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Ratsherr prognostiziert Kauf von Gesamtkomplex

Sasse: Brückentorsaal zu behandeln wie eine Eigentumswohnung

RINTELN. Ratsherr Heinrich Sasse (WGS) hat Kopfschmerzen. Jedenfalls dann, wenn er an das kommende Bürgerbegehren zum Erhalt des Brückentorsaales denkt. Im Bürgerbegehren wird gefordert, dass die Stadt Besitzerin des Saales bleibt und ihn saniert. „Ich fürchte, die wenigsten Bürger wissen, wie unsinnig das eigentlich ist“, sagt er.

veröffentlicht am 05.06.2019 um 00:00 Uhr

Die Vorstellung, man könne ohne Weiteres einen Teil des Brückentorgebäudes abreißen, sei absurd, meint Ratsherr Heinrich Sasse. Foto: Archiv
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Ratsherr Heinrich Sasse (WGS) hat Kopfschmerzen. Jedenfalls dann, wenn er an das kommende Bürgerbegehren zum Erhalt des Brückentorsaales denkt. Im Bürgerbegehren wird gefordert, dass die Stadt Besitzerin des Saales bleibt und diesen saniert. „Ich fürchte, die wenigsten Bürger wissen, wie unsinnig das eigentlich ist“, sagt er. „Es war von Beginn an unsinnig, dass die Stadt Teileigentümerin am Brückentorkomplex wurde.“

Das Bürgerbegehren sei – mit gutem Recht – einseitig formuliert. Es enthalte keine Argumente, die für einen Stadthallenneubau sprächen.

„Vielen ist nicht klar, was der Ausdruck ‚Teileigentum‘ rechtlich gesehen eigentlich bedeutet“, so Sasse, selbst Rechtsanwalt. Es bedeute, dass der Saal aus dem Blickwinkel des Wohnungseigentumsgesetzes den Status einer Eigentumswohnung besitze. „Und es ist kein Wunder, dass kaum eine Kommune ihre Stadthalle als Eigentumswohnung führt.“

Von „Teileigentum“ spricht man dann, wenn der eigene Anteil an einem Gebäude gewerblich genutzt wird. „Das klingt, als sei man Chef von seinem Teil und könne nach Belieben sanieren“, so Sasse. In Wirklichkeit sei der Handlungsspielraum genauso begrenzt wie auch sonst bei Eigentumswohnungen. Im Inneren der eigenen Räumlichkeiten könne man investieren, wie man wolle, doch alles, was darüber hinausgehe und gemeinsames Eigentum sei – Fassade, Dach, Fenster, Heizungsanlagen –, sei nur in Absprache mit den Miteigentümern möglich.

In Anbetracht der Erklärung von Haupteigentümerin Familie Schneidewind, dass man nicht vorhabe, auch nur einen Cent über zwingend notwendige Unterhaltungsmaßnahmen hinaus in den Komplex zu investieren, hätte man die Chance nutzen sollen, mit einem Käufer aus diesen verqueren Eigentumsverhältnissen hinauszukommen. „Die Vorstellung, man könne, wie Kay Steding es vorgeschlagen hatte, ohne Weiteres einen Teil des Gebäudes abreißen, ist absurd“, so Sasse weiter. „Ohne eine Schneidewind-Zustimmung geht gar nichts.“

Millionenhohe Investitionen in den Saal und sein Umfeld seien unter diesen Umständen „Schwachsinn“. Das sei nicht anders, als wenn man als Besitzer einer Eigentumswohnung einen kostspieligen Innenausbau betreibe, während die Besitzer der anderen Wohnungen das Gebäude verkommen ließen.

Deshalb werde er, sollte dem Bürgerbegehren stattgegeben werden und sollte es zum Erhalt des Saales im Besitz der Stadt führen, den Antrag stellen, dann folgerichtig den gesamten Brückentorkomplex zu kaufen. „Es bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, wenn wir nicht am Ende Teilbesitzer einer insgesamt maroden Immobilie sein wollen, die niemand sonst kaufen will.“ Seine Prognose: Am Ende gehöre der Komplex der Stadt und man werde beschließen, ihn abzureißen.




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