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Achim Brandt macht sich als Dorfhelfer in Uchtdorf nützlich

Vier Hänger voller Eicheln

UCHTDORF. Morgens früh aufstehen, rein in die Arbeitsklamotten, den Hänger mit dem nötigen Werkzeug beladen und los zum nächsten Einsatzort. So beginnt in der Regel der Tag eines Dorfhelfers, oder, vielleicht richtiger, der Tag von Achim Brandt. Der hat nämlich vor anderthalb Jahren in Uchtdorf einen dieser 450-Euro-Jobs, die den städtischen Bauhof in den Ortsteilen entlasten sollen, übernommen. Seitdem kann man ihn regelmäßig bei den unterschiedlichsten Arbeiten im Dorf antreffen.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 17:50 Uhr

Am Kriegerdenkmal gibt es derzeit reichlich Arbeit für Dorfhelfer Achim Brandt. Da werfen die Eichen ihre Blätter ab. Foto: CM
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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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UCHTDORF. „Den Friedhof und das Kriegerdenkmal in Ordnung zu halten, das sind so meine Hauptaufgaben, aber ich schaue schon überall nach dem Rechten“, erklärt der engagierte Dorfverschönerer, während er einen weiteren Haufen Eichenlaub unter besagtem Denkmal zusammenharkt. „Der Herbst hat es natürlich richtig in sich. Letzte Woche habe ich allein vier Hänger voller Eicheln zum Kompostplatz gefahren. Und jetzt kommen die Blätter runter“, seufzt Brandt, ohne dabei einen wirklich niedergeschlagenen Eindruck zu erwecken.

Der heiße Sommer habe auch so seine Herausforderungen gehabt, fährt er fort und stützt sich kurz auf seinen Rechen. „Da bin ich unter anderem alle zwei Tage rumgefahren, um die diversen Blumenkübel, ich glaube, es sind so acht, neun Stück, die im Dorf verteilt stehen, zu gießen.“

Richtig gut sei übrigens sein Projekt „Hundekotbeutel“ angenommen worden. „Die Stadtgärtner haben mir zurückgemeldet, dass es deutlich weniger Hundehaufen in Uchtdorf gebe, seit ich an vielen Stellen diese schwarzen Plastikbeutel zum Mitnehmen aufgehängt habe. Das ist doch ein schöner Erfolg.“ Auf die Frage, wer denn wohl für so einen Dorfhelferposten geeignet sein könnte, kommt die Antwort prompt: „Man muss die Arbeit sehen und sich selbst organisieren können. Seit ich Dorfhelfer bin, gehe ich mit ganz anderen Augen durch den Ort. Außerdem finde ich es persönlich sehr praktisch, dass ich zu Hause Platz habe. Ich kann die Bänke im Winter zum Streichen in meine Werkstatt holen. Zudem macht es die Arbeit leichter, dass ich seit jeher viele Gartengeräte wie Harken, Schaufeln, Rasenmäher, Laubpuster und ähnliches besitze. Da muss ich nicht für jedes Ding zum Bauhof fahren. Obwohl die natürlich gern helfen, wenn etwas Besonderes gebraucht wird. Die Zusammenarbeit ist super.“

Dass Brandt zudem einen Pkw mit Anhängerkupplung und einen eigenen Anhänger sein eigen nennt, macht ihn vermutlich zu so etwas wie einem Traumpartner für den Bauhof. Da muss nicht extra rausgefahren werden, um Grünschnitt, Laub und so weiter abzuholen. Stattdessen bringt der Dorfhelfer alles selbst zum Kompostplatz. „Zum Glück kann ich da jederzeit rein. Habe einen eigenen Schlüssel“, strahlt der Uchtdorfer, der überhaupt einen sehr zufriedenen Eindruck macht. „Das stimmt“ bestätigt Brandt diese Einschätzung. „Ich habe immer malocht und bin echt froh, auch jetzt, wo ich gesundheitlich etwas eingeschränkt bin, noch eine sinnvolle Aufgabe gefunden zu haben.“ Und das viele Lob, das er von seinen Mitmenschen vor Ort bekommt, das täte ihm natürlich auch gut.




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