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Landesbehörde prüft „kleine Lösung“ für Kreuzungsumbau in Westendorf

Suche nach einer realistischen Option

WESTENDORF. Vor vier Jahren schien die Sache schon perfekt: der Umbau der Kreuzung in Westendorf. Diese ist aus Sicht der Verkehrsplaner mit den versetzten Einmündungen der Landesstraße 438 (Berliner Straße, Zollstraße) und der Kreisstraße 74 von Norden wie Süden (Stolzenegge und Ziegeleiweg) in die B 83 unübersichtlich, damit potenziell gefährlich und baulich in einem schlechten Zustand.

veröffentlicht am 01.01.2019 um 18:30 Uhr

Drei Straßen münden in Westendorf auf die Bundesstraße 83, dies schafft eine unübersichtliche Situation. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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Doch die Pläne verschwanden wieder in der Schublade. Unter anderem, weil bestimmte Grundstücke nicht zum Verkauf standen und die damals angedachte große Lösung der Politik auch zu teuer war. Denn geplant war eine Brücke über den jetzt noch höhengleichen beschrankten Bahnübergang.

Jetzt denkt man bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln über eine „kleine Lösung“ für die Kreuzung nach. Ein Thema, das nach unseren Informationen auch deshalb wieder aktuell geworden ist, weil ein Grundeigentümer an der Kreuzung wohl unter Umständen bereit ist, ein für eine Neugestaltung der Kreuzung notwendiges Grundstück zu veräußern.

Das bestätigte vor Jahresschluss Behördenleiter Markus Brockmann in einem Telefongespräch. Schriftlich hat das Hans-Hermann Klingenberg, Anwohner an der Zollstraße. Dieser hatte an die Landesbehörde eine Unterschriftenliste der Zollstraßen-Anwohner geschickt, die seit Jahren für einen Lärmschutz kämpfen. Denn ihre Häuser liegen genau im Dreieck der Bundes- und Landesstraße (wir berichteten).

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Im Schreiben der Landesbehörde an Klingenberg geht es eigentlich um Lärmschutz, doch im Schreiben merkt Uta Weiner-Kohl, stellvertretende Leiterin der Landesbehörde, auch an: „Zurzeit werden Varianten für eine kleinere Möglichkeit des Umbaus des Knotenpunktes untersucht.“ Sobald die erforderlichen Vorplanungen abgeschlossen und die Finanzierung in Aussicht gestellt sein werden, werde diese Planung öffentlich vorgestellt. Einen genauen Zeitpunkt dafür könne sie aber noch nicht angeben.

Weiner-Kohl kündigt an, im Rahmen der neuen Planung werde dann auch eine schalltechnische Untersuchung „nach den Grundsätzen der Lärmvorsorge“ vorgenommen und Ansprüche der Anwohner auf Lärmschutzmaßnahmen geprüft.

Brockmann erläuterte auf Anfrage Einzelheiten. Man überlege, zumindest an einer Stelle ein richtiges Fahrbahnkreuz mit Bundes- und Kreisstraße herzustellen. Doch eine konkrete Linienführung gebe es noch nicht. Noch sei man auf der Lösungssuche. Auch die Verwaltung in Rinteln sei noch nicht in die Planung eingebunden, weil es dazu noch zu früh sei.

Zurzeit treffen der Ziegeleiweg aus dem Süden und die Stolzenegge von Norden versetzt auf die viel befahrene Bundesstraße. Nicht optimal sind auch die beiden langen Abbiegespuren aus Richtung Deckbergen nach Ahe sowie nach Engern, die ortsunkundige Autofahrer verunsichern können. Die Abfahrten sind zurzeit getrennt durch das Grundstück eines Lackierbetriebes. Auch für Radfahrer ist die Kreuzung gefährlich.

Was Brockmann nicht sagt, aber nahe liegt: Da es sich bei dieser „kleinen Lösung“ um überschaubare Baumaßnahmen handeln würde, vergleichbar mit dem Umbau der Steinberger Kreuzung, könnte das eher Realität werden als die große Umgehung von Steinbergen, für die es zurzeit noch nicht einmal eine verbindliche Linienführung gibt.

Warten muss auch Klingenberg, der seit Jahren für den Lärmschutz an der Zollstraße kämpft. Wie Weiner-Kohl in ihrem Schreiben ausführt, seien derzeit an der Zollstraße keine Lärmschutzmaßnahmen geplant. Aus deshalb nicht, weil die Zollstraße eine Landesstraße ist und hier das Land Niedersachsen zuständig, nicht der Bund.

Klingenberg hofft jetzt auf Unterstützung durch die Verwaltung und Politik. Immerhin sei es ja mit politischem Druck auch möglich gewesen, dass Lärmschutz für Möllenbeck an der dortigen Bundesstraße im Gespräch ist.




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