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Anders als gewohnt

Ungewöhnliche Adventszeit: Rintelns Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet

RINTELN. Keine Menschenmasse, keine Liveband: Anders als gewohnt ist am Freitag um 18 Uhr in Rinteln die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet worden. Weihnachten solle man sich nicht nehmen lassen, sagte Pastor Dirk Gniesmer in seiner Ansprache - und spielte das Szenario „Jesu Geburt in Corona-Zeiten“ durch:

veröffentlicht am 27.11.2020 um 19:02 Uhr

ri-marie-1410

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Redakteurin / Online zur Autorenseite

RINTELN. Einen Vorgeschmack darauf, wie ungewöhnlich diese Adventszeit wird, hat das Anleuchten des großen Weihnachtsbaums und der Weihnachtsbeleuchtung in Rinteln am Freitagabend um 18 Uhr gegeben. Wo sich noch vor einem Jahr eine große Menschenmenge auf dem Marktplatz drängelte, wo Buden standen, man Punsch und Glühwein trank und Bands auf der Bühne spielten, um den „Adventszauber“ zu eröffnen – da war am gestrigen Abend nicht viel los.

Angeleuchtet wurde dennoch pünktlich um 18 Uhr, Vertreter der Stadt Rinteln und der Stadtwerke veranlassten ganz analog, dass kurz vor dem 1. Advent Rinteln nun im weihnachtlichen Licht erstrahlt.

Die feierlichen Ansprachen, die ansonsten von der Marktplatzbühne aus gehalten wurden, sie gab es in diesem Jahr rein digital: Bürgermeister Thomas Priemer und Pastor Dirk Gniesmer von der Johannes-Kirchengemeinde sendeten ihre Botschaften über die Plattform Youtube ins Land.

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So erinnerte Priemer noch an die Eröffnung des Adventszaubers vor einem Jahr, an die Stimmung, an die Leichtigkeit. Davon sei man heute „weit entfernt“, den Weihnachtsmarkt abzusagen, das „tut uns weh“, sagte Priemer stellvertretend für die Verwaltung. Die nun eingeschaltete Beleuchtung solle aber vorweihnachtlichen Glanz und festliche Stimmung verbreiten.

Wie berichtet, tritt an die Stelle des Adventszaubers eine Corona-konforme Form eines Weihnachtsmarktes: In der Innenstadt sind – im weiten Abstand zueinander – Buden aufgebaut, in denen Schausteller süße und herzhafte Leckereien sowie Kunsthandwerker ihre Arbeiten zum Verkauf anbieten. Erstmals werden „Rintelner Budenfenster“ aufgebaut. Dabei können junge Besucher Blicke durch die hübsch dekorierten Budenfenster werfen – was sich dahinter verbirgt, bleibt aber noch eine Überraschung.

Bürgermeister Priemer warb für diese kleinere, aber feine Art eines Weihnachtsmarktes, Rinteln freue sich auf Besucherinnen und Besucher – aber eben, mit Abstand. Und wenn die Rintelner Bürgerinnen und Bürger aufeinander achteten und Selbstdisziplin aufbringen, dann könne man auch „mit neuer Kraft“ ins nächste Jahr starten.

Pastor Dirk Gniesmer erinnerte daran, dass man in dieser „dunklen Zeit“ doch die Lichter leuchten lassen wolle: „Wir stecken Kerzen an, aber nicht uns gegenseitig.“ Es seien doch viele schöne Dinge möglich, die nicht abgesagt seien. „Wir lassen uns Weihnachten nicht nehmen“, sprach Gniesmer Mut zu.

Er spielte das Szenario durch, was sein würde, wenn die Jesu Geburt unter Corona-Bedingungen stattfinden würde: Inklusive der Schäfer und der Heiligen Drei Könige stünden acht Menschen aus sechs verschiedenen Haushalten an der Krippe, die Weisen aus dem Morgenland würden statt Gold, Weihrauch, Myrrhe Klopapier, Hefe und Nudeln überreichen. Aber – ob Maria und Josef vorher überhaupt nach Bethlehem einreisen dürften, oder würden sie am Beherbergungsverbot scheitern? Neben Weihnachten, erinnerte Gniesmer, solle man sich eben auch den Humor nicht nehmen lassen.




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