weather-image
24°

SK Rinteln hat keine Nachwuchssorgen und stellt einen Bezirksmeister / Mitglieder-Höchststand ist erreicht

Schach-Boom in Rinteln

RINTELN. Der Kopf liegt in den Händen, der Blick ist starr auf das Brett gerichtet, die beiden Kontrahenten sind hoch konzentriert: Es geht um die Schachkrone. Kürzlich fand in London die Weltmeisterschaft zwischen Titelverteidiger Magnus Carlson und Herausforderer Fabiano Caruana statt. Auch beim Schachklub (SK) Rinteln ist die WM ein Thema. Jugendtrainer Lennart Seidenstücker lässt die eine oder andere Partie der Profis von seinen Jugendlichen nachspielen.

veröffentlicht am 23.12.2018 um 17:24 Uhr

Jörg Becker ist seit 22 Jahren der 1. Vorsitzende des Schachklubs Rinteln. Mit 55 Mitgliedern verzeichnet der Verein einen Mitglieder-Höchststand. Foto: seb
4292_1_orggross_s-blaumann

Autor

Sebastian Blaumann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Zocken am Computer, Handy oder an der Playstation ist zwar bei der jüngeren Generation zurzeit voll in Mode, aber der Rintelner Schachklub hat trotzdem keine Nachwuchssorgen. „Wir haben aktuell 55 Mitglieder, davon sind 20 Jugendliche“, freut sich der Vorsitzende Jörg Becker. Vier Mannschaften gibt es bei den Erwachsenen, die Erste spielt in der Landesliga – der vierthöchsten Spielklasse in Deutschland – und belegt dort den fünften Tabellenplatz. Acht Spieler bilden eine Mannschaft. Weitere Teams der Rintelner sind in der Kreisliga West, der Kreisklasse West und in der offenen Mannschafts-Meisterschaft aktiv. „Wir brauchen 28 Spieler, um alle Teams besetzen zu können“, stellt der Vereinschef klar.

In der Jugend werden nur vier Spieler pro Mannschaft benötigt. „Von der U 10 bis zur U 20 haben wir im Jugendbereich alle Altersklassen besetzt. Da gehören wir im Raum Hannover zu den wenigen Vereinen, die das schaffen“, erklärt Becker mit Stolz.

Der Schach-Boom im Jugendbereich hat zwei Gründe. Zum einen löste sich die Jugendabteilung des Bückeburger Schachvereins auf, zum anderen ist der Schachklub Rinteln in den Schulen unterwegs und bietet dort Arbeitsgemeinschaften an. „Dadurch sinkt die Hemmschwelle, und die Jugendlichen kommen zu uns in den Verein“, freut sich Becker über den Zuspruch. So ist die Mitgliederzahl in den vergangenen beiden Jahren von unter 40 auf 55 angestiegen. Das ist absoluter Höchststand. Trainiert wird dienstags in Bückeburg, mittwochs und freitags in Rinteln. Die Übungseinheiten leiten Becker und Seidenstücker.

4 Bilder
Trainer Lennart Seidenstücker (r.) lässt eine Partie der Schach-WM nachspielen. Benedikt von Knobloch (v.l.), Sebastian Mündörfer, Erik Frass und Luis Heinze schauen gespannt zu. Foto: seb

Seit 22 Jahren steht Becker an der Spitze des Klubs. „Ich habe den Posten übernommen, da war ich 21 Jahre jung“, verrät der heute 43-Jährige. Über die Schul-Schach-AG ist er zum Spiel „Schwarz gegen Weiß“ gekommen. „Mittlerweile ist es eine richtige Leidenschaft“, sagt Becker. Der Reiz beim Schach sei der sportliche Aspekt. „Schach ist eine Mischung aus Einzel- und Mannschaftssport“, erklärt Becker. Er messe sich gerne mit anderen Schachspielern.

Für die erste Mannschaft geht es in der Landesliga nur um den Klassenerhalt. Die Rintelner Spieler wohnen in ganz Norddeutschland und reisen extra zu den Punktspielen an. An Position eins des SKR steht mit dem Eveser Sebastian Plischki sogar ein Internationaler Meister. „Er ist quasi ein Profi, viel auf Turnieren in Tschechien unterwegs und steht uns daher nur selten zur Verfügung“, berichtet Becker. Auch Schach-Ass Raimund Preusser fehlt aus beruflichen Gründen. „Er arbeitet seit zwei Jahren in Brasilien“, verrät Becker. Nach zwei Spielen stehen ein Sieg und eine Niederlage zu Buche. Als Tabellenfünfter in der Zehner-Staffel ist aktuell die Wunschplatzierung erreicht. Mit einem Altersschnitt von 34 Jahren sind die Rintelner die jüngste Mannschaft der Liga. Die Konkurrenz liegt bei 46 Jahren. Der DWZ-Wert der Rintelner Top Acht beträgt 2071.

Auf den Nachwuchs der Rintelner ist Verlass. So sicherte sich Benedikt von Knobloch den Bezirksmeistertitel. Wahrscheinlich stellt der SKR mit Sebastian Mündörfer einen der jüngsten Schachspieler. Das Nachwuchstalent ist erst acht Jahre. „Er hat sich das Spielen bereits mit drei Jahren selbst beigebracht“, erzählt seine Mutter. „Ich muss denken und mich konzentrieren, zudem macht mir das Spiel großen Spaß“, berichtet Sebastian.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare