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Bauern- als Brennholzmarkt

Rindfleisch mit Wildgeschmack

RINTELN. Bunt und fröhlich ging es zu auf dem diesjährigen Brennholz- und Bauernmarkt – vor allem am Sonntag, als immer wieder die Sonne herauskam und Besucher aus dem weiten Umland sich an den vielen bäuerlichen Leckereien gütlich taten. Fast amüsiert nahm man zur Kenntnis, dass es diesmal nur einen einzigen auf Brennholz spezialisierten Stand gab.

veröffentlicht am 03.02.2019 um 17:03 Uhr

Falk Giese als zünftiger Kesselgulasch-Küchenmeister. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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„Für uns läuft es gut“, meint Jan Henning vom HD-Holzservice aus Nammen. Anders als einer der Konkurrenten, hatten er und sein Kollege Dennis Distelmeier ihr Stammholz rechtzeitig trocknen können, mit der Abwärme ihres Biogas-Blockheizkraftwerkes. Ein anderer Holzvertreiber hatte aus Krankheitsgründen nicht erscheinen können. Die meisten Käufer seien an Scheitholz für ihren Kamin interessiert, so Henning. „Wer wirklich mit Holz heizt, macht sich das Holz meistens selbst.“

Damit das Schlagen, Sägen und Hacken auch gefahrlos vor sich gehen kann, bot der Raiffeisenmarkt spezielle Schnittschutzkleidung an, die durch ihre ausgetüftelte Membran verhindert, dass eine abrutschende Kreissäge bis zum Körper durchdringt. Mitarbeiterin Manuela Brand erklärt, dass man beim Arbeiten im Wald verpflichtet sei, solche Schutzkleidung zu nutzen. „Es haben sich aber auch sehr viele Kunden dafür interessiert, die Holz auf dem Privatgrundstück zersägen wollen.“

Großes Interesse zogen auch wieder die Hofläden auf sich, die Fleisch von heimischen Galloway- und Highland-Rindern anboten. „Dieses Fleisch schmeckt fast ein bisschen nach Wild, es ist dunkler und feinfaseriger als das Fleisch von Stalltieren“, so Irene Kampmeier. Kein Wunder, ihre Highland-Cattles verbringen das ganze Jahr auf der Weide und fressen nur Heu und Grassilage. Was sie auch erfreulich findet: „Immer mehr Kunden wollen ganz bewusst nur Fleisch von Tieren, die nicht aus der Massentierhaltung stammen.“

Auch im duftenden und über Holzfeuer vor sich hinbrodelndem Kesselgulasch von Falk Giese schwimmt Fleisch vom „Weiderind“. Sein Stand gehört ebenfalls zu den Attraktionen des Marktes, kann man sich zum Gulasch-Verzehr doch gleich am wärmenden Feuer niederlassen. Sein Gulasch hatte er in der Hofküche vorgekocht und schon am früheren Nachmittag ist abzusehen, dass nichts davon übrig bleiben wird.

Körnerkissen und Bürstenstände, Honigstand mit Propolis gegen „Halskratzen“, die Wurstvielfalt vom Hofladen Pape, dazu Kunsthandwerk, Heumilch-Bergkäse aus dem Allgäu, Marmeladen, wunderbare Wollsocken und Forellen aus dem Kalletal – die Bandbreite des Angebots ließ die vielen Besucher lange auf dem Markt verweilen.

Kinder bestaunten wie immer den virtuosen Kai Gerulat, wie er mit seiner Kettensäge ausgefeilte Holzfiguren sägt, und die Meierberger „Pickertfreunde“ kamen kaum hinterher mit der Produktion ihrer köstlichen Kartoffelpuffer.

Marktmeister Daniel Jakschik wusste schon im Voraus, dass der Sonntag ein sehr guter Markttag werden würde, nicht zuletzt deshalb, weil viele Geschäfte geöffnet hatten und traditionell ihre „Schnäppchen“ anboten. Es gibt Geschäftsinhaber, die über die Kombination von „Häppchen und Schnäppchen“-Markt mit dem Brennholz- und Bauernmarkt gar nicht so glücklich sind. Sah man sich aber in den Geschäften um, dann waren viele von ihnen so voll, wie man es sich für Werktage nur wünschen würde.




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