Rintelner Krankenhaus und damit die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag von Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier zur „Zukunft der Krankenhäuser in Schaumburg“, der von den anwesenden Mitgliedern weitestgehend wohlwollend angenommen wurde.

veröffentlicht am 10.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 20:21 Uhr

„Wichtig ist jetzt“, betonte zunächst Hanke, „das Krankenhaus bis 2013 weiter zu unterstützen. Deshalb appelliere ich an die Einwohner Rintelns und Umgebung, bei Bedarf die Leistungen dieses Krankenhauses in Anspruch zu nehmen!“ Das Krankenhaus sei voll leistungsfähig, habe ein hohes technisches Niveau und die persönliche Betreuung stehe im Vordergrund. „Die OP-Abteilung“, hob Hanke hervor, „könnte sogar noch mehr machen!“ Gemeint sind vor allem mehr Hüftgelenks-, Schilddrüsen- und Knieoperationen.

Dazu passte, dass Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der sich dem Aufruf Hankes anschloss, detailliert schilderte wie widersinnig sich die Finanzierung der Krankenhäuser mitunter gestalte: Um mehr Zuschüsse zu erhalten, müssten zum Beispiel mindestens 50 Knieoperationen durchgeführt werden. Liege die Zahl aber nur bei 48, würde der Zuschuss ausbleiben.

Der Gedanke dahinter laute: Mehr Quantität ist gleich mehr Qualität. Da sich aus Gründen wie diesen die Krankenhäuser nicht mehr finanzieren ließen, seien sie letztendlich zu einer Zusammenlegung gezwungen.

In der anschließenden Diskussion wies Pflegedienstleiterin Christine Deppmeyer im Hinblick auf geplante Einsparungen darauf hin, dass Krankenschwestern oftmals überqualifiziert seien: „Für die Medikamentenvergabe oder die Hilfe beim Essen braucht man keine Krankenschwester. Das kann auch eine Arzthelferin leisten, die nicht so teuer ist wie eine Schwester.“

Unterschriften bringen wenig

Wolfgang Foerstner wandte ein, „dass solche Einsparpotentiale aber doch gering“ seien. Günther Maack (CDU) stellte die Frage, was bei einem Zentralklinikum denn aus der Rintelner Rettungswache und dem Notarzt werden würde. Die Rettungswache, so Schöttelndreier, würde in der Weserstadt bleiben, unklar sei noch, wie mit dem Notarzt verfahren werde. Sicher sei aber, dass er, wie gehabt, nicht länger als 15 Minuten brauchen darf, um an sein Ziel zu gelangen. Auf die Frage von Wolfgang Foerstner nach möglichen Risiken eines Zentralklinikums antwortete Schöttelndreier: „Das Risiko liegt in den kommenden fünf Jahren.“ Ziel müsse sein, die Übergangszeit zu meistern, „um nicht wie in Minden gleich mit roten Zahlen zu starten“.

Dr. Ulrich Brill, Klinikarzt in Hessisch Oldendorf, wollte wissen, ob eine mögliche Neurologische Abteilung auch eine forensische Psychiatrie beinhalten könnte.

Der Landrat erklärte, dass dazu keine Entscheidung vorliege. Christine Deppmeier griff noch einmal den Appell von Hanke auf: „Die Patienten suchen immer weniger in Krankenhäusern Hilfe. Da bringt es auch nichts, wenn später mehrere tausend Unterschriften gegen eine Schließung gesammelt werden!“ Voller Lob für das Krankenhaus Rinteln war Hartmut Kohlwey aus Porta Westfalica.

Abschließend wurden Dieter Hanke, Geschäftsführer Dr. Horst-Helmut Krause und Schatzmeister Torsten Clausing im Amt bestätigt. Der Beirat wurde um Ulrich Neumann und Dr. Krause ergänzt.




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