weather-image
20°

Jüngere manipulieren Krafträder

Verkehrssicherheitswoche: Mit Vollgas an Polizei vorbei

RINTELN. Derzeit läuft die Verkehrssicherheitswoche der Polizei, was verstärkte Kontrollen bis zum 17. Mai in Rinteln bedeutet. Am Montag fanden unter anderem Geschwindigkeitskontrollen statt, wo besonders ein Motorradfahrer negativ auffiel. Am Dienstag standen Motorräder im Fokus - und Trends bei jugendlichen Fahrern:

veröffentlicht am 14.05.2019 um 16:09 Uhr

Polizei bei der Kontrolle. Foto: Archiv/tol

RINTELN. Derzeit läuft, wie angekündigt, die Verkehrssicherheitswoche der Polizei, was verstärkte Kontrollen bis zum 17. Mai im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Rinteln bedeutet.

Am Montag startete die Aktion. Unterstützt wurden die Rintelner Polizeibeamten dabei durch die Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Am frühen Morgen wurde an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Straße/Bahnhofstraße Kontrollen im Hinblick auf Handy-, Gurt-, und Rotlichtverstöße durchgeführt. Vom späten Vormittag an bis in den Nachmittag fanden dann Geschwindigkeitskontrollen auf der B 238 in Möllenbeck statt.

Insgesamt wurden 38 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Davon waren fünf Verstöße eine Verkehrsordnungswidrigkeit, was bedeutet, dass die Fahrer sich neben einer Geldbuße auf Punkte in der Verkehrssünderkartei Flensburg einstellen müssen. Ein Verkehrsteilnehmer konnte mit 81 km/h im Ort gemessen werden. Die übrigen Verkehrssünder kamen mit einem Verwarngeld davon. Auch wurden zwei Gurtverstöße festgestellt.

Ein Motorradfahrer fiel besonders negativ auf: Er fuhr mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Ortschaft. Den Signalen des Anhaltekommandos entzog er sich vorsätzlich, nachdem er kurz angebremst hatte, indem er mit Vollgas an den Beamten vorbei in Richtung Rinteln fuhr. Dabei schnitt er einen Autofahrer, der sich anschließend bei der Kontrollstelle meldete, um sich über den Motorradfahrer zu beschweren. Das vorsätzliche Nichtbefolgen des Haltgebots eines Polizeibeamten kann mit bis zu 140 Euro geahndet werden.

Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt auf der Überwachung von Zweirädern, insbesondere Mofas und Roller bis 45 km/h. Mit dabei war der Rollenprüfstand der Polizei, welcher in der Lage ist, gerichtsverwertbar die Höchstgeschwindigkeit zu messen.

Eine ältere Fahrzeugführerin muss sich nun auf ein Strafverfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis einrichten. Sie fuhr einen 45er Roller und war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Sie dachte, dass sie aufgrund ihres Alters diese nicht benötige.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass Personen, welche 1965 oder früher geboren sind, lediglich ein Mofa ohne Führerschein führen dürfen. Diese müssen ihr Alter dann im Rahmen einer Verkehrskontrolle beispielsweise anhand eines Personalausweises aber auch nachweisen können. Die oben genannte Verkehrsteilnehmerin hätte daher, um dieses Recht für sich in Anspruch nehmen zu können, den 45er Roller auf 25 km/h drosseln und einen Nachweis über die Drosselung mitführen müssen.

Zudem wurde festgestellt, dass insbesondere bei jungen Menschen Motocross-Krafträder mit 125 ccm Hubraum derzeit besonders beliebt sind. Trend ist hier, dass die Spiegel entweder mittig des Lenkers angebracht werden und somit ein Zurückschauen nahezu unmöglich gemacht wird, sowie das Abmontieren eines oder gar beider Spiegel. Dies kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen.

Dazu seien hier kurz die geltenden Vorschriften genannt: Ab Baujahr 1. Januar 1990 und einer VMax schneller als 100 km/h, sind zwei Spiegel vorgeschrieben. Einer EG-Richtlinie entsprechend muss die Spiegelfläche 69 cm² betragen. Ein runder Spiegel soll nicht weniger als 94 mm im Durchmesser betragen und bei einem nicht runden Rückspiegel muss auf der Spiegelfläche ein Kreis mit einem Durchmesser von 78 mm beschrieben werden können. Von der Fahrzeugmitte ist ein Abstand zu den Spiegeln von mindestens 28 cm vorgeschrieben. Auch der Blickwinkel von Auge zu Spiegel darf 55° (gemessen von der Waagerechten) nicht überschreiten. Nur wer diese Bestimmungen einhält, ist ordnungsgemäß im Straßenverkehr unterwegs.

Ebenfalls im Trend liegt, die Kennzeichen in einem nicht zulässigen Winkel am Motorrad zu montieren. Der Winkel hat 30 Grad nicht zu überschreiten, stellt sonst eine Ordnungswidrigkeit dar: Kennzeichenmissbrauch ist eine Straftat dar. Insbesondere die Eltern der jungen Fahrer, welche häufig als Halter der Krafträder eingetragen sind, will die Polizei daran erinnern, dass für die technischen Veränderungen auch immer der Halter des Fahrzeugs in Verantwortung genommen wird.

Ziel der Verkehrssicherheitswoche ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Bevölkerung zu sensibilisieren, so Polizei. r




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare