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2011 errichtet und schon jetzt zu klein

Stüken verdoppelt Produktion in China / 3,5 Millionen investiert

RINTELN. Mit Superlativen braucht Stüken schon jetzt nicht zu geizen. 200 Millionen Euro Umsatz und 1300 Mitarbeiter auf drei Kontinenten sprechen ihre ganz eigene Sprache. Seit mehreren Jahren befindet sich das Familienunternehmen auf Wachstumskurs. Der soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Daher möchte der Weltkonzern aus der Weserstadt seine Produktionsflächen in Shanghai, China, bis zum Jahresende verdoppeln. 3,5 Millionen Euro werden investiert.

veröffentlicht am 21.03.2019 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 21.03.2019 um 19:00 Uhr

Stüken Shanghai liegt rund 50 km südöstlich vom Stadtkern und nur 20 Minuten südlich vom Flughafen Pudong. Ungewöhnlich an dem Neubau: Es entsteht eine zweistöckige Produktionsstätte. Foto: Stüken
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Noch im März soll mit dem Ausbau begonnen werden, verrät Unternehmenssprecherin Sandra Göhner-Baake. Derzeit umfasst die Produktionsfläche von Stüken-Shanghai 3 000 Quadratmeter. „Prognosen zufolge ist für die nächsten Jahre eine erhebliche Umsatzsteigerung zu erwarten.“ Viele weitere Projekte stünden schon in den Startlöchern und werden das Wachstum weiter vorantreiben. Wie zuvor schon die anderen Produktionsstandorte der Stüken-Gruppe ist nun auch das in 2011 erbaute chinesische Werk an seine physischen Grenzen gestoßen. Das neue Gebäude soll schon Ende 2019 fertiggestellt sein.

„Wir werden 3,5 Millionen Euro investieren und damit nicht nur mehr Platz für die Produktion von hochpräzisen Tiefziehkomponenten schaffen, sondern auch für den Werkzeugbau sowie Lagerung und Logistik“, erklärt Dr. Hubert Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung bei Stüken. „Es ist für uns ungewöhnlich, dass eine Produktionsstätte zweistöckig gestaltet wird. Unsere Veredelungsprozesse, wie zum Beispiel Kanten- und Oberflächenbearbeitung, Reinigung oder zerstörungsfreie Prüfverfahren werden in das obere Stockwerk ziehen. An jedem Ende des Gebäudes werden wir modernste Fördertechnik einsetzen. Dadurch werden ein optimaler Materialfluss und eine hohe Raumausnutzung möglich. Das hoch technisierte Konzept sieht auch Wärmepumpen und den Einsatz von erneuerbaren Energien vor.“

Erst im Februar 2018 folgte der Spatenstich für eine weitere Stüken-Großinvestition. In der Rintelner Nordstadt entsteht derzeit für rund acht Millionen Euro eine Logistikhalle. Spätestens 2021 soll dort der Betrieb aufgenommen werden. Der bereits fertiggestellte Rohbau diente vor Kurzem als außergewöhnliche Kulisse eines Symphonie-Konzerts (wir berichteten). Weitere acht Millionen Euro fließen derzeit in die Neustrukturierung und Verbesserung der innerbetrieblichen Produktion und Logistikabläufe des bestehenden Teil des Standorts.

2016 wurde das Werk in Tschechien mit einer verdoppelten Produktionsfläche neu eröffnet. Foto: Archiv

Geschäftsführer Dr. Schmidt betonte beim Spatenstich, die Investition sei ein Bekenntnis in die Zukunftsfähigkeit des Werkes und ein „klares Bekenntnis zur Stadt Rinteln“. Hauptgrund für den Ausbau am Hauptsitz des Werkes, statt in China, Tschechien oder den USA, wo Tochterbetriebe sitzen, seien die „hoch qualifizierten und mit viel Know-how ausgestatteten Mitarbeiter in Deutschland“.

Doch auch diese Tochterunternehmen entwickeln sich prächtig, wie ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt. Denn Stüken Nordamerika verdreifachte seine ursprüngliche Größe bereits im Jahr 2015, Stüken Tschechien folgte ein Jahr später mit einer Verdoppelung der Produktionsfläche (wir berichteten).

In Shanghai betreibt Stüken derzeit elf Transferpressen und sieben Stanzautomaten für Folgeverbundwerkzeuge, erklärt Wolfgang Grewe, Geschäftsführer von Stüken Shanghai. „Im Zusammenspiel mit unserer großen Bandbreite an Veredelungsprozessen profitieren unsere Kunden von einsatzfertigen Produkten. Dazu gehören auch Baugruppen und Prozesse wie das Laserschweißen und Widerstandsschweißen.“ Mehr als 90 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet Stüken Shanghai mit Kunden aus China. Der Großteil der Produkte geht in die Automobilindustrie, insbesondere für Anwendungen in den Bereichen Kraftstoffzufuhr, Antriebstechnik und Bremssysteme, wo das Rintelner Unternehmen langjährige Erfahrungen und Kompetenz hat.

Der klare Wachstumskurs des Unternehmens macht sich auch beim Umsatz bemerkbar. Während 2016 noch 168 Millionen Euro umgesetzt wurden, sind es mittlerweile rund 200 Millionen Euro. Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter von rund 1150 auf rund 1300 gestiegen. Der größte Teil, rund 860 Mitarbeiter, sind an den zwei Standorten der Weserstadt beschäftigt.




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