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Auch Rintelner beschäftigen sich mit Thema

Schnellfahrtrasse durch Schaumburg: WGS fordert Widerstand

RINTELN. Nach der Berichterstattung unserer Zeitung über eine mögliche neue Schnellfahrtrasse der Bahn, parallel zur A 2, kommt die Rintelner Ratspolitik in Bewegung. Die WGS-Fraktion fordert, dass sich auch Rintelns Bürgermeister in die Diskussion einschaltet.

veröffentlicht am 20.02.2019 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 20.02.2019 um 18:00 Uhr

Eine mögliche Strecke der Neubautrasse soll entlang der A 2 verlaufen. Foto: jp
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

RINTELN. Nach der Berichterstattung dieser Zeitung über eine mögliche neue Schnellfahrtrasse der Bahn, parallel zur A 2, kommt die Rintelner Ratspolitik in Bewegung.

Vor zwei Wochen unterzeichneten zahlreiche Bürgermeister der Region, darunter auch Rainer Brombach aus Bückeburg, die Nenndorfer Erklärung gegen eine mögliche Neubautrasse. Mittlerweile ist allerdings publik geworden, dass eine der möglichen Varianten entlang der A 2 quer durch das Weserbergland und an Rinteln vorbei verlaufen könnte.

Die Bahnstrecke Hannover–Minden ist die Zentrale Ost-West-Achse des Schienenverkehrs in Deutschland. Sie verläuft fast zur Gänze viergleisig, nur zwischen Wunstorf und Minden besteht ein schmaler Engpass. Dort ist die Bahnstrecke nur zweigleisig ausgebaut.

Seit Jahren wird deshalb über den vierspurigen Ausbau der bestehenden Strecke oder auch eine Neubautrasse diskutiert. Bereits seit 1993 befinde sich das Vorhaben im vordringlichen Bedarf des Bundesschienenwegeausbaugesetzes, so der WGS-Antrag.

Nach vielen Jahren des Stillstandes kommt nun offenbar Bewegung in die Sache. Der aktuelle Zielfahrplan sieht eine Zeitersparnis von 17 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld durch den Bau einer Schnellfahrtrasse vor, die für Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern tauglich wäre. Ein Ausbau der bestehenden Trasse auf solche hohen Geschwindigkeiten hingegen ist aus technischen Gründen nicht möglich. Da nun der sogenannte trassennahe Ausbau vom Tisch ist, bleibt die Frage, wo eine etwaige Neubautrasse verlaufen könnte.

Bezugnehmend auf die Berichterstattung dieser Zeitung beantragt Gert Armin Neuhäuser für die WGS-Fraktion im Rintelner Rat, der Bürgermeister solle sich schnellmöglich mit dem zuständigen Bundesministerium in Verbindung setzen, um Einzelheiten zu dem genannten Ausbau parallel der A 2 in Erfahrung zu bringen. Sollte die Neubautrasse tatsächlich entlang der A 2 geplant werden, soll Bürgermeister Thomas Priemer eine Resolution des Rates gegen einen derartigen Ausbau vorbereiten.

Er argumentiert vor allem mit dem Flächenverbrauch, den Schäden für Natur- und Landesschutz sowie den entstehenden Lärm und verweist auf das Beispiel der Neubaustrecke „Rheintalstrecke“ am Oberrhein. Zwar erwartet Neuhäuser nicht, eine etwaige Eröffnung noch selbst zu erleben, er sieht eine derartige Planung aber als „Tod der Region“ – und „schon die Planung wird zu einem massiven Wertverlust sehr vieler Grundstücke führen“.

Ratssitzung: Behandelt werden soll der Antrag in der nächsten Sitzung des Rintelner Rates am Donnerstag, 28. Februar, ab 19 Uhr. Die Sitzung findet im Ratskellersaal statt und ist öffentlich.




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