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Fachwerkhäuser besonders gefährdet

Silvester: Böllern in der Altstadt bleibt tabu

RINTELN/HAMELN. In Teilen von Hannovers Innenstadt müssen Feiernde zum bevorstehenden Jahreswechsel aufs Feuerwerk verzichten. Die Stadtverwaltung hat das Böllern an zentralen Plätzen erstmals verboten. In der Rintelner Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern schon länger untersagt.

veröffentlicht am 27.12.2018 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 27.12.2018 um 17:30 Uhr

Die Zeiten sind längst vorbei: So ging es früher in der Silvesternacht auf dem Marktplatz zu. Foto: tol

Autor:

Moritz Muschik und Marieluise Denecke
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In Teilen von Hannovers Innenstadt müssen Feiernde zum bevorstehenden Jahreswechsel aufs Feuerwerk verzichten. Die Stadtverwaltung hat das Böllern an zentralen Plätzen erstmals verboten. In der Rintelner Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern schon länger untersagt.


RINTELN/HAMELN. Die Stadt Hannover hat das Böllern an Silvester aus Sicherheitsgründen verboten – zumindest in Teilen der Innenstadt. Das Böllerverbot resultiert aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: Nach Angaben der Stadt sei es wiederholt zu „bedrohlichen und gefährlichen Situationen“ gekommen. 2017/2018 waren zum Beispiel zwei Kinder verletzt worden. Das Zünden von Böllern und Raketen ist daher in bestimmten Bereichen tabu.

In der Hamelner Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern seit inzwischen neun Jahren untersagt. Auch zum bevorstehenden Jahreswechsel müssen Feiernde dort auf Böller und Raketen verzichten. „Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Fachwerkhäusern ist gesetzlich verboten“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. In Hameln ist von der Regelung, die seit 2009/2010 umgesetzt wird, die gesamte Altstadt betroffen. Das Verbot gilt dabei für den Bereich, der von Thiewall, Kastanienwall, Ostertorwall, Münsterwall und der Weser umschlossen wird. Wer trotzdem in der Altstadt böllert, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss entsprechend mit einem Bußgeld rechnen.

Gleiches gilt für die Altstadt von Rinteln. Gemäß Sprengstoffgesetz – wer es genau wissen will: Paragraf 23 der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz – „ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten“, teilt die Verwaltung mit. Als Mindestabstände zwischen Gebäuden und Feuerwerk gelten laut Verwaltung 25 Meter für handgeworfene pyrotechnische Gegenstände (also Böller) und 200 Meter für Hochfeuerwerk (sprich: Raketen).

In Rinteln betrifft dies vor allem den Bereich, der von Mühlenstraße, Hinter der Mauer, Kapellenwall, Schulstraße, Ritterstraße, Krankenhäger Straße, Josua-Stegmann-Wall, Blumenwall-anlage, Wallstraße und Pferdemarkt umschlossen wird. Wegen der vielen Fachwerkhäuser, die hier außerdem dicht beieinanderstehen, ist „die Gefahr einer schnellen, unkontrollierbaren Brandausbreitung besonders hoch“, warnt die Verwaltung.

Verstöße dagegen sind Ordnungswidrigkeiten und können daher mit einer Geldbuße geahndet werden. Das Böller- und Raketen-Verbot gilt aber übrigens in Rinteln nicht nur für die Altstadt, sondern „im gesamten Stadtgebiet und in den Ortsteilen“.

„Im letzten Jahr haben sich alle an das Verbot gehalten, in der Altstadt war es ruhig“, heißt es aus dem Rathaus. „Daher hoffen wir, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auch in diesem Jahr vorbildlich verhalten“, so Hamelns Stadtsprecher Wahmes weiter.

Hintergrund der Vorschrift: In anderen Städten war es vermehrt zu Bränden infolge fehlgeleiteter Feuerwerkskörper gekommen. Auch für die Hamelner Altstadt besteht nach Einschätzung der Stadtverwaltung eine erhebliche Brandgefahr. „Wir haben dort zu etwa 50 Prozent Fachwerkbauten“, erklärt Wahmes. Hinzu komme, dass in der Altstadt ein Haus direkt ans nächste angrenzt. „Es ist also immer eine Brandausbreitung zu befürchten“, so der Stadtsprecher.

Nicht nur in der Altstadt, sondern auch in den Ortsteilen sollte auf Feuerwerk verzichtet werden, wenn Fachwerkhäuser in der Nähe sind. Auch hier gilt ein hohes Gefährdungspotenzial. Darüber hinaus sollte auf landwirtschaftliche Betriebe Rücksicht genommen werden.




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