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In der eigenen Schule im Ausland

Sprach-Erlebniswoche der IGS Rinteln geht zu Ende

RINTELN. „In der derzeitigen Situation ist es für deutsche Schulen sehr schwierig, Partnerschulen im englischsprachigen Raum zu finden“, erzählt IGS-Direktor Torsten Rudolf im Vorfeld der Abschlussveranstaltung der Sprachwoche in der Aula der ehemaligen Hauptschule.

veröffentlicht am 24.08.2018 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 24.08.2018 um 18:50 Uhr

„Mut ist das Wichtigste beim Lernen einer neuen Sprache.“ Jordan Harrison (Mitte; ganz li.), Fajr Wilson (Mitte; 5. von li.) und Eddie Argos (vorne re.) hatten eine tolle Zeit mit den Kindern. Foto: lb

Autor:

luis böhm
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Also wurde das Ausland „kurzerhand“ nach Rinteln geholt: Die komplette vergangene Schulwoche verbrachten einige Schüler der IGS Rinteln mit Eddie Argos aus Großbritannien, Fajr Wilson aus den USA und Jordan Harrison aus Australien.

Anstatt des normalen Unterrichtes stand in dieser Zeit die Fremdsprache im Vordergrund. Mit landestypischen Spielen, viel Spaß und lehrreichen Stunden über die Heimatländer der Muttersprachler sollten den Schülern die neue Sprache und auch die Kultur fremder Länder nähergebracht werden. Einzige Vorgabe dabei: Es durfte nur Englisch gesprochen werden, und Deutsch war strengstens verboten, auch unter den Schülern.

Mit im wahrsten Sinne des Wortes ausgesprochenem Erfolg, wie man bei den Abschlusspräsentationen am Freitag sehen konnte: In kleineren und größeren Gruppen stellten die Schüler vor, was sie mit ihren „Lehrern“ über die Woche gelernt und einstudiert hatten. Einfache Präsentationen über die Lieblingsserie oder den Lieblingsfilm, kleinere Theaterstücke wie „Tom und das Marmeladenbrot mit Honig“ sowie Castingshows mit Gesang und Zauberei, es wurde viel geboten.

Dabei sei das Präsentierte weniger wichtig als vielmehr der Mut, sich zu trauen und in einer fremden Sprache vor einer großen Gruppe zu sprechen, wie Eddie Argos immer wieder betonte.

Auch die Muttersprachler waren mit großem Eifer dabei und halfen ihren Schützlingen, wo sie nur konnten. So mimte Jordan Harrison bereitwillig den Hund, um einem seiner Schüler bei der Talentshow zu unterstützen.

Die Schüler wussten diesen Eifer und die große Freude der drei Austauschlehrer zu schätzen und bedachten sie am Ende mit jeweils einer Packung Weserkies, dessen Name sich leider nicht ins Englische übersetzen ließ. Anschließend bedankte sich Argos stellvertretend für sich und seine Kollegen bei allen beteiligten Schülern und Lehrern und richtete gleichzeitig den Appell an die Jugendlichen, jetzt nicht aufzuhören, sondern immer weiter zu lernen und auch mutig zu sein. Denn besonders Mut und Zuversicht seien unentbehrlich, nicht nur beim Erlernen und auch Anwenden einer (nun nicht mehr so) fremden Sprache.

„Das ist auch das eigentliche Ziel dieses Projekts: Wir wollen den Kindern und Jugendlichen die Hemmungen nehmen, sich auf einer fremden Sprache wie Englisch zu unterhalten“, erzählt Harrison im anschließenden Gespräch. „Zu Beginn einer Woche sind die Schüler erfahrungs- und erwartungsgemäß sehr schüchtern und bekommen vor Aufregung kaum ein Wort heraus. Doch sobald sie uns kennenlernen wird es besser, und am Ende sprechen sie fast natürlich mit uns.“

„Es war eine tolle Erfahrung zu sehen, wie die Jugendlichen den Umgang mit der Sprache üben und auch Spaß dabei entwickeln“, berichtet Fajr Wilson, die in dieser Woche das erste Mal überhaupt an dem Projekt teilnahm.

Auch die Stadt habe es ihnen angetan, jedoch konnten sie aufgrund des engen Zeitplans nicht so viel erkunden, wie sie es gerne getan hätten. „Das machen wir beim nächsten Mal“, versprach Harrison und verabschiedete sich mit den Worten: „See you next time!“ – „Wir sehen uns beim nächsten Mal!“




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