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Plage rund um Hochhäuser an Graf-Otto-Straße

Ratten laufen nach wie vor über die Grundstücke

RINTELN. Das Rattenproblem rund um die Hochhäuser an der Graf-Otto-Straße beschäftigt inzwischen das Ordnungsamt, den Abwasserbetrieb, das Gesundheitsamt und einen Rintelner Anwalt, bei dem sich eine Mieterin gemeldet hat, die Mietminderung will.

veröffentlicht am 08.06.2019 um 00:00 Uhr

Es geht auch sauber und ordentlich: Am Freitagvormittag befanden sich die Müllcontainer in den Waschbetonboxen, es lag kein Müll herum. So soll es auch bleiben, wünschen sich viele. Foto: tol
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Autor

Hans Weimann Reporter
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RINTELN. In der ersten Aprilwoche sind zum ersten Mal am helllichten Tag Ratten in Rudeln an und auf den Mülltonnen an den Hochhäusern in der Graf-Otto-Straße 4-8 gesehen worden (wir berichteten). Hier wohnen vor allem Flüchtlinge und Asylbewerber. Anwohner rund um die Graf-Otto-Straße beschweren sich nach wie vor immer wieder, dass Ratten über ihre Grundstücke laufen.

Immerhin ein Problem ist inzwischen gelöst: Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises Schaumburg (AWS) hat reagiert, die Tonnen abgeholt, in die Ratten Löcher gefressen haben und durch zwei 1100 Liter-Container ersetzt, die einmal in der Woche geleert werden.

Bastian Bultmann vom gleichnamigen Immobilienservice betonte, die Hausmeister hätten in letzter Zeit keine Ratten mehr am Abfallplatz gesehen, seit die Container aufgestellt worden sind.

Anwohner allerdings zweifeln, ob damit die Ratten endgültig verschwunden sind. Denn nach wie vor würden Bewohner der Hochhäuser ihren Müll in Plastiktüten offen abstellen, bei schönem Wetter auf dem Rasen picknicken und Essensreste liegen lassen, manchmal fliege sogar Müll aus dem Fenster.

Bultmann versicherte, alle Mieter seien schriftlich in mehreren Sprachen informiert und ihnen erklärt worden, wie Abfall entsorgt werden soll: „Wir haben das sogar mit Zeichnungen plastisch dargestellt.“ Doch nicht alle Bewohner hielten sich an Regeln. So sollten beispielsweise die gelben Säcke bis zur Abfuhr im Keller gelagert werden. Doch Hausmeister seien sogar beschimpft worden, wenn sie Mieter darauf hingewiesen hätten. Jetzt kommt der gesamte Abfall unsortiert in die rattensicheren Tonnen.

Das Hamelner Unternehmen Klimasch, spezialisiert auf Schädlingsbekämpfung hat seit April Köderboxen auf dem Grundstück wie in der Kanalisation ausgelegt. Wie Klimasch-Chef Ralf Schmidt erläuterte, verwende man in den Köderboxen einen Blutgerinnungshemmer, wirksamer als in den Fabrikaten, die man in Baumärkten kaufen könne. Die Ratten verendeten in ihren Nestern. Es handele sich um eine Haferflockenmischung, die Ratten normalerweise sofort fressen.

Das Problem sei an der Graf-Otto-Straße bisher nur gewesen, dass die Ratten die Köder kaum angekommen hätten, weil die Nager an und in den Tonnen genug zu fressen gefunden haben. Schmidt hofft, dass sich das mit den Containern ändert.

Das zweite Problem sei die große Fläche. Denn betroffen sei nicht nur das Grundstück an den Hochhäusern, sondern auch viele Nachbargrundstücke. Hier könne das Unternehmen nur Köderboxen auslegen, wenn das ausdrücklich behördlich angeordnet werde oder die Grundeigentümer zustimmten.

Grundsätzlich sagen Bultmann wie Schmidt lasse das Rattenproblem auf Dauer nur zu lösen, wenn es gelinge, alle Mieter dazu zu bewegen, ihr Verhalten bei der Abfallentsorgung zu ändern.

Hier ist jetzt eigentlich die Integrationsbeauftragte gefragt, so sieht man das im Ortsrat. Die mit den Bewohnern sprechen müsste. Doch Petra Uhe war die ganze letzte Woche für eine Anfrage weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.




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