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Bis nachmittags in der Grundschule

Statistik zeigt: Die meisten Kinder in Ganztagsbetreuung

DECKBERGEN/RINTELN. 147 Schüler lernen derzeit an der Grundschule Unter der Schaumburg, aufgeteilt auf neun Klassen. Das geht aus der Schülerstatistik der Stadt hervor. Beinahe die Hälfte der Schüler, 46 Prozent, nimmt die Ganztagsbetreuung in Anspruch. Knapp über 10 Prozent besuchen außerdem die Frühbetreuung.

veröffentlicht am 28.01.2019 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 28.01.2019 um 17:30 Uhr

Fast die Hälfte der Schüler an der Grundschule Unter der Schaumburg, nämlich 46 Prozent, nimmt die Ganztagsbetreuung in Anspruch. Foto: tol
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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DECKBERGEN/RINTELN. 147 Schüler lernen derzeit an der Grundschule „Unter der Schaumburg“, aufgeteilt auf neun Klassen. Das geht aus der aktuellen Schülerstatistik der Stadt Rinteln hervor. Beinahe die Hälfte der Schüler, 46 Prozent, nimmt die Ganztagsbetreuung in Anspruch. Knapp über zehn Prozent besuchen außerdem die Frühbetreuung.

An anderen Rintelner Grundschulen ist dieser Anteil sogar noch deutlich höher: Knapp 63 Prozent der Kinder nehmen das Ganztagsangebot an der Grundschule Nord in Anspruch, gut 60 Prozent sind es in Exten, knapp über 75 Prozent in der Außenstelle Krankenhagen. Gut 42 Prozent sind es an der Grundschule Süd inklusive der Außenstelle Möllenbeck.

Insgesamt zeigt die Statistik den Trend, dass mehr und mehr Kinder länger an den Schulen bleiben. An Rintelns Grundschulen befinden sich diese Kinder in der Mehrheit, von insgesamt 872 Schülern nämlich 470, das entspricht 53,9 Prozent. Vor zwei Jahren war dieser Anteil mit knapp über 45 Prozent noch deutlich geringer. Dass mehr Kinder auch im Grundschulalter schon länger an der Schule bleiben, kann Claudia Buschke als Schulleiterin der Grundschule Unter der Schaumburg bestätigen. Allerdings, sagt sie: „Nicht alle Kinder nehmen das komplette Ganztagsangebot in Anspruch, manche bleiben auch nur an einem Tag in der Woche länger.“

Dennoch: Allein daraus ergeben sich neue Ansprüche an die Grundschulen, die mit dem Schulwesen von vor 20, 30 Jahren nicht mehr zu vergleichen sind. „Wir haben mehr und vielfältigere Angebote“, formuliert es Buschke. Als Beispiele nennt sie die neu gegründete Schach-AG sowie das Konzept der „Pädagogischen Insel“, das unkonzentrierten oder auffälligen Schülern einen Ruhe- und Rückzugsort verschafft. Lehrer und pädagogische Mitarbeiter arbeiten hier Hand in Hand.

Die Stadt investiert derzeit in die Grundschule Nord sowie „Unter der Schaumburg“, um diesen neuen Ansprüchen einigermaßen gerecht zu werden. Nach Deckbergen gehen rund 330 000 Euro, um die ehemalige Sparkassen-Filiale zur multifunktionalen Mensa inklusive Teeküche, Sanitäranlagen und Lagerräume umzubauen sowie um weitere Betreuungsräume zu schaffen (wir berichteten).

Auf Anfrage wusste Baudezernent Stefan Eggert-Edeler lediglich zu berichten, dass das Gebäude von der Stadt Rinteln käuflich erworben wurde. Nun müssen die Zuständigen erst noch Bauantragsunterlagen erstellen, die einer Planung und erneuter Absprache mit der Grundschule Deckbergen bedürfen. Zudem befinde sich beispielsweise auch noch der Automat der Sparkasse in dem Gebäude, was die Bauarbeiten laut Eggert-Edeler behindern würde. Er soll bis zum Beginn der Bauarbeiten möglichst entfernt worden sein. Den Beginn für den Umbau wusste der Baudezernent noch nicht zu definieren, es könne aber wohl noch etwas dauern, so Eggert-Edeler.

Werden diese Maßnahmen für die Zukunft reichen? „Es ist ein guter Anfang“, sagt Claudia Buschke abwägend. Erst mal befinde sich ihre Schule damit auf gutem Wege. Sie zeigt sich froh darüber, dass die Kinder in Deckbergen ab Beginn des zweiten Schulhalbjahres, also ab Mittwoch, wieder ein komplettes Betreuungsangebot inklusive Bücherei zur Verfügung haben werden.

Für die nächsten Jahre erwartet Buschke, dass sich die Schülerzahlen an der Grundschule „Unter der Schaumburg“ stabil bei ungefähr 150 einpendeln werden. Der Blick auf die aktuelle Statistik zeigt, dass dies zumindest bis zum Schuljahr 2024/25 auch der Fall sein wird. Diese Prognose wird berechnet aus den aktuellen Geburtenzahlen, die Aufschluss darüber erlauben, wie viele Jungen und Mädchen in den kommenden Jahren die Rintelner Grundschulen besuchen werden.

Größter Schulstandort bleibt die Grundschule Süd mit insgesamt 216 Schülern am Hauptstandort und 63 Schülern in der Außenstelle Möllenbeck, die auch von Kindern aus den NRW-Nachbarorten besucht wird. Mit 228 Schülern folgt darauf der Schulstandort Exten inklusive Außenstelle: 154 Schüler besuchen die Grundschule Exten, 74 die Außenstelle in Krankenhagen. Die Grundschule Nord besuchen derzeit 218 Schüler.

Der Blick auf die Geburtenzahlen und die damit zu erwartenden Schülerzahlen zeigt, dass vor allem die Grundschule Süd – inklusive Außenstelle – mit vielen Schülern rechnen muss: Weit über 300 Kinder werden in zwei beziehungsweise drei Jahren dort erwartet. Knapp unter der 200er-Marke wird hingegen nach derzeitiger statistischer Vorhersage die Gesamtschülerzahl der Grundschule Nord bleiben. Die Grundschule Exten – inklusive Außenstelle Krankenhagen – wird sich laut Statistik von seiner derzeitigen Schülerzahl von 228 Schülern verabschieden müssen, denn die Zahl wird künftig deutlich unter die 200er-Marke fallen.

Dies ist jedoch natürlich nur die reine Statistik. Wie sich die Schülerzahlen tatsächlich entwickeln, hängt auch vom Zu- und Wegzug von Familien zusammen sowie der Entscheidung, wo Kinder letztlich eingeschult werden sollen.




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