weather-image
Vorgestern beschlossen: „Unter der Schaumburg“ heißt die fusionierte Feuerwehr

„Vertrauen kann man nicht kaufen“

SCHAUMBURG. Die neue vereinte Feuerwehr von Deckbergen (zurzeit 34 aktive Mitglieder) und Schaumburg (zurzeit 26 Aktive) hat jetzt einen Namen: „Feuerwehr unter der Schaumburg“. Dafür entschied sich am Sonntag in einer Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg die Mehrheit der anwesenden Feuerwehrmitglieder beider Wehren.

veröffentlicht am 06.01.2019 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 07.01.2019 um 09:35 Uhr

Voll besetzt ist das Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg bei der Versammlung der beiden Feuerwehren. Foto: wm
Avatar2

Autor

Hans Weimann Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

SCHAUMBURG. Die neue vereinte Feuerwehr von Deckbergen (zurzeit 34 aktive Mitglieder) und Schaumburg (zurzeit 26 Aktive) hat jetzt einen Namen: „Feuerwehr unter der Schaumburg“. Dafür entschied sich am Sonntag in einer Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg die Mehrheit der anwesenden Feuerwehrmitglieder beider Wehren.

Fünf Namen standen zur Auswahl, unter anderem Variationen des Doppelnamens Schaumburg-Deckbergen. Ein Scherzbold wollte die Wehr „Scha-de“ nennen, kombiniert aus den Anfangsbuchstaben beider Ortsteile. Ein Lacher, mehr nicht. „Scha-de“ wollte dann doch keiner.

Jetzt muss nur noch das Konzept für die Fusion erarbeitet werden, der auch beide Wehren unabhängig in eigenen Versammlungen zugestimmt haben: die Feuerwehr Deckbergen im August, die Feuerwehr Schaumburg im Oktober – beide hatten eine mehr als 80-jährige Tradition.

Fünf Namensvorschläge stehen zur Auswahl. Foto: wm
  • Fünf Namensvorschläge stehen zur Auswahl. Foto: wm

Stadtbrandmeister Friedel Garbe nannte die Fusion „eine gute Entscheidung“, denn geografisch seien Deckbergen und Schaumburg längst zusammengewachsen. Das werde personell ein „ganz starker“ Stützpunkt. Garbe appellierte an die Feuerwehrkameraden, ein „ausgeglichenes“ Kommando zu wählen, in dem beide Ursprungswehren gut vertreten sind: „Wichtig ist, dass jeder bei der Stange bleibt.“

Die Stadt könne zwar ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen und Fahrzeuge beschaffen, aber „Kameradschaft, gegenseitiges Vertrauen kann man nicht kaufen“.

Die beiden Ortsbrandmeister Sascha Meier (Schaumburg) und Ralf Bredemeier (Deckbergen) erläuterten, wie es weitergeht: „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden.“ In dem Konzept, das zurzeit in Arbeit sei, gehe es unter anderem um die „taktische Gliederung“ der neuen Wehr, notwendig bei künftig über 50 Aktiven.

Mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses gehe es voran. Jeden Dienstag gebe es dazu eine Baubesprechung. Das Sozialgebäude sei fast fertig, die Heizung laufe bereits, jetzt könnten die Maler kommen. Bredemeier und Meier hoffen, dass in der nächsten Woche mit dem Bau der Fahrzeughalle begonnen wird. Diese sei auch groß genug für die Fahrzeuge beider Wehren. Keines müsse draußen im Regen stehen bleiben.

Weiterbestehen bleiben sollen unabhängig von der Fusion die beiden Altersabteilungen. Die Kinderfeuerwehren würden zusammengeführt, bei der Jugend sei das noch nicht geklärt.

Könnte diese erste Fusion in der Stadt ein Modell für weitere Feuerwehren sein? Stadtbrandmeister Friedel Garbe ist da skeptisch. Anders als andere Städte sei Rinteln eine Stadt der großen Fläche mit weiten Wegen. Das zweite Problem sei die „Tagesverfügbarkeit“ der Feuerwehrleute im Falle eines Einsatzes. Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages sei das kein Problem, „aber an einem ganz normalen Werktag um 12 Uhr?“, so Garbe.

Für ihn ist klar: Der Wunsch zu fusionieren müsse aus den Wehren selbst kommen. „Wenn das von der Verwaltung von oben angeordnet wird, funktioniert das nicht.“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare