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Heimische Abgeordnete nicht im Thema

Pflegekammer bei Rintelner Pflegekräften weiter ìn der Kritik

RINTELN. Die Kritik an der Pflegekammer reißt auch in Rinteln bei Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich nicht ab. In Leserbriefen, Anrufen und E-Mails machen Pflegekräfte weiter ihrem Ärger Luft.

veröffentlicht am 08.01.2019 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 16:50 Uhr

Die Kritik an der Pflegekammer reißt auch in Rinteln bei Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich nicht ab. Foto: pr.
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Hans Weimann Reporter
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.RINTELN. Die Kritik an der Pflegekammer reißt auch in Rinteln bei Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich nicht ab. In Leserbriefen, Anrufen und E-Mails machen Pflegekräfte ihrem Ärger weiter Luft. Längst geht es nicht mehr allein um die 70 000 Euro, die von der Kammer als Jahreseinkommen bei Pflegekräften unterstellt worden sind.

Die Kritik richtet sich inzwischen auch gegen die nach Meinung von Pflegekräften ignoranten heimischen Landtagsabgeordneten sowie gegen das Prozedere bei der Gründung der Kammer.

Zwei Beispiele: Gabriele Edling erinnert daran, dass bereits im Jahr 2016 Beschäftigte der damaligen Kreiskrankenhäuser mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker über das Thema Pflegekammer sprechen wollten. Becker habe damals weder auf eine E-Mail noch eine telefonische Anfrage einen Termin für ein Gespräch angeboten.

Ebenso enttäuscht habe damals Anja Piel von der Grünen-Fraktion. Bei einem Treffen in Stadthagen mit Vertretern der Burghofklinik, der damaligen Kreiskrankenhäuser sowie des Bückeburger Krankenhauses habe sich gezeigt, dass die Landtagsabgeordnete nicht wirklich im Thema war.

Bei einem Treffen mit der damaligen Ministerin für Gesundheit und Soziales, Cornelia Rundt, habe man das Gefühl gehabt, der Gesetzentwurf für die Pflegekammer liege längst fertig in der Schublade. Denn die Ministerin sei nicht im Geringsten auf die Argumente des Pflegepersonals eingegangen.

Auch Tatjana Thon und Florian Schlie halten nicht nur die Beiträge für die Pflegekammer für ärgerlich, sondern sie sind auch von anderen Punkten schockiert: von der erzwungenen Herausgabe der Mitarbeiterdaten bei den Arbeitgebern und der erzwungenen Mitgliedschaft. Beide verweisen darauf, dass andere Kammern soziale Leistungen wie Altersvorsorge und Rehabilitationsmaßnahmen erbringen, diese Kammer nicht.

Eine weitere grundsätzliche Kritik richtet sich an die Ausrichtung der Kammer. Es sei nicht etwa das erklärte Ziel der Kammer, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern, die Kammer sei vielmehr als Kontrollorgan angelegt. Die Kammer agiere wie eine Behörde, wie ein Verwaltungsapparat ohne wirkliche Befugnisse. Der Pflegenotstand gehe die gesamte in Deutschland lebende Bevölkerung etwas an, und es sei ein Unding, dass ausgerechnet die Pflegefachkräfte dafür über die Pflegekammer zur Kasse gebeten werden.




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