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Toter in Steinbergen

Tödlicher Schuss in Steinbergen: Doch keine Absicht?

STEINBERGEN/BÜCKEBURG. Im Totschlagsprozess gegen einen Steinberger (29) sind für Donnerstag die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und den beiden Verteidigern angekündigt. Das Urteil wird voraussichtlich nicht mehr am selben Tag verkündet.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 15:31 Uhr

In diesem Wohnhaus in Steinbergen löste sich der tödliche Schuss. Aber war es Absicht? Das Gericht muss entscheiden. Foto: momo
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STEINBERGEN/BÜCKEBURG. Zuletzt hat Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender des Bückeburger Schwurgerichts, den rechtlichen Hinweis gegeben, dass auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung mit Todesfolge in Frage kommen könnte. In dem Fall würde die Strafe geringer ausfallen.

Der Angeklagte hatte die Tat als Versehen dargestellt. Demnach soll sich beim Spielen mit dem Revolver in der Bauchtasche seiner Trainingsjacke ein Schuss gelöst haben. Auch will der 29-Jährige davon ausgegangen sein, die Waffe zuvor beim Ausprobieren leer geschossen zu haben.

Während einer privaten Feier im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Feldstraße war das Projektil vom Kaliber sechs Millimeter in die Leistengegend eines neben ihm sitzenden Mannes eingedrungen und hatte eine Beinschlagader verletzt. Das Opfer, ein 22-Jähriger aus Porta Westfalica, verblutete innerlich. Vor dem tödlichen Schuss soll es zwischen den Männern zum Streit um Drogen gekommen sein, worauf der Steinberger von zuhause die Waffe geholt haben soll.

Zur Tatzeit gegen 1 Uhr nachts hatte er fast drei Promille Alkohol im Blut, außerdem Spuren von mehreren Drogen. Der Angeklagte ist wiederholt vorbestraft, unter anderem wegen Drogendelikten, gefährlicher Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. An jenem 22. Dezember 2018 stand er unter Bewährung. ly




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