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Großeltern wollen Spenden sammeln

Steinbergerin (26) kommt in Erdrutsch ums Leben

ORKDAL/RINTELN. Für Edith Thomas und ihren Mann Wolfgang sind dies schwere Tage: Ihre Enkelin Melanie ist in Norwegen ums Leben gekommen, erdrückt von einer Schlammlawine. Die restliche Familie stehe nun vor dem Nichts. Viele Rintelner hätten ihre Hilfe schon angeboten. Das Ehepaar Thomas möchte daher Spenden sammeln.

veröffentlicht am 19.02.2019 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 19.02.2019 um 20:40 Uhr

Der Wucht der Erdmassen war so groß, dass das gesamte obere Stockwerk von seinem Fundament geschoben wurde. Im Rahmen der Rettungsarbeiten musste das Haus eingerissen werden. Foto: Grete Thobroe /NRK, The Norwegian Broadcasting Corporation
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite

ORKDAL/RINTELN. Für Edith Thomas und ihren Mann Wolfgang aus Engern sind es zurzeit schwere Tage: Ihre Enkelin Melanie ist in Norwegen ums Leben gekommen, erdrückt von einer Schlammlawine. Geschehen ist dies im Haus ihrer Familie in Norwegen. Dort – in der dünn besiedelten Kommune Orkdal in der Nähe von Trondheim – lebe die vierköpfige Familie seit mehr als zehn Jahren, erzählt das Ehepaar Thomas im Gespräch mit dieser Zeitung. Ursprünglich stammt die Familie aus Steinbergen.

„Wir wissen nicht, was wir tun sollen“, sagt Edith Thomas. Das Unglück geschah am vergangenen Samstagnachmittag. Norwegische, überregionale Medien berichteten darüber. So kann das Ehepaar Thomas die Ereignisse aus der Ferne rekonstruieren: Das rot gestrichene Haus, das zweistöckig am Hang gebaut worden war, wurde von dem Erdrutsch getroffen. Die Wucht der Erdmassen sei so groß gewesen, dass das Obergeschoss aus Holz vom Unterschoss aus Stein geschoben worden sei.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sich die 26-jährige Melanie sowie ihr Vater – Edith Thomas‘ Sohn – im Haus befunden. Bruder und Mutter der jungen Frau waren zum Zeitpunkt nicht zu Hause. Der Vater habe sich im oberen Teil des Hauses befunden und es unverletzt verlassen können, erzählt das Paar. Der untere Teil des Gebäudes, wo Melanie sich aufgehalten hatte, sei jedoch komplett von der Schlammlawine eingeschlossen worden. Der Vater habe Polizei und Rettungsdienst informieren können. Doch trotz eines Großaufgebotes an Hilfskräften – Feuerwehr, Polizei, Suchhundestaffel und mehr – konnte Melanie nur tot und erst viele Stunden später, am Abend, aus dem Haus geborgen werden.

„Wir sind hier und wissen nicht, wie wir helfen können“, sagt Wolfgang Thomas. Die Enkelin seiner Frau Edith ist am Samstag in Norwegen bei einem Erdrutsch ums Leben gekommen. Foto: mld

Im Zuge der Rettungsarbeiten habe das gesamte Haus eingerissen werden müssen – die Möglichkeit, persönliche Gegenstände zu retten, habe nicht mehr bestanden. „Die Familie besitzt nichts mehr – nur noch das, was sie am Leib trugen“, erzählt Edith Thomas. Die Familie sei nun bei Freunden untergekommen und werde psychologisch betreut. Thomas habe bislang einmal mit ihren Angehörigen sprechen können.

„Wir sind hier in Schaumburg und wissen nicht, wie wir helfen können“, sagt Wolfgang Thomas. Und das, obwohl viele Bekannte schon ihre Unterstützung angeboten hätten. Deshalb hat das Ehepaar ein Konto eingerichtet. Darauf, sagen die Eheleute, könnten hilfsbereite Menschen Geld überweisen, wenn sie der Familie in Norwegen helfen wollten. Nähere Informationen erteilt das Ehepaar Thomas unter der Rufnummer (0 57 51) 7 58 54. Vielleicht, so die Hoffnung des Ehepaares, könne sich die Familie so bald wieder eine neue Wohnung einrichten, denn die Versicherung decke wahrscheinlich nicht alle Kosten. Das Engeraner Paar wolle das Geld erst einmal sammeln und dann den Gesamtbetrag überweisen.




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