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Rintelns gefährlichster Weg

Sturm kippt Pappel hinter der ehemaligen Jugendherberge um

RINTELN. Es war keine Motorsäge, sondern der Sturm, der am Montag eine Pappel auf dem Pfad entlang der Exter hinter der ehemaligen Jugendherberge gefällt hat. Außerdem sind viele Äste heruntergekommen.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 16:23 Uhr
aktualisiert am 05.03.2019 um 19:00 Uhr

Die umgestürzte Pappel ist im Bildhintergrund zu sehen. Foto: wm
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Autor

Hans Weimann Reporter
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RINTELN. Es ist keine Motorsäge, sondern der Sturm gewesen, der am Montag eine Pappel auf dem Pfad entlang der Exter hinter der ehemaligen Jugendherberge gefällt hat. Außerdem sind viele Äste heruntergekommen.

Der Pfad hinter der Straße Am Bären wird als Spazierweg vor allem von Senioren und Hundebesitzern genutzt, weil er direkt an der Altstadt und idyllisch an der Exter liegt. Es ist inzwischen Rintelns gefährlichster Spazierweg. Die Hybridpappeln hatte man dort kurz nach dem Krieg gepflanzt, weil Pappeln schnell wachsen. Gleichzeitig sind Pappeln Weichhölzer und damit besonders bruchgefährdet. So urteilte das Oberlandesgericht Saarbrücken im Jahr 2010, ein Grundstückseigentümer könne sich nicht auf „höhere Gewalt“ berufen könne, sollte jemand durch einen solchen Baum zu Schaden kommen.

Die Pappeln an diesem Pfad hätten ihr Lebensalter längst erreicht, betont Bauhofleiter Ulrich Hartmann. Deshalb werde dieser Pfad immer wieder gesperrt, warne ein Schild vor Astbruch. Doch das könne auch aus Sicht der Bürger keine Lösung auf Dauer sein. Hartmann plädiert deshalb dafür, diese Pappeln fällen zu lassen. Doch das ist nicht ganz einfach, weil dort nur begrenzt Maschinen eingesetzt werden können.

Bisher habe man immer das Totholz aus den Bäumen schneiden lassen, schildert Hartmann. Doch der Experte, ein „Baumkletterer“, weigere sich inzwischen, weil das zu gefährlich geworden sei.

In seiner Einschätzung weiß sich Hartmann einig mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis und dem Naturschutzbund (Nabu). Dort habe man keine fachlichen Einwände. Dies bestätigte der Vorsitzende der Rintelner Nabu-Ortsgruppe, Nick Büscher, in einem Telefongespräch. Der Nabu empfehle danach die Anpflanzung von geeigneten Bäumen wie Erlen oder Eschen. Hartmann schlägt einen Ortstermin gemeinsam mit dem Ortsrat vor, wo man die weitere Vorgehensweise abstimmen könne.

Langfristig, sagen Fachleute, würden Pappeln ohnehin von Straßen und Wegen verschwinden, denn diesen Bäumen setze der Klimawandel besonders zu.




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