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Stadtrat bildet Steuerungsgruppe, strebt Bewerbung zu „Fair-Trade-Town“ an

So will Rinteln zur „Fair-Trade-Town“ werden

Rinteln. „Global denken, lokal handeln“, mit diesem Leitspruch begründete Christoph Ochs den Antrag der Grünen in der letzten Ratssitzung, eine Steuerungsgruppe zu bilden. Rinteln solle eine „Fair-Trade-Town“ werden. Was bedeutet das konkret für unsere Stadt? Um das Fair-Trade-Label zu erhalten, sind entsprechende Ratsbeschlüsse nötig, die dafür Sorge tragen, dass gewisse Produkte, die bei Sitzungen oder Veranstaltungen angeboten oder ausgeschenkt werden, fair gehandelt sind. Dabei gehe es, so Ochs, vor allem „um den globalen Süden“. dem durch solche Maßnahmen soziale Löhne und Lebensverhältnisse ermöglicht werden sollen.

veröffentlicht am 12.05.2019 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 12.05.2019 um 18:10 Uhr

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Autor:

Maurice Mühlenmeier

RINTELN. „Global denken, lokal handeln“, mit diesem Leitspruch hat Christoph Ochs den Antrag der Grünen in der jüngsten Ratssitzung begründet, eine Steuerungsgruppe zu bilden. Rinteln solle eine „Fair Trade Town“ werden. Was bedeutet das konkret für unsere Stadt? Um das Fair-Trade-Label zu erhalten, sind entsprechende Ratsbeschlüsse nötig, die dafür Sorge tragen, dass gewisse Produkte, die bei Sitzungen oder Veranstaltungen angeboten oder ausgeschenkt werden, fair gehandelt sind. Dabei gehe es, so Ochs, vor allem „um den globalen Süden“, dem durch solche Maßnahmen soziale Löhne und Lebensverhältnisse ermöglicht werden sollen.

In den Köpfen der Menschen finde ein Umdenken statt, so Ochs. „Die öffentliche Hand muss auch als Vorbild fungieren“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Zahlreiche Nachbarkommunen, namentlich Lügde, Minden und Hameln, seien längst „Fair Trade Towns“.

Um das nun in Rinteln ebenfalls auf den Weg zu bringen, soll eben jene Steuerungsgruppe gebildet werden. Ochs wünsche sich dafür mindestens drei Kollegen, „bestenfalls aber einen aus jeder Fraktion“.

Die Stadtverwaltung solle dementsprechend zu einer Gründungssitzung einladen.

Auch Bürgermeister Thomas Priemer unterstützte die Idee vollumfänglich: „Was soll an diesem Bekenntnis schlecht sein?“ Doch Gegenstimmen gab es in der Sitzung ebenfalls. So fragte Anthony-Robert Lee als Vertreter der CDU: „So oft wir auch einer Meinung sind, brauchen wir wirklich ein Label?“ Laut Lee täte der Rat mit der vorrangigen Benutzung lokaler Produkte – Kaffee, Mineralwasser und Saft – etwas für den lokalen Handel. „Müssen diese Produkte dann verschwinden, weil sie nicht fair gehandelt wurden?“

Laut Ochs müsse das nicht so kommen; die Regularien seitens „Fair Trade“ sehen vor, dass man bei „Unersetzbarkeit“ Ersatzmaßnahmen treffen könne – fair gehandelte Blumengestecke waren nur ein Beispiel.

Auch Ralf Kirstan, Fraktionsvorsitzender der FDP, wandte ein: „‚Fair Trade’ ist in erster Linie ein soziales Label, kein ökologisches.“ Er sorge sich, dass ökologische Belange auf der Strecke blieben. Ochs beschwichtigte: „Es geht zunächst nur um die Bildung einer Steuerungsgruppe, nicht um das Ersetzen aller Produkte durch ,Fair Trade‘-Artikel.“

Der Antrag der Grünen wurde bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen angenommen.




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