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Unterschriften werden weiter gesammelt

Umfrage zum Erhalt des Brückentorsaals: „Auf gutem Weg“

RINTELN. Derzeit werden Unterschriften gesammelt, um den Brückentorsaal in Eigentum der Stadt Rinteln zu erhalten (wir berichteten). 2100 Rintelner müssen unterschreiben, um ein Bürgerbegehren zu erwirken. Gut die Hälfte der benötigten Unterschriften gebe es schon – doch gerade auf den Dörfern wird es schwierig:

veröffentlicht am 16.05.2019 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 16.05.2019 um 18:51 Uhr

Derzeit werden Unterschriften gesammelt, um den Brückentorsaal in Eigentum der Stadt Rinteln zu erhalten (wir berichteten). 2100 Rintelner müssen unterschreiben, um ein Bürgerbegehren zu erwirken. Foto: Archiv
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Als Eberhard Kirsch im Jahr 1964 mit seiner Familie nach Rinteln kam, war er geschockt. „Was ich hier vorfand, war eine total leere, öde Kulturlandschaft“, sagt er. „Ich erwähne das, um zu erklären, was einen alten Mann wie mich dazu motiviert, sich für den Erhalt des Brückentorsaales einzusetzen.“

Kirsch ist nicht nur Mitinitiator für das Bürgerbegehren zur Sanierung des Brückentorsaals, sondern seit mehr als 35 Jahren eng mit Rintels erster Stadthalle verbunden, und zwar in seiner Funktion als Schatzmeister des Kulturrings.

Es habe viele Jahre gebraucht, um die Veranstaltungsorganisation in geordnete Bahnen zu lenken, so Kirsch. Nun mache es ihm Sorgen, dass man mit dem Einsammeln von insgesamt 2100 benötigten Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Saales (wir berichteten) nach ersten Erfolgen nicht mehr recht weiterkomme.

Eberhard Kirsch ist Mit-Initiator der Umfrage zum Erhalt des Brückentorsaals. Foto: cok

„Wir brauchen ja auch Stimmen aus den Dörfern“, sagt er. Dort erreiche man aber die Bürger nicht so gut, auch weil es kaum geeignete Orte gebe, wo man die Unterschriftenlisten auslegen könne.

Mitinitiatorin Ines Rauch ist überzeugt: „Wir schaffen das.“ Gut die Hälfte des Weges habe man schon beschritten. Jetzt komme es darauf an, dass sich verstärkt weitere Helfer am Unterschriftensammeln beteiligen würden. Die Initiative rund um Claudia Döpke, Eberhard Kirsch und Ines Rauch hat dafür gesorgt, dass Unterschriftenlisten in Geschäften und zum Beispiel auch im Museum Eulenburg ausliegen. Sie sammelten Stimmen bei Kulturveranstaltungen und wollen auch in der Nähe der Wahllokale bei der Europawahl am 26. Mai weiter auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Unter anderem dafür wären sie froh über interessierte Menschen, die die Stände betreuen.

Darüber hinaus freuen sie sich über jeden, der eine Unterschriftenliste im Bekanntenkreis herumreicht und in seinen Vereinen oder sonstigen Gruppen nachfragt. „Auf den Dörfern und am Stadtrand warten viele Bürger darauf, dass wir bei ihnen vorbeikommen“, so Rauch. Das betreffe vor allem Menschen, die nicht so mobil seien. Man hoffe, die nötigen Stimmenanzahl bis zum Beginn der Sommerferien zusammenzubringen.

Insgesamt befürchtet Kirsch, dass die Kulturlandschaft Rintelns weit zurückgeworfen werde, falls es tatsächlich zu einem Stadthallenneubau komme. „Das würde sechs bis acht Jahre Stillstand bedeuten“, meint er. „Ich habe Angst, dass alles, was wir über Jahrzehnte erreicht haben, dann nur noch Vergangenheit ist.“

In den Sechzigerjahren habe es nur typische Kleinstadt-Veranstaltungen in Rinteln gegeben, erzählt er. Die Gesangvereine seien regelmäßig aufgetreten, Jakobi-Organist Werner Herrmann habe Konzerte gegeben, ansonsten hätten die Vereine ihre Feste gefeiert. Einzig auf privater Ebene habe man manchmal Künstler von außerhalb in die Stadt geholt.

Da sei Edeltraud Müller zusammen mit ihrem Mann sehr engagiert gewesen, beide hätten immer wieder Veranstaltungen im Kinosaal Auf der Bünte auf die Beine gestellt. „Dafür gab es keine öffentlichen Zuschüsse und die Künstler spielten für die Abendkasse.“ Alle Beteiligten seien glücklich gewesen, als der Bau einer Stadthalle beschlossen und der Brückentorsaal 1976 eröffnet wurde.

Sollte das Bürgerbegehren zustande kommen und sollten die Rintelner dann in einem Bürgerentscheid dafür stimmen, dass der Brückentorsaal weiterhin im Besitz der Stadt bestehen bleibe, dann plädiere er für einen Neustart des kulturellen Konzeptes, sagt Kirsch. In seinen Augen sei zu wenig dafür gesorgt worden, den Saal auch für die Bedürfnisse der jüngeren Generationen zur Verfügung zu stellen: „Das konnte und kann der Kulturring allein nicht leisten.“




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