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Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt

UPDATE: Eiscafé „Venezia“: Eis nur noch nach telefonischer Bestellung

RINTELN. „Ein bisschen mehr Leben in der Stadt“: Seit dem 2. April ist das Eiscafé „Venezia“ in Rintelns Fußgängerzone wieder geöffnet. Aber: Nach nur einem Tag musste das Ordnungsamt den Tresenverkauf untersagen, weil die Bestimmungen nicht eingehalten wurden:

veröffentlicht am 03.04.2020 um 01:00 Uhr
aktualisiert am 03.04.2020 um 14:49 Uhr

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Reporterin zur Autorenseite

UPDATE am Freitag, 3. April:

RINTELN. Gerade war die Freude groß, dass die Eisdiele „Venezia“ wieder Eis am Tresen verkauft, da ist es einen Tag später mit dem spontanen Genuss für die Kunden schon wieder vorbei. Eis gibt es nur noch nach telefonischer Vorbestellung, zum Abholen in der Weserstraße.

Andreas Buchmeier vom Ordnungsamt hatte vorab schon leichte Zweifel geäußert, dass beim einem Tresenverkauf die Abstandsregeln möglicherweise nicht eingehalten würden. Tatsächlich hatte es sich gleich bei den ersten Verkäufen gezeigt, dass jedem Einzelnen erklärt werden musste, bitte nicht gleichzeitig den Eisdielen-Vorraum zu betreten.

Mauro Corazza ist froh, dass das „Venezia“ wieder öffnen darf – „aber es ist einfach nicht dasselbe“, seufzt er. Foto: cok

Deshalb hat die Familie Corazza folgende Änderungen beschlossen: Unter der bereits am Vormittag erreichbaren Telefonnummer (0 57 51) 20 21 können Bestellungen durchgegeben werden, die man dann in der Zeit zwischen 15 und 21 Uhr abholen kann.

Eine Online-Speisekarte besitzt das „Venezia“ zwar nicht, aber, so Mauro Corazza gegenüber dieser Zeitung: „Unsere Stammkunden kennen die Karte auswendig, und die anderen können einfach beschreiben, was sie wünschen, dann finden wir schon das Richtige.“

Original-Artikel vom Donnerstag, 2. April:

RINTELN. Ein glückliches Geburtstagskind und seine Familie gehören zu den allerersten Gästen, die mittags kurz nach Öffnung der Eisdiele „Venezia“ am Tresen stehen. Gerade rechtzeitig zum Festtag hatten sie erfahren, dass es seit dem 2. April wieder Eis gibt in Rinteln. Das städtische Ordnungsamt hat sein Okay dazu gegeben.

„Im Grunde war das kein Problem“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Andreas Buchmeier. „Wir legen die Landesverordnung dahingehend aus, dass während der Kontaktsperre wegen des Corona-Virus für Eisdielen dieselben Regeln gelten wie auch sonst in der Gastronomie und für Imbisse.“

Das bedeutet: Auch Eisdielen-Eis darf im Außer-Haus-Verkauf angeboten werden.

Natürlich gelten relativ strenge Auflagen, die das Geburtstagsmädchen auch schnell zu spüren bekommt. Als sie und ihr kleiner Bruder noch im Vorraum des Cafés am Eisbecher naschen, schreitet Mauro Corazza gleich ein: Am Tresen und vor der Eisdiele dürfen sich keine Grüppchen bilden. Es ist nicht erlaubt, das Eis in der Nähe des Geschäfts zu verzehren.

Auch Buchmeier betont, dass die Einhaltung der Regeln regelmäßig kontrolliert würden. „Wenn die Ordnung nicht gewährleistet werden kann, ist das Eiscafé ganz schnell wieder zu“, sagt er. „Ich bin ja gespannt, ob das klappt.“

Damit alles gut geht, bittet die Familie Corazza darum, dass die Kunden ihre Eiswünsche telefonisch vorbestellen und dann – verpackt – abholen.

So entstehen gar nicht erst Schlangen am Tresen, wo die Abstandsregeln eventuell vernachlässigt werden könnten. Stühle und Tische bleiben weiterhin drinnen, das Café selbst ist versperrt und zwischen Kunden und Verkäufern wurde eine schützende Plexiglasscheibe installiert.

„Ich muss gestehen, ich fühle mich ein bisschen schlecht“, sagt Mauro Corazza. „Wir sind zwar froh, dass unser Antrag beim Gesundheitsamt und dann Ordnungsamt durchging. Aber es ist einfach nicht dasselbe.“ Er vermisse das Plaudern mit den Kunden, die netten Scherze, die er und seine Familie so gerne mit den Eisfreunden machen, das fröhliche Eiscafé-Leben. Im Moment arbeitet er ganz alleine im Verkauf. Und lächelt natürlich trotzdem.

Seine Eisdiele ist nicht die einzige in Deutschland, die die Gesundheitsämter darauf hinwies, dass sie ja Gastronomie-Betriebe seien und deshalb die Erlaubnis zum Außer-Haus-Verkauf erhalten müssten. Das Argument konnte überzeugen, weil das selbst gemachte Eis offensichtlich als „Lebensmittel“ anerkannt werde, so Buchmeier, bei dessen Erklärung man ein gewisses Kopfschütteln durch Telefon zu spüren meint.

„Schön ist doch auch, dass wir ein bisschen mehr Leben in die Stadt bringen“, meint Mauro Corazza. Alle Eissorten und Spezialitäten stehen zum Mitnehm-Verkauf bereit. Die Telefonnummer für die dringend empfohlenen Vorbestellungen lautet (0 57 51) 20 21.




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