weather-image
22°

Blick in ferne Galaxien möglich

Sternwarte über den Dächern der Stadt eingeweiht

Vom Dach des Ernestinums aus kann man jetzt in die Sterne sehen - und weit darüber hinaus. Möglich macht es eine Sternwarte, die nun feierlich eingeweiht wurde.

veröffentlicht am 07.02.2019 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 18:56 Uhr

Hoch über den Dächern der Stadt stehen diese Mitglieder der Astro-AG vor der neuen Sternwarte. Foto: jaj

Autor:

Jessica Rodenbeck

Rinteln. Vor 20 Jahren fand Sven Rundfeldt ein Teleskop auf dem Sperrmüll, reparierte es und machte damit einen Venustransit sichtbar. Für den Lehrer war das der Beginn einer Leidenschaft, die Rinteln nun einen neuen Höhepunkt hoch über den Dächern der Stadt beschert hat: eine Sternwarte.

Schon von weitem ist die weiße Kuppel, die auf dem Dach des Ernestinums thront, sichtbar. Sie enthält das Kernstück der Sternwarte: ein riesiges Teleskop, das Rundfeldt und seiner Astronomie-AG den Blick in die Sterne und in ferne Galaxien ermöglicht. „Bei klarer Sicht können wir Millionen von Lichtjahren weit sehen“, erklärt Rundfeldt.

Doch in der Kuppel sitzen wird eher selten jemand, denn das Teleskop wird über eine Handy-App gesteuert. In den nächsten Tagen will der Lehrer damit beginnen, das Teleskop zusätzlich zu verkabeln, sodass die empfangenen Bilder auf Computer übertragen werden, die eine Etage tiefer stehen. Das ist nicht nur bequemer und wärmer, es habe auch bildliche Vorteile, erklärt Rundfeldt: Computer könnten Bilder darstellen, die der Mensch mit bloßen Auge nicht wahrnehmen könne, ganz einfach weil sie zu dunkel seien.

Schulleiter André Sawade (v.l.), Dr. Günter Merkel vom Lions Club Rinteln, Ansgar Haverkamp von der Volksbank in Schaumburg und Initiatior Sven Rundfeldt begutachten das Teleskop. Foto: jaj

Bereits Ende November wurde die 7000 Euro teure Kuppel geliefert. „In vielen Einzelteilen“, erinnert sich der Lehrer. Allein 30 Tüten mit Schrauben seien darunter gewesen. Viele Stunden Arbeit wurden in den Aufbau investiert, bevor die Kuppel schließlcih mithilfe eines Krans auf das Dach gehoben werden konnte.

Man sieht Rundtfeld während der Eröffnung förmlich an, wie stolz es ihn macht, dass die Sternwarte nun tatsächlich fertig ist. Bereits vor zwei Jahren schaffte das Ernestinum das große Teleskop an und schon damals äußerte er den Wunsch nach einer Sternwarte. Der Landkreis holte dann Angebote für die benötigte Plattform ein: alle lagen im fünfstelligen Bereich. „Und ich hatte gerade einmal 2500 Euro zur Verfügung“, erinnert sich der Musik- und Biologielehrer.

Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Sternwarte dann sogar auf 26 500 Euro. „Ohne die Unterstützung des Lions Clubs Rinteln, der Volksbank, der Ernestina und des Landkreises wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, dankte Schulleiter André Sawade im Rahmen der Einweihung am Mittwoch. Er lobte auch Rundfeldts Engagement für die Sache – auch wenn es nicht unüblich sei, dass Lehrer am Ernestinum eigene Projekte verfolgen. „Hier konnte schon immer, sofern es legal ist, jeder machen, was er will.“

Sven Rundfeldt hofft, dass die Sternwarte auch dazu beitragen wird, junge Menschen an die Naturwissenschaften heranzuführen. Denn egal, ob Mathematik, Physik, Chemie oder Biologie: „Die Astronomie vereint eigentlich alles.“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare