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Die Biologie der Hummeln: Insektenexperte Volker Mauss begeistert mit anschaulichem Wissen

Pummeliger Liebling

RINTELN. Einen Vortrag über die Biologie der Hummeln hat jetzt der Insektenexperte Volker Mauss im Museum gehalten. Fortgeführt wird die Vortragsreihe am Freitag, 14. Dezember, um 19 Uhr, dann spricht Nabu-Experte Oliver Nacke über das Phänomen des Insektensterbens.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 18:20 Uhr

Steinhummel bei der Arbeit. Foto: K. Büscher

RINTELN. Kein Platz blieb unbesetzt an diesem Abend im Vortragsraum des Museums Eulenburg. Vor mehr als 40 Naturfreundinnen und -freunden konnte der ausgewiesene und deutschlandweit bekannte Hummelexperte Volker Mauss, der eigens dafür aus Baden-Württemberg angereist war, mit faszinierenden Einblicken und profundem Wissen zur Stechimme der Gattung Bombus brillieren.

Der Vortrag, zu dem der Naturschutzbund Rinteln (Nabu) und das Universitäts- und Stadtmuseum – ergänzend zur Sonderausstellung „Kleine Giganten – Insekten, Spinnen & Co.“ – eingeladen hatten, zeichnete sich durch eine hohe Anschaulichkeit aus, „die durch den Lebenszyklus der Hummel“, wie Mauss betonte, eine Sympathieträgerart par excellence, führte.

Die Hummel begeistere die Menschen nicht nur, weil sie mit ihrem pummelig-behäbigen Aussehen ein Kindchenschema erfülle, sondern auch mit beeindruckenden Leistungen, so Mauss: „Die Hummelkönigin muss im Frühjahr, wenn sie sich im März aus der Ruhephase begibt, ganz allein damit beginnen, ihr Volk aufzubauen und ein Brutnest anzulegen, um den Grundstein für ein Hummelvolk zu legen, das zwischen 50 und 1000 Tieren groß werden kann.“ Anders als die Honigbiene gehörten Hummeln zu den sogenannten Generalisten, die in Anbetracht der kleinen Volkgröße eine größere Bestäubungsleistung erbrächten und auch dazu beitrügen, dass Blumen wie der Blaue Eisenhut bestäubt werden könnten.

Auch die Leistungen der Männchen des Hummelvolkes könnten sich laut Mauss sehen lassen: „Um die Prinzessinnen eines Hummelvolks begatten zu können, machen sich tagtäglich die männlichen Hummeln auf festgelegten Routen auf den Weg, um bis zu 17 Kilometer zu fliegen.“ Um diese Leistung erbringen zu können, müssten die Männchen täglich ihr eigenes Körpergewicht in Zucker wieder aufnehmen und somit Hochleistung für die eigene Arterhaltung leisten.

Volker Mauss, Diplom-Biologe und Lehrer am Schulzentrum Michelbach, freier Mitarbeiter im Stuttgarter Museum für Naturkunde, Wespenforscher sowie Autor zahlreicher Fachartikel und -schriften, räumte auch mit einigen Klischees auf: So besäßen Hummeln einen Stachel und könnten durchaus stechen, „nur sind Hummeln nicht so aggressiv wie beispielsweise Wespen“. Einzige Ausnahme sei die Baumhummel Bombus hypnorum. „Dennoch können Hummelstiche sehr schmerzhaft sein“, wie Mauss betont, sodass insbesondere bei Gartenarbeit Vorsicht geboten sei, um unter- wie oberirdisch wohnende Hummelarten nicht zu stören.

Andere Insekten machten sich die Wehrhaftigkeit der Hummel für eigene Überlebensstrategien in Form der Mimikry zunutze, wie Mauss ausführte: So gebe es Schwebfliegenarten wie die Hummel-Waldschwebfliege Volucella bombylans, „die Fressfeinde mit ihrer Hummelerscheinung täuschen und Beutegreifer wie Vögel davon abhält, das vermeintlich wehrhafte Insekt fressen zu wollen“.

Nick Büscher, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Rinteln, weist darauf hin, dass die Vortragsreihe zu Biologie, Gefährdung und Schutz der Insekten fortgeführt wird. Am Freitag, 14. Dezember, ab 19 Uhr wird der Nabu-Experte Oliver Nacke im Museum über das besorgniserregende Phänomen des Insektensterbens referieren. „Mit der Hummel ist ein fulminanter Auftakt gemacht“, sagt Stefan Meyer, Leiter des Museums Eulenburg.

Die Durchführung der Vorträge wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.r




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