weather-image
16°

Möllenbecks Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark fordert Umdenken in Stadtverwaltung

Thorsten Frühmark fordert Dorfentwicklungskonzept für alle Ortsteile

Die Ortsteile müssen wissen, wie sie in zehn Jahren dastehen, fordert Möllenbecks Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark. „Maßnahmen, die zu einem Aussterben der Ortsteile führen, müssen rechtzeitig verhindert werden, wie bereits im Hinblick auf die Grundschulen diskutiert. „Es kann nicht sein, dass die Infrastruktur in den Ortsteilen immer mehr abnimmt.“ Er fordert ein Dorfentwicklungskonzept. „Es reicht nicht, sich auf den Brückentorkomplex zu fokussieren.“

veröffentlicht am 05.03.2019 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 05.03.2019 um 19:20 Uhr

Das Klosterdorf fordert mehr Fokus auf die Dörfer. Foto:Grugerio/CC BY-SA 4.0
DSC_8809

Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

RINTELN. Unseren Bericht über einen Verwaltungsstellenleiter, der sich anonym über Missstände in den Rintelner Ortsteilen beschwert hat, nimmt der Ortsrat Möllenbeck zum Anlass, eine neue Idee öffentlich zirkulieren zu lassen.

Grundsätzlich finde man es nicht richtig, schreibt Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark, dass sich der Verwaltungsstellenleiter anonym geäußert habe. Probleme in einzelnen Ortsteilen solle man direkt mit den zuständigen Personen besprechen. Viel könne über den kurzen Dienstweg gelöst werden. Sehr gut fand Frühmark den Hinweis unserer Zeitung auf Paragraf 3 des Gebietsänderungsvertrages. Demnach ist die Stadt Rinteln verpflichtet, alle Ortsteile so zu fördern, dass ihre Entwicklung durch die Eingliederung nicht beeinträchtigt ist.

Man sei auf einem guten Weg, indem man ein Schulentwicklungskonzept und auch ein Wohnraumentwicklungsprogramm erarbeite. Nach Meinung der Klosterdörfler reicht das allerdings nicht aus.„Aus Sicht von Möllenbeck müssen für alle Ortsteile Dorfentwicklungskonzepte mit der Verwaltung erarbeitet werden“, so Frühmark.

Es fänden regelmäßig Treffen mit den Ortsbürgermeistern statt. Diese Zusammenarbeit müsse verstärkt werden. „Es sollten mit allen Ortsteilen Gespräche stattfinden, um die Probleme in den einzelnen Ortsteilen genauer zu beleuchten. Diese Ergebnisse müssen dann in ein Entwicklungsprogramm umgesetzt werden“, fordert Frühmark.

„Die Ortsteile müssen wissen, wie sie in zehn Jahren dastehen.“ Maßnahmen, die zu einem Aussterben der Ortsteile führten, müssten rechtzeitig verhindert werden, wie bereits im Hinblick auf die Grundschulen diskutiert worden sei. „Es kann nicht sein, dass die Infrastruktur in den Ortsteilen immer mehr abnimmt.“

Damit sei nicht gemeint, dass Gaststätten und Kneipen wieder aufgemacht werden sollen, betont Frühmark. Allerdings reiche es nicht aus, wenn die Ortsbürgermeister sich immer wieder hilfesuchend an die Verwaltung wenden und es dann teilweise für eine Problemlösung zu spät sei.

Oft würden die Probleme auf Ehrenamtliche verlagert, wie beispielsweise bei der Übergabe der Dorfgemeinschaftshäuser. „Aus meiner Sicht hat man sich auch zu wenig dagegen gewehrt, dass beispielsweise in einzelnen Ortsteilen keine Geldautomaten mehr vorhanden sind.“ Insbesondere die ältere Generation sei darauf angewiesen, vor Ort Geld abholen zu können. Die Kreditinstitute sollten laut Frühmark darüber nachdenken, gemeinsam in jedem Ortsteil einen Geldautomaten aufzustellen, um Kosten zu sparen.

Frühmark beklagt auch, dass es in einigen Ortsteilen keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gebe. „In Möllenbeck kann der Einkauf durch einen Einkaufsbulli auf ehrenamtlicher Basis organisiert werden. Dies ist allerdings nur durch die Unterstützung der Kirche in Möllenbeck möglich“, führt der CDU-Politiker aus. Er schlägt vor, die Stadt solle darüber nachdenken, selbst Fahrzeuge für solche Aktionen zur Verfügung zu stellen.

Der Möllenbecker Ortsrat appelliere an die Stadtverwaltung, die Gespräche mit den Ortsbürgermeistern zu intensivieren. „Es reicht nicht, sich nur mit dem Brückentorobjekt zu beschäftigen. In den Ortsteilen liegen die Probleme viel tiefer gelagert.“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare