weather-image
18°
×

Protest gegen Pläne der Kali-Industrie mehr Salz in die Weser zu leiten

Rintelns Grüne demonstrieren gegen Weser-Versalzung

veröffentlicht am 26.06.2020 um 17:16 Uhr

Avatar2

Autor

Reporter

RINTELN. Das Bergbauunternehmen K+S, ein Kali-Produzent, will aus wirtschaftlichen Gründen wieder mehr Salzlauge in die Werra und damit in die Weser einleiten, als im Jahr 2016 auf der Umweltministerkonferenz der Weseranrainer einstimmig vereinbart worden ist. Als Grund für mehr Salzeinleitung hatte das Unternehmen die hohen Kosten genannt, wenn Produktionsabwässer in stillgelegte Bergwerke nach Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen transportiert werden müssten.

Christoph Ochs, Ratsherr der Grünen fordert deshalb den Rintelner Rat auf, eine Resolution zu beschließen und sich gegen diese Pläne zu wenden. Die seien ein Verstoß gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Deshalb hatten die Grünen am Freitagnachmittag zu einer Protestveranstaltung am Weseranger eingeladen.

Ochs betonte, sollte K+S die Ankündigung wahr machen, würden alle Bemühungen der Weseranrainer in den letzten Jahren, die ökologische Situation der Weser zu verbessern wieder zunichtegemacht.

Nach den K+S-Plänen sollen die Grenzwerte für die Werra zwar ab 2021 schrittweise sinken, aber nicht in der Höhe, wie es die Anrainerländer von Werra und Weser im Masterplan Salz vereinbart hatten.

Erst im Jahr 2028 würde der ursprüngliche Zielwert beispielsweise für Chlorid erreicht. Wie Ochs schilderte, habe das Land Niedersachsen eine Messstelle in Boffzen hinter der hessischen Landesgrenze eingerichtet, wo man Einleitungswerte überprüfen könne.