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Antrag der Grünen im Rat

Statt Streusalz Sand von Spielplätzen?

RINTELN. Der Winter kommt und da haben die Grünen eine Idee: Die Stadt sollte doch den Sand aus den Sandkästen der Kinderspielplätze den Bürgern zum Streuen anbieten, schlägt Ratsherr Christoph Ochs in einem Antrag vor.

veröffentlicht am 26.11.2018 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 26.11.2018 um 18:03 Uhr

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Hans Weimann Reporter
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RINTELN. Der Winter kommt, und da haben die Grünen eine Idee: Die Stadt sollte doch den Sand aus den Sandkästen der Kinderspielplätze den Bürgern zum Streuen anbieten, schlägt Ratsherr Christoph Ochs in einem Antrag vor. Über diesen Vorschlag soll in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag (ab 19 Uhr im Ratskellersaal) abgestimmt werden. Grundsätzlich ist unstrittig: Salz ist schädlich für Tiere, Pflanzen, Gewässer, Autos und sogar Beton und deshalb nicht nur in Rinteln als Streumittel weitgehend verboten.

Trotzdem zeigte sich Klaus-Ulrich Hartmann, Leiter des Baubetriebshofes in Rinteln, über den Vorschlag, Sand aus Sandkästen Bürgern zum Streuen anzubieten, einigermaßen verblüfft. Denn solch ein Antrag sei vor Jahren schon einmal gestellt worden. Und damals habe man sich dagegen entschieden. Aus ganz praktischen Gründen.

Hartmann ist zwar vom guten Willen überzeugt, der hinter einem solchen Vorschlag steht, doch er gibt zu bedenken: Der Sand aus den Sandkästen der Spielplätze müsste zunächst gesäubert, das heißt von Katzen- und Hundekot befreit, dann getrocknet und gelagert werden. Wohl deshalb hat Ochs das in seinem Antrag auch unbestimmt so formuliert: Die Stadt „gibt den Sand in den Sandkästen für Bürgerinnen und Bürger für die Nutzung als Streugut frei“. Soll sich also jeder mit einem Eimer Sand vom Spielplatz holen? Die Grünen wünschen in ihrem Antrag außerdem, dass die Stadt vor Winterbeginn die Öffentlichkeit informieren sollte, dass der Einsatz von Streusalz verboten ist, und dies dann auch durch das Ordnungsamt kontrollieren lassen, „Bürger ansprechen und im Wiederholungsfall verwarnen“.

So weit ist dieser Antrag konform mit der von der Stadt erlassenen Straßenreinigungsverordnung. Doch es gibt eine Einschränkung, die die Verwaltung auch in ihrer Ratsvorlage nennt: In „Ausnahmefällen im Bereich von gefährlichen Stellen wie beispielsweise Kreuzungen, Überquerungen, etc.“ sei der Einsatz von Streusalz zulässig.

Für Bürger stellt sich bei diesem Thema eine andere Frage: Wenn Streusalz inzwischen generell für eine private Nutzung verboten ist, warum kann man Streusalz dann überall problemlos kaufen? Und was ist bei Eisregen, wenn außer Salz nichts wirklich hilft?




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