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Komödie „Trennung frei Haus“ im Ernestinum

TV-Stars spielen in der Schulaula wie auf der Theaterbühne

RINTELN. Es war, als hätte man angesehenen Besuch im unaufgeräumten Wohnzimmer empfangen müssen. Ausgerechnet, wenn so bekannte TV-Schauspieler wie Ingo Naujoks, Sven Martinek und Katharina Abt sich in Rinteln die Ehre geben, muss man sie in einer Schulaula empfangen.

veröffentlicht am 12.03.2019 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 12.03.2019 um 17:30 Uhr

Ingo Naujoks (Mitte), Sven Martinek und Katharina Abt zogen auf der Bühne im Ernestinum alle Register ihres schauspielerischen Könnens und nahmen den Spielort nicht übel. Foto: tol
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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“ Ob die Brandschutzschließung des Brückentorsaals nicht doch eine üble Intrige sei, munkelte mancher.

Vielen Besuchern jedenfalls war der Ersatz-Spielort im Gymnasium Ernestinum peinlich, und man spürte, dass sie sich am liebsten bei den Stars entschuldigt hätten.

Umso herzlicher reagierte man auf die Schauspielerfragen ins Publikum, und bis auf einige Zuschauer, die ihre verehrten Fernsehkommissare der Serie „Morden im Norden“ unbedingt mit Blitzlicht fotografieren mussten, verlief die Vorstellung des Münchner Tournee-Theaters am improvisierten Spielort vollkommen reibungslos ab.

Die Komödie „Trennung frei Haus“ des Franzosen Tristan Petitgirard spielte passenderweise in einem Wohnzimmer voller Umzugskartons. Dorthin verschlägt es Ingo Naujoks in der Gestalt von Eric, dessen Nachnahme „Aixéhoppe“ das Programm seiner Trennungs-Agentur umschreibt: Ex und Hopp.

Gerade ist er von einem Kunden beauftragt worden, bei Pauline – Katharina Abt – mit Blumen in der Hand vorstellig zu werden, um ihr mehr oder weniger charmant mitzuteilen, dass die Beziehung beendet ist. Der Schock: Pauline ist seine große Liebe, die ihn vor Jahren über Nacht verlassen hatte.

Geradezu philosophisch hatte Eric zuvor dem Publikum erläutert, was es mit Trennungen auf sich hat. Dass es nichts Schwereres gäbe, als diese drei Worte zu sagen: „Es ist vorbei“; dass man eine „blitzsaubere Trennung“ ohne Verletzungen hinbekommen möchte. Dass es am besten wäre, den anderen dazu zu bringen, sich zu trennen. Doch weil es niemals ohne Schmerzen abgehen könne, komme er ins Spiel: Als Überbringer der schlechten Nachricht, der wahlweise mit Blumenstrauß oder Schimpftirade die Begründung für das „Vorbei“ abliefert.

Ingo Naujoks ist in dieser Rolle der Star des Abends. Ihm fliegen die Herzen zu, wie er sich, trotz seriösem Anzug mit gewohnt verschlottertem Charme, der verrückten Situation stellt. Auf keinen Fall soll Pauline von seinem etwas anrüchigen Beruf erfahren. Doch dann taucht überraschend der Kunde auf, Sven Martinek als „Hyppolite“, der sich eines Besseren besonnen hat und bei der immer noch ahnungslosen Pauline bleiben will.

Naujoks und Martinek, die im wirklichen Leben beste Freunde sind, werfen sich im Wettkampf um Pauline und zur Freude der Zuschauer Gemeinheiten an den Kopf, drohen, die Geheimnisse auffliegen zu lassen, und liefern sich also eine Schlacht, bei der Katharina Abt nur noch mit zunehmender Hysterie mithalten kann. Schließlich wird „Hyppolite“ als Liebes-Scharlatan enttarnt und muss gehen.

Eric wird aber nicht der Sieger bleiben. Erneut verlässt ihn Pauline, die durch seine Geschichte dazugelernt hat: Es klingelt an der Tür und eine Botin mit Blumen in der Hand muss gar nicht erst aussprechen, was Sache ist: „Es ist vorbei.“

So gut „Trennung frei Haus“ auch ankam bei den Rintelnern, die prinzipielle Unzufriedenheit mit dem Spielort Ernestinum war das große Pausenthema. An den Organisatoren vom Ernestinum und dem Kulturring lag das nicht. „Von unserer Seite aus hat alles bestens geklappt“, so Schulleiter André Sawade. Die beiden Hausmeister hätten alles im Griff gehabt, ebenso wie die Bühnentechniker von „Carambolage“. Auch die Schauspieler hätten sich nicht beschwert. „Eine Schulaula ist natürlich kein Festsaal“, so Sawade. „Aber wir machen das Beste draus.“




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