weather-image
Gespräch mit Bauhofchef: Mit Klimawandel kommen neue Herausforderungen

Noch so mancher toter Baum

RINTELN. Wie haben die städtischen Grünanlagen eigentlich den heißen und trockenen Sommer überstanden? Die Bilanz am Ende des Jahres fällt im Baubetriebshof der Stadt Rinteln ambivalent aus. „Das kommt darauf an“, erläutert Baubetriebshofchef Klaus-Ulrich Hartmann im Gespräch mit dieser Zeitung: Flachwurzler wie Birken seien eher schlecht damit zurechtgekommen, ebenso viele Bodendecker: „Da konnte man gar nicht genug gießen.“

veröffentlicht am 06.01.2019 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 06.01.2019 um 17:00 Uhr

Einige der Pappeln an der Exter in Exten haben bereits gefährliche Schräglage. Foto: tol
Avatar2

Autor

Hans Weimann Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hartmann geht davon aus, dass seine Mitarbeiter im Frühjahr noch so manchen toten Baum vorfinden werden, vor allem bei den zwei- bis vierjährigen Pflanzen, wo sich mögliche Trockenschäden erst im Laufe der nächsten Wochen zeigen werden.

Hartmann sagt, dass gerade Bäume in der Stadt, eingezwängt in kleine Pflanzbeete, rechts der Bürgersteig, links die Straße, schon von Haus aus stressfest sein müssten. Doch jetzt komme zu den alltäglichen Umweltbelastungen der Klimawandel obendrauf dazu. Das bedeute, so Hartmann: mehr heiße und trockene Monate. Mit der Folge, dass man langfristig andere Baumsorten in der Stadt pflanzen werde. Statt Kastanie, Esche und Ahorn künftig Silberlinde (aus Ungarn), Hainbuche und bestimmte Eichensorten, die Hitzeperioden überstehen.

Und es werde neue Herausforderungen für die Stadtgärtner bei der Baumpflege geben. Denn durch die Klimaveränderungen und die Globalisierung wanderten neue Baumpilzarten und Schädlinge ein: „Die kommen beispielsweise als blinde Passagiere in Holzpaletten aus Übersee.“ Schädlinge, gegen die Bäume hier noch keine Abwehrstrategien entwickeln konnten.

Was im neuen Jahr ansteht: Beim Zuckerahorn im Schlingpark müssten die Kronen entlastet werden, empfiehlt Hartmann, und die Pappeln in Exten an der Exter seien nicht im besten Zustand. Einige Bäume befinden sich dort in bedenklicher Schräglage. Das könne eventuell zum Sicherheitsproblem für Autofahrer wie Schulkinder werden. Weil sich der Ortsrat in die Diskussion eingeschaltet hat, wollte Hartmann dazu eigentlich keinen Kommentar mehr abgeben, erklärte als Fachmann aber immerhin so viel: Der bessere Baum an Bachböschungen für eine Ufersicherung sei die Erle, schon deshalb, weil sie die Böschung sichert und mit ihren Wurzeln stabilisiert: „Das hat die Natur selbst erfunden.“

Glyphosat übrigens, wie jüngst wieder im Gespräch, sei für städtische Anlagen seit Jahren kein Thema mehr. Der Krautkocher habe sich für Gossen und Fugen gut bewährt. Den Effekt sehe man allerdings erst langfristig.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare