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Freiwillige Helfer gibt es in Rinteln viele

UPDATE: Corona-Krise: Wer benötigt Nachbarschaftshilfe oder ein offenes Ohr?

RINTELN. Nachbarschaftshilfe für alle, die berechtigte Sorge haben, sie könnten sich mit dem Coronavirus anstecken, die gibt es inzwischen mehrfach im Rintelner Umfeld. Einer der ersten, der da etwas organisierte, war Möllenbecks Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark. Auch die Jakobi- und die Nikolaikirche engagieren sich und bieten zum Beispiel Einkaufshilfe an.

veröffentlicht am 02.04.2020 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 02.04.2020 um 11:01 Uhr

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Reporterin zur Autorenseite

Das Problem: Gerade die alten Menschen, die solche Unterstützung besonders gut gebrauchen könnten, wissen oftmals gar nicht, dass Nachbarn ihnen zur Seite stehen wollen.

„Helfer zu finden, war für uns kein Problem“, so Pastor Heiko Buitkamp. „Die jüngeren Leute sind ja alle über das Internet vernetzt.“ In der Jakobikirche haben sich Konfirmanden als Helfer gemeldet, und dazu Lehrer und Schüler vom Gymnasium Ernestinum. Bisher aber habe sich noch niemand gemeldet, der Unterstützung wünscht.

Er sei gerade dabei, eine Liste von Gemeindemitgliedern zu erstellen, bei denen er annähme, dass sie im Moment aus Furcht vor einer Ansteckung lieber nicht das Haus verlassen wollen. „Ich denke, wenn ich diese Leute direkt anspreche, sagen sie eher, ob und wie man ihnen helfen könnte“.

Zudem plane die Gemeinde eine Art „Notfall-Gemeindebrief“, der baldigst verteilt werden soll.

In der Nikolaikirche ist Diakonin Kim Kossack für die Koordination von Hilfsgesuchen und Hilfsangeboten zuständig. „Wir haben gemerkt, dass unsere Kirche wegen des Coronavirus in letzter Zeit verstärkt besucht wird. Der Gebetskerzenleuchter ist so voller brennender Kerzen wie nur selten“, sagt sie. Da die Gemeindemitarbeiter wegen der Ausfälle von Gottesdiensten viel Freiraum hätten, seien Helfer bereits zur Stelle.

Betroffene haben sich aber auch hier noch nicht gemeldet. Was die Nachbarschaftshilfe in Möllenbeck betrifft, so geht Thorsten Frühmark davon aus, dass sich manches von selbst ergeben wird. Der „Möllenbeck-Bulli“ sei sowieso jeden Donnerstag unterwegs, um alte Mitbürger zum Einkaufen abzuholen. Denen würde angeboten, den Einkauf für sie zu erledigen. „Ich musste keine Helfer zusammentrommeln“, so Frühmark, „es haben sich an die 20 Leute schon von selbst bei uns gemeldet.“

Engern/Ahe/Kohlenstädt: Ortsbürgermeister Dieter Horn weiß aus seinem Dorf, dass sich auch ohne offizielles Angebot bereits Nachbarn umeinander kümmern. Wer Hilfe anbieten oder annehmen will, kann sich außerdem direkt an ihn wenden: Telefon (0 57 51) 7 42 27, in dringenden Fällen mobil: (01 77) 3 28 88 58.

Auch über Facebook tauschen sich die Bürger über das Thema Nachbarschaftshilfe aus. In der Gruppe „Corona: Schaumburger helfen“ versammeln sich hilfsbereite Bürger und diskutieren nebenbei darüber, wie man diese Hilfe noch besser bekanntmachen kann, da gerade alte Menschen eher selten mit den Sozialen Medien zu tun haben.

Eine Nutzerin schlägt vor, entsprechende Handzettel in den Supermärkten zu verteilen. Auch der Tipp, eine kleine Nachricht mit Telefonnummer in den Briefkasten älterer Nachbarn zu stecken, macht die Runde.

Kontaktnummern zur Nachbarschaftshilfe, sowohl für Unterstützer als auch für Betroffene:

Rinteln: Jakobikirche, (05751) 26 74.

Rinteln: Diakonin Kim Kossack für die Nikolaikirche, Johannis-Kirchengemeinde und die evangelisch-lutherischen Kirchen in den Ortsteilen Todenmann, Exten-Hohenrode und Krankenhagen, 0151-17 25 83 34. 

Möllenbeck: Thorsten Frühmark, 0170 3 42 88 96.

Wer dringend auf Unterstützung angewiesen ist, kann sich an Pastorin Schulz unter 05751 / 9935100 wenden. Die Schweigepflicht wird selbstverständlich gewahrt. Außerdem stellt die Kirchengemeinde einfache selbstgenähte Mundschutze zur Verfügung, die zu den Bürozeiten im Kloster abgeholt werden können. Und wer selbst keine Möglichkeit hat, einkaufen zu fahren, kann sich im Büro melden. Die Ehrenamtlichen holen dann am Donnerstagnachmittag den Einkaufzettel der Betroffenen zu Hause ab, erledigen die Einkäufe und liefern sie ins Haus. Das Büro ist besetzt: Donnerstag von 9.30 – bis 11.00 Uhr und unter 9630641 (Klosterpforte) zu erreichen.

