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Arntz Optibelt in Rinteln

Spezialriemen für Sondermaschinen

Antriebsriemen von hoher Präzision und Belastbarkeit sind die Spezialität der Arntz Optibelt Gruppe aus Höxter mit 2300 Mitarbeitern weltweit. Rund 70 davon sind in Rinteln bei der Optibelt Material Handling GmbH tätig, und ihre Zahl wächst seit der Betriebserweiterung 2017 stetig. Hier stehen Spezialantriebsriemen für den Sondermaschinenbau im Mittelpunkt. Geschäftsführer Volker Kettelhake beschreibt die Zukunft der Firmengruppe und des Werks Rinteln im Interview mit der SZ/LZ rosig, aber nicht ohne Risiken.

veröffentlicht am 26.11.2018 um 10:54 Uhr

Bei den Antriebsriemen aus Polyurethan für verschiedenste Anwendungen werden in Rinteln kleine Serien und Einzelanfertigungen in hoher Präzision und mit großer Belastbarkeit hergestellt. Die Firma Optibelt Material Handling Rinteln GmbH sitzt im Gewe

Autor:

Dietrich Lange
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Herr Kettelhake, beschreiben Sie doch mal kurz, was die Spezialität des Optibelt-Betriebs in Rinteln ist.

Die Optibelt Material Handling GmbH (OMH) entwickelt und produziert heute spezielle Sonderriemenantriebe für kundenspezifische Anforderungen primär im Sondermaschinenbau. Die Antriebe basieren auf der gesamten Polyurethan-Riemenpalette, die in Rinteln hergestellt wird, und werden ergänzt durch Riemenprodukte, Antriebsscheiben und Kupplungen aus den anderen Werken der Arntz Optibelt Gruppe.

Im Februar 2017 wurde nach 1,6 Millionen Euro Investition Im Emerten eine neue Halle mit 1300 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche in Betrieb genommen. 30 neue Arbeitsplätze wurden in Aussicht gestellt. Hat sich das bereits so positiv entwickelt?

In Rinteln lenkt Geschäftsführer Volker Kettelhake (61) die Geschäfte der 1998 gegründeten Niederlassung. Er ist außerdem Chef des 1990 gegründeten Zweigwerks Letterkenny in Irland mit 27 Mitarbeitern. Für 2019 ist der Bau eines Zweigwerks in den USA
  • In Rinteln lenkt Geschäftsführer Volker Kettelhake (61) die Geschäfte der 1998 gegründeten Niederlassung. Er ist außerdem Chef des 1990 gegründeten Zweigwerks Letterkenny in Irland mit 27 Mitarbeitern. Für 2019 ist der Bau eines Zweigwerks in den USA geplant, das Kettelhake mit plant und leiten wird.
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Die im Februar 2017 in Aussicht gestellte Anzahl neuer Arbeitsplätze bezog sich auf die Endstufe des Ausbaus, die geplant bis 2023 angedacht ist. Jedoch haben wir zum Stand heute schon fast die Hälfte der avisierten neuen Mitarbeiter eingestellt, und liegen damit über dem in 2016 angedachten Personalplan.

Welche Fortschritte hat die Investition noch gebracht?

Die räumliche Erweiterung verbessert unseren Materialfluss, gibt uns aufgrund der größeren Lagerfläche die Möglichkeit, effektivere Losgrößen zu fertigen und bringt auch ein besseres Umfeld für die Mitarbeiter, da unter anderem die Sozialräume neu sind. Zudem ist nun der Platz geschaffen, um weitere Fertigungsanlagen aufzustellen. Zudem wurde im Zusammenhang mit dem Hallenbau auch starker Fokus auf die energetische Effizienz gelegt, wodurch Einsparungen im Energieverbrauch erzielt wurden.

In den Vorjahren hatte das Werk Rinteln seinen Umsatz um rund 15 Prozent im Jahr gesteigert. Wie sieht es heute aus?

Weiterhin hat Rinteln Steigerungsraten im hohen einstelligen Bereich, wobei der Direktkundenumsatz überproportional gewachsen ist. Der Zuwachs ist in den unterschiedlichen Vertriebsregionen aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen unterschiedlich ausgeprägt.

Wie viel Prozent steuert Rinteln zum Umsatz der Arntz Optibelt Gruppe bei? Und wie hat sich die Firmengruppe 2018 entwickelt?

Der Umsatz der Polyurethanprodukte umfasst einen Anteil von circa 15 Prozent am Gesamtumsatz der Gruppe. Die Geschäftszahlen der Firmengruppe können noch nicht veröffentlicht werden. Im letzten Jahr erzielten wir einen Umsatz von circa 274 Millionen Euro, und wir rechnen auch in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum.

Gerade haben Sie das Budget 2019 für das Rintelner Werk fertiggestellt. Wie sehen die Prognosen hier aus? Wo wollen Sie in einem Jahr stehen?

Das Budget 2019 basiert auf einer weiteren positiven Grundausrichtung und wird mit entsprechenden Investitionen unterstützt. Zudem müssen wir unsere Abläufe den Anforderungen nach kurzen Lieferzeiten auch für komplexe „Made-to-order“-Produkte angleichen und uns für die zukünftige Unterstützung des neuen Schwesterwerkes in den USA präparieren. Dafür laufen jetzt die Planungen, an denen ich beteiligt bin. Für die Produktionsleitung bilden wir in Rinteln schon jemanden aus. Wir wollen dort einfach näher an unseren Kunden sein. Es werden mehr als zwei Millionen Euro investiert, Eröffnung soll spätestens Anfang 2020 sein. Steigt dort die Nachfrage, ist das auch gut für das Werk in Rinteln, denn von hier liefern wir die Vorprodukte zur weiteren Veredlung in das neue Werk.

Gibt es Neuentwicklungen, Vorstöße in neue Märkte? Gerade wurde von der Muttergesellschaft ja ein Vertriebsbüro in Marokko eröffnet. Wirkt sich das auch auf Rinteln aus?

Die Optibelt Gruppe ist mittlerweile breit aufgestellt und hat inzwischen nur noch wenige weiße Vertriebsflecken auf dem Globus. In den nächsten Jahren geht es daher mehr um Konsolidierung und Ausweitung ihrer Marktanteile. Als Teil der breiten Produktpalette partizipiert somit auch Rinteln von diesem Vertriebsnetz. In Regionen mit großem Potenzial wird zudem ein auf die Division „Material Handling“ zugeschnittenes spezifisches Vertriebs- oder auch Produktionskonzept umgesetzt.

Eine Welt voller Krisen: US-Handelskrieg, Nahostkonflikt, Schwäche der Türkei, Ukraine-Russland-Konflikt, drohender Brexit, starker Euro, das sind nur einige Beispiele. Welche Risiken und Herausforderungen sehen Sie 2019 für Optibelt und sein Werk Rinteln?

Die genannten Unsicherheiten übertragen sich auch auf die Absatzmärkte. Wenn es dazu führt, dass Unternehmen weniger investieren, werden dies auch deutsche Unternehmen wie die Arntz Optibelt Gruppe zu spüren bekommen. In welchem Umfang bleibt abzuwarten, derzeit sind die Auswirkungen noch nicht gravierend. Man muss sich aber darauf einstellen. Hinzu kommt, dass durch den Verfall von lokalen Währungen (zum Beispiel Türkei) unsere Produkte in diesen Ländern teurer werden und es umso wichtiger wird, die Vorteile unserer Produkte herauszustellen.

Wichtig ist in der jetzigen Zeit zudem auch eine ausgewogene Einkaufspolitik für Rohstoffe, die aufgrund der hohen Nachfrage teils zu Verknappungen geführt hat.

Wirkt sich das für 2019 geplante Top-Projekt am Mutterstandort Höxter zur Erneuerung und Modernisierung der Produktion für Gummi-Mischungen auch auf Rinteln aus?

Diese „Leuchtturm“-Investition hat für Rinteln indirekte Auswirkungen, da die von uns weiterzuverarbeitenden Gummiprodukte damit wettbewerbsfähiger werden.

Fachkräftemangel wird allerorten beklagt. Wie sieht es bei Ihnen aus? Wie sichern Sie den Bedarf?

Im kaufmännischen Bereich hat die OMH jetzt mit der Ausbildung von kaufmännischen Angestellten begonnen, wobei dies in enger Kooperation mit dem Mutterwerk in Höxter geschieht. Derzeit konnte der Bedarf von Produktionsmitarbeitern sowie technischen und kaufmännischen Fachkräften noch gut gedeckt werden, wobei wir stark auf junge Kolleginnen und Kollegen setzen, da viele in unseren Tätigkeitsbereichen spezifisch angelernt werden müssen.




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