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Deutsch-Polnische Begegnung

Verbindung statt nationaler Verblendung

RINTELN. Erstmals ist Rinteln Ausrichter der öffentlichen Landestagung und Mitgliederversammlung der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Niedersachsen. Diese Organisation umfasst örtliche Gesellschaften in mehreren Hochschulstädten Niedersachsens und den Rintelner Verein für Städtepartnerschaften.

veröffentlicht am 14.06.2018 um 11:07 Uhr
aktualisiert am 14.06.2018 um 22:53 Uhr

Autor:

Dietrich Lange
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Sie alle sind um ein besseres Verständnis und Miteinander von Deutschen und Polen bemüht. Der Rintelner Verein hofft, mit dieser Veranstaltung ein breiteres Publikum anzusprechen und für die Städtepartnerschaften zu begeistern.

Die Landestagung steht unter dem Motto „Deutsch-Polnische Begegnungen“ und beginnt am morgigen Samstag, 16. Juni, im Gymnasium Ernestinum.

Nach Grußworten folgt ein musikalisches Intermezzo des Schülerensembles „Musici Ernesti“ unter der Leitung von Martin Requardt, bevor eine Schülergruppe des Ernestinums ihre Projektarbeit mit einer Schule aus dem polnischen Slawno vorstellt. Das klassische Austauschprogramm der 10. Klassen des Gymnasiums wird durch ein vorbildliches gemeinsames Gedenkstättenprojekt im ehemaligen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig ergänzt.

Danach sehen die Teilnehmer Ausschnitte aus dem Kinodokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau“. Landesvorsitzender Harm Adam aus Göttingen erklärt: „Die Regisseurin Karin Kaper, aktuelle Trägerin des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen, wird anwesend sein, um über ihre Erfahrungen bei der Entstehung des Films, den sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Dirk Szuszies konzipiert und umgesetzt hat, zu sprechen.“

Es ist ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Harm Adam: „14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.“

Die 1959 in Bremen geborene Karin Kaper startete ihre berufliche Laufbahn nicht als Filmemacherin, sondern als Regisseurin und Schauspielerin in der mit ihrem Partner Dirk Szuszies gegründeten und zuletzt in Berlin ansässigen Theaterkompanie „ZATA“. Seit 2000 widmet sich Kaper, die seit ihrer Schauspieltätigkeit regelmäßig Polen bereiste, hauptberuflich der Produktion und dem Eigenverleih von Dokumentarfilmen. Vor der jüngsten Produktion erregte sie große Aufmerksamkeit mit dem Kinodokumentarfilm „Aber das Leben geht weiter“, der die Begegnung ehemaliger und heutiger Bewohner eines Hofes in einem niederschlesischen Dorf zeigt.

Nach dem Mittagessen für angemeldete Teilnehmer stellt um 14 Uhr der in Verden/Aller ansässige deutsch-polnische Autor Artur Becker seinen Essayband „Kosmopolen“ vor. Harm Adam teilt dazu mit: „Der 1968 in Bartoszyce (Masuren) geborene Schriftsteller möchte seine Leser überzeugen, dass ihr Weltbild unvollständig bleibt, wenn sie nicht die Erfahrungen ihrer polnischen Nachbarn zur Kenntnis nehmen und in ihr Weltbild integrieren. Die Landestagung endet gegen 16 Uhr.

Interessenten aus Rinteln haben freien Eintritt. In der Mittagspause wird ein kostenloser Eintopf angeboten. Zur besseren Planung wird um Anmeldungen mit Teilnehmerzahl und Essenswunsch an Dietrich.Lange@gmx.net gebeten.




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