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Nach sachlicher Debatte

Rat ist einig: Rintelns Grundschulen bekommen Luftfilteranlagen

RINTELN. Und plötzlich ist der Konsens da: Die Stadt Rinteln wird Luftreinigungsanlagen für Grundschulen anschaffen. Dem Vorschlag der Verwaltung hat der Rat am Donnerstag nach sachlicher Debatte zugestimmt. Bis die stationären Anlagen in Grundschulen eingebaut werden, sollen mobile Geräte eingesetzt werden:

veröffentlicht am 25.06.2021 um 12:09 Uhr
aktualisiert am 29.06.2021 um 10:40 Uhr

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Redakteurin / Online zur Autorenseite

RINTELN. Und plötzlich geht es doch: Die Stadt Rinteln wird Luftreinigungsanlagen für Grundschulen anschaffen. Die Verwaltung erarbeitet derzeit ein Konzept, wie man – zunächst nur – die Grundschulen mit stationären sogenannten raumlufttechnischen (RLT-) Anlagen ausstatten kann, und stellt die entsprechenden Förderanträge. Die politischen Gremien werden über den Fortschritt informiert.

Für dieses Vorgehen sprach sich der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Donnerstagabend nach einer kurzen, sachlichen Diskussion einstimmig aus.

Es ist der Hartnäckigkeit des Ortsrats Möllenbeck – hier besonders zu erwähnen ist Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark, der unter anderem in Sozialen Netzwerken immer wieder die Diskussion darüber angestoßen hatte – sowie der CDU-Fraktion zu verdanken, dass dieses Thema in den jüngsten Schulausschüssen und Ratssitzungen immer wieder auf die Tagesordnung kam.

Keinen Konsens hatte es in den vergangenen Monaten über den Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten gegeben. Bislang hatte es vonseiten der Verwaltung geheißen, dass es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gebe, ob Geräte überhaupt etwas nützten und für welche Geräte man überhaupt Geld ausgeben wolle. Und wenn ja: In welchen Klassen sollten Geräte eingesetzt werden, in welchen nicht?

Bewegung in das Thema hat scheinbar die Erweiterung eines Förderprogramms des Bundes zu Anfang Juni gebracht. Die „Richtlinie für die Bundesförderung Corona-gerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen“ sieht vor, dass solche Anlagen künftig auch in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren gefördert werden – also auch Kitas und Grundschulen. Wie berichtet, beträgt die Förderungen eine Höhe von bis zu 80 Prozent, pro Standort ist sie auf 500 000 Euro begrenzt. Gefördert werden unter anderem Baumaßnahmen, Brandschutzmaßnahmen oder auch Beratung und Planung vor dem Einbau.

Die Verwaltung hat bereits gehandelt und Förderanträge nach der „Förderrichtlinie Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ für einzelne Schulstandorte gestellt, berichtete Baudezernent Stefan Eggert-Edeler am Donnerstag im Rat: für die Grundschule Unter der Schaumburg, Exten und Nord. Zuschüsse für alle weiteren Grundschulstandorte sollen ebenfalls bald beantragt werden.

Falls die Förderanträge positiv beschieden werden, müssen die Maßnahmen innerhalb von zwölf Monaten umgesetzt werden – eine „kritisch“ kurze Zeit, urteilt die Verwaltung, vor allem bei den großen Schulstandorten.

Bis die Förderanträge beschieden sind und mit dem Einbau der RLT-Anlagen begonnen werden kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen. In gut vier Wochen beginnen jedoch die Sommerferien in Niedersachsen.

Bis dahin sollen die Kinder an den Grundschulen nicht ohne Luftreinigungsanlagen bleiben. Die Verwaltung hat daher nach Rücksprache mit den Schulleitungen leihweise mobile Lüftungsgeräte geordert. Wie viel das insgesamt kosten wird, konnte Bürgermeister Thomas Priemer auf Nachfrage von Uta Fahrenkamp (Grüne) nicht sagen; Haushaltsmittel sollen überplanmäßig zur Verfügung gestellt werden, teilweise würden die Geräte auch kostenlos verliehen werden.

Diese mobilen Anlagen sollen nun, wie es auch die Anregung der CDU war, punktuell und testweise zum Einsatz kommen. Es sollen Geräte unterschiedlichster Hersteller geliehen und in verschiedenen Klassen an möglichst allen Grundschulstandorten zum Einsatz kommen, so Eggert-Edeler. Über die Erfahrungen mit den mobilen Geräten soll in einer der nächsten Sitzungen berichtet werden.

Gesprochen wurde im Rat hingegen nicht mehr über einen Einbau von Luftreinigungsanlagen in den Kindertagesstätten, die eigentlich bislang ebenfalls Gegenstand der Debatte waren. Dazu heißt es trocken in der Beschlussvorlage der Verwaltung: „Eine Umsetzung von weiteren RLT-Anlagen in den Rintelner Kindertageseinrichtungen ist zurzeit, auch unter Berücksichtigung möglicher Fördermittel, nicht leistbar.“

Doch wo es möglich ist, werden zentrale Lüftungsanlagen bereits eingeplant, so in der neuen Kita in Schaumburg und im Neubau der Kita „Klabauternest“ in der Nordstadt. Auch für den Umbau des ehemaligen Gemeindehauses in Engern, wo eine neue Krippengruppe der Kita „Zum Gänseblümchen“ entstehen wird, ist eine solche Anlage vorgesehen.




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