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Parkplatz bestellt – Wohngebiet geliefert

Ortsrat enttäuscht vom Parkplatzkonzept für die Behrenstraße

EXTEN. Baudezernent Stefan Eggert-Edeler und die Diplomingenieurin Christiane Paulmann vom ILB-Planungsbüro haben am Dienstagabend dem Ortsrat Exten vorgestellt, wie sich die Stadtverwaltung die Gestaltung der neu erworbenen Flächen hinter der Behrenstraße und der Regetestraße vorstellt.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 06.02.2019 um 18:40 Uhr

Auf Abhilfe bei der angespannten Parkplatzlage vor der Grundschule hatte die Schulleitung gehofft – vergeblich? Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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Der Bebauungsplan fiel beim Ortsrat und den zahlreichen Zuhörern krachend durch, denn geliefert hat die Verwaltung statt des bestellten Parkplatzes für Mitarbeiterinnen der Kita und der Schule sowie für „Elterntaxis“ ein Wohngebiet, so deren einhellige Meinung.

Nach Vorstellung der Verwaltung sollen auf den Grundstücken sechs Häuser entstehen. Am Rand „klebt“ ein Mini-Parkplatz mit 22 Stellflächen und einem Stichweg zu Grundschule und Kita. „Viel zu wenige Parkplätze“, lautete der Tenor unter den Ortsratsmitgliedern und den anwesenden Bürgern.

Joachim von Meien machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Jeden Tag herrsche zu Schulbeginn und Schulschluss Parkchaos auf dem Anger, an der Regetestraße und der Straße Vor den Höfen. Deshalb sei ihm eine Schulwegsicherung für Schule und Kita und deren Bestand wichtiger als eine Wohnbebauung an dieser Stelle.

Der Gehweg vom neuen Parkplatzgelände zur Grundschule befindet sich im Bau. Foto: tol

Jens Maack assistierte: „Wir haben nicht 25 Jahre lang für eine Schulwegsicherung gekämpft, um am Ende ein paar Häuser zu bauen.“ Benjamin Bünte forderte einen runden Tisch mit allen Betroffenen, um den „konkreten Bedarf“ an Parkfläche zu ermitteln. Das sei offensichtlich bisher nicht geschehen. Die Stadtverwaltung musste dann auch bei der konkreten Frage passen, wie viele Mitarbeiter, die einen Parkplatz brauchen, Schule und Kita zusammen denn hätten. Zumindest für die Grundschule klärte Schulleiterin Barbara Hoth nach der offiziellen Sitzung auf: 21 Kolleginnen. Dazu kämen pädagogische Mitarbeiter und weitere Schulbegleiter. Ihr Urteil: Die im Bebauungsplan eingezeichnete Parkfläche reiche nicht aus: „Ich finde das Konzept wenig durchdacht.“

Auch junge Mütter unter den Zuhörern zeigten sich enttäuscht vom Konzept der Verwaltung. Weiterer Kritikpunkt war, dass die sechs Wohnhäuser über einen Stichweg über den Parkplatz erschlossen werden, was zusätzlichen Verkehr bedeute.

Bodo Budde, Ortsbürgermeister im Taubenberg, und Achim Heger, Ortsbürgermeister von Hohenrode-Strücken, die beide die Sitzung verfolgten, gaben ebenfalls zu bedenken, dass der Verwaltungsvorschlag keine Lösung der Verkehrsprobleme sei. Aus beiden Ortsteilen fahren Eltern ihre Kinder zur Kita und zur Schule. Manfred Requadt schlug vor, größer zu planen und erneut Verhandlungen mit dem Eigentümer der ehemaligen Grußkartenfabrik zu führen, denn die Situation habe sich grundlegend geändert. Die Fabrik sei geschlossen, die Produktion verlagert. Immobilie und Grundstück stünden im Internet zum Verkauf – ideal für eine Erweiterung von Schule und Kita.

Der Ortsrat war sich am Ende einig: Die Verwaltung müsse nachbessern. Das Argument, der Bebauungsplan stehe am 13. Februar auf der Tagesordnung der Sitzung des Bauausschusses, hielt man nicht für stichhaltig: „Wir haben 20 Jahre gewartet, jetzt kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an.“




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