Engern: Dieter Horn, (05751) 7 42 27, in dringenden Fällen mobil: 0177 / 3 28 88 58.

Strücken: Carsten Ruhnau (05751) 9245823; Achim Heger 0162 2395030.

Auch für die Ortschaften Deckbergen- Schaumburg- Westendorf können sich ältere oder kranke Mitbürger an die Ortsbürgermeisterin Gisela Stasitzek unter Telefon (0 51 52) 48 15 wenden. Diese gibt dann die Wünsche an Helfer vor Ort weiter, die sich dann mit den Hilfesuchenden in Verbindung setzen.

Im Zuge der Nachbarschaftshilfe steht für Todenmann Ortsbürgermeister Helmuth Künneke zur Verfügung. Mitbürger, die Hilfe benötigen, können sich bei ihm unter (0 57 51) 53 67 melden.

Krankenhagen: Auch in Krankenhagen, Friedrichshöhe und Volksen stehen die Menschen solidarisch zusammen, um sich gegenseitig durch die Corona-Krise zu helfen. Wie Kathrin Seifert nun mitteilt, ist die Internetseite www.krankenhagen-hilft.de einsatzbereit und online. Hilfesuchende können sich hier an zwei Telefonnummer wenden: (0 57 51) 9 63 95 36 oder (0 57 51) 9 63 95 35. Die Gruppe will für Risikogruppen und ältere Mitbürger unter anderem Folgendes anbieten: Einkäufe in der Umgebung, Fahrten bei Einschränkungen der öffentlichen Verkehrsmittel, ein offenes Ohr, Haustierrunden. „Einfach fragen – wir schauen, was wir möglich machen können!“, so die Gruppe. Die Gruppe weist darauf hin, dass sie von Privatpersonen ebenso wie von Gewerbe noch Unterstützung benötige.

Die Broschüre „Lieferservice in der Stadt Rinteln – Anbieter des täglichen Bedarfs“ wurde 2014 von der Demografiebeauftragten herausgebracht und kontinuierlich aktualisiert. Sie steht dauerhaft als Download auf der Homepage der Stadt Rinteln zur Verfügung. Die Broschüre erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und kann jederzeit um weitere liefernde Anbieter des täglichen Bedarfs ergänzt werden. Dafür ist Kontakt zur Demografiebeauftragten der Stadt Rinteln aufzunehmen. Telefon: 05751/ 403118; E-Mail: l.mundhenke@rinteln.de.

Die Stadt Rinteln bietet gemeinsam mit dem Seniorenbeirat und der Stiftung für Rinteln eine Telefonberatung für ältere Menschen an. Bei Sorgen, Problemen oder einfach nur bei Gesprächsbedarf, haben die  Angerufenen ein offenes Ohr:

Koordination Generation 50+: 01590/4218335 oder 01525/6323606; 

Stiftung für Rinteln: 05751/403303

Seniorenbeirat: 05751/41241

In Exten werden noch Helfer gesucht: Helfer können sich unter 0173 3510505 beim Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff oder per E-Mail unter verwaltungsstelle@exten.de melden.

Die Kirchengemeinde Exten-Hohenrode bietet einen Einkaufs- und Alltagshilfsdienst an. Für die einzelnen Dörfer sind folgende Personen zuständig: Für Exten Susanne Hampel, Tel. 46572, für Hohenrode Frank Knape, Tel. 44100, für Strücken Hiltraut Mumme Tel. 957121 , für die Dörfer Uchtdorf, Wennenkamp, Friedrichswald und Volksen Stephanie Höfig Tel.: 957424 und Regina Lieker Tel. 44739.

Wenn Sie Hilfe brauchen oder einfach nur mal reden wollen, können Sie gerne unter diesen Nummern anrufen: Pastorin Elisabeth Schacht-Wiemer ist unter der Nummer 2521 zu erreichen.

Auch für die Ortschaft Steinbergen können sich ältere oder kranke Mitbürger an den Ortsbürgermeister Sascha Gomolzig wenden. Erreichbar unter der Nummer 0172-5115212. Er organisiert dann Helfer.

Auch für Silixen, Kükenbruch und Laßbruch wird derzeit ein Hilfsangebot aufgebaut für die Lieferung von wichtigen Lebensmitteln oder für die Vermittlung eines Gesprächspartners. Wer bei „Silixen hilft“ mitmachen möchte, melde sich bei Manfred Stoller unter (0 57 51) 4 29 42 oder Elisabeth Hollmann-Plaßmeier, (0 52 62) 46 40 oder per E-Mail an elisabeth.hollmann-plassmeier@lippische-landeskirche.de. Über die Internetseite www.exterdigital.de und Zettel soll das Hilfsangebot an die Haushalte weitergegeben werden.

In Goldbeck ist die Genossenschaft "Goldbecker Lädchen" erreichbar werktags morgens von 7 bis 9 Uhr, nachmittags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 7 bis 11 Uhr unter Telefon (0 52 62) 9 95 79 21.

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KONTAKT: Falls weitere Ortsteile Kontaktnummern zur Nachbarschaftshilfe bereitstellen, wird das auch in unserer Zeitung bekannt gegeben. Hinweise an sz@szlz.de




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