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Steinzeichen-Geschäftsführer beantragt Insolvenz

Steinzeichen ist pleite

veröffentlicht am 21.09.2016 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite

Als alleiniger Geschäftsführer habe er das Insolvenzverfahren der GmbH & Co. KG beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt. „Einen Beschluss erwarte ich Ende des Monats September“, so Wärmer gegenüber unserer Zeitung.

Als die Erlebniswelt im April dieses Jahres nicht geöffnet wurde, räumte Wärmer wirtschaftliche Probleme ein (wir berichteten). Der Park blieb bis auf Weiteres geschlossen. Eine Lösung fand der fast 80-Jährige für seine Erlebniswelt trotz intensiver Bemühungen nicht. „Ich hatte sehr gehofft, Hilfe zu bekommen, aber ich erhielt aus vielen verschiedenen Gründen nur Absagen“, so Wärmer. Weder die Stadt Rinteln noch der Landkreis Schaumburg, das Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW) oder die Gesellschafter des Steinbruchs hätten sich imstande gesehen, die Erlebniswelt zu unterstützen. „Ich habe auch ins Ausland geschaut, zum Beispiel nach Holland, aber auch dort waren meine Bemühungen, einen Partner oder Investor zu finden, nicht fruchtbar“, so Wärmer. Er persönlich könne den Betrieb nicht weiterführen und habe daher schweren Herzens den Insolvenzantrag gestellt. „Es ist schon enttäuschend, denn bei der Eröffnung am 1. Mai 2000 war ich sicher, eine innovative Nachnutzung für den Steinbruch gefunden zu haben“, so Wärmer. Die rückläufigen Besucherzahlen der vergangenen drei Jahre, bedingt durch schlechtes Wetter, hätten die Fixkosten des Parks nicht mehr gedeckt. Damit sei der weitere Betrieb der Erlebniswelt nicht mehr möglich.

Der Pendler-Parkplatz bleibt übrigens geöffnet. „Aber der wird nicht gepflegt, was man inzwischen auch sieht“, bedauert Wärmer.

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  • Bis auf Weiteres geschlossen und der Müll stapelt sich.
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  • Der Pendlerparkplatz bleibt geöffnet, wird aber nicht gepflegt.

Beim Landkreis und bei der Stadt Rinteln wurde man überrascht von der Information, dass der Insolvenzantrag für die Erlebniswelt gestellt wurde. „Wir haben Gespräche geführt und Herrn Wärmer gebeten, ein wirtschaftliches und zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten. Das ist aber nicht geschehen“, sagte Matthias Gräbner, Geschäftsführer des TWW. Die Bereitschaft aller Beteiligten, die tolle Anlage und den Park als besondere Attraktion für den Tourismus in der Region zu erhalten, sei groß. „Das geht aber nur mit einem neuen Konzept“, so Gräbner, der in der Insolvenz auch die Chance für einen Neuanfang sieht.

Auch Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises, sieht nur in einem neuen, wirtschaftlichen Konzept eine Zukunft für die Erlebniswelt.

Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer hat in seinen Gesprächsnotizen nachgelesen und stellte fest: „Wir haben Herrn Wärmer vorgeschlagen, Partner für den Park zu suchen und ein attraktivitätssteigerndes Konzept zu erarbeiten. Dabei wollten wir ihn auch unterstützen, denn die Erlebniswelt ist für Rinteln wichtig.“ Es sei aber unmöglich, den Betrieb durch eine einmalige Finanzspritze in fünfstelliger Höhe zu retten. Ohne wirtschaftliches Konzept würde das auch nicht dauerhaft helfen.

Ob der Park wieder geöffnet werden kann, ist derzeit völlig ungewiss. „Jetzt ist der Insolvenzverwalter gefragt“, sagte Gräbner. „Er muss quasi aufräumen und feststellen, ob es eine Zukunft für den Park mit dem riesigen Gelände geben kann. Derzeit ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben, die Verbindlichkeiten sind zu groß, aber wir sollten optimistisch nach vorne blicken.“ Vielleicht sei 2017 ein Neustart auf kleiner Flamme möglich.




